Laptop© Monkey Business / Fotolia.com
Flexi-Rente

Immer mehr Menschen im Rentenalter fühlen sich noch fit und wollen aktiv bleiben. Wenn man dabei nebenher noch den eigenen Geldbeutel aufbessern kann – umso besser! Die Flexi-Rente soll Arbeit und Hinzuverdienst im Rentenalter neu gestalten.

Diese Möglichkeiten bietet die Flexi-Rente

Nachdem man sich auf Bundesebene den Großteil von 2016 mit der Frage beschäftigte, wie sich das Arbeitsleben von Rentnern fairer gestalten ließe, wurde Ende des Jahres das sogenannte Flexirentengesetz beschlossen. Dieses regelt Hinzuverdienst und Arbeit im Rentenalter neu und soll auch den Übergang in die Rente unkomplizierter gestalten. In Kraft tritt das Gesetz schrittweise, am 1. Januar 2017 beziehungsweise am 1. Juli 2017.

Was darf ich mit der Flexi-Rente dazuverdienen?

Bisher war das Rentensystem in Sachen Zuverdienst recht starr: Entweder man bekam Vollrente oder eine gestaffelte Teilrente (2/3, 1/2, 1/3). Dabei war es egal, ob man nun einen oder einhundert Euro über der festgesetzten Grenze lag – man wurde direkt auf die nächste Stufe heruntergedrückt, also beispielsweise von Vollrente auf Zwei-Drittel-Rente. In den einen oder anderen Geldbeutel riss das deutliche Löcher.

Mit der Flexi-Rente wurde jedoch die starre Einstufung abgeschafft. Stattdessen gibt es nun eine Grenze von 450 Euro im Monat (entsprechend 6.300 Euro im Jahr), bis zu der man sein Geld behalten darf. Darüber hinaus werden 40 Prozent des eigenen Verdienstes auf die Rente angerechnet. Verdient man also 460 Euro im Monat, hat man es mit einem Rentenabzug von vier Euro im selben Zeitraum zu tun – deutlich individueller als das pauschale Herunterstufen in der Vergangenheit.

Dazu kommt jedoch noch ein Hinzuverdienstdeckel. Dieser berechnet sich aus den eigenen Einnahmen der letzten 15 Jahre vor der Rente und ist eine wesentlich härtere Grenze. Dazu betrachtet man die Summe aus der Rente, die man bezieht, und dem aktuellen Hinzuverdienst. Sind diese zusammen höher als der Hinzuverdienstdeckel, so wird der Hinzuverdienst statt mit 40 Prozent nun voll angerechnet. In der Praxis heißt das: Bye, bye, Rente!

Weiterarbeiten mit der Flexi-Rente

Eine weitere neue Möglichkeit, die Rente deutlich aufzubessern ist, länger zu arbeiten. Bisher wirkte es sich nicht auf den Rentenanspruch aus, wenn man nach Renteneintrittsalter noch weiter in die Rentenkasse einzahlte. Mit der Flexi-Rente bekommt man aber nun jeden Monat, den man weitermacht, 0,5 Prozent mehr Rente. Würde man also 1.000 Euro Rente bekommen, werden daraus nach einem Jahr 1.060 Euro (+ 6 Prozent) und nach zwei Jahren 1.120 Euro (+ 12 Prozent).

Auf der anderen Seite der Rentengrenze sieht es folgendermaßen aus: Wie gehabt verliert man für jeden Monat, den man vor dem Renteneintrittsalter aufhört, 0,3 Prozent der eigenen Rente. Beispielsweise reduzieren sich die 1.000 Euro von oben also auf 892 Euro, wenn man drei Jahre früher in Rente geht. Um das ein wenig auszugleichen, hat man nun ab 50 die Möglichkeit, freiwillig mehr in die Rentenkasse einzuzahlen. Bisher ging das erst ab 55.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt und Zwangsverrentung

Abschließend seien noch zwei weitere Neuerungen durch die Flexi-Rente erwähnt: Zum einen dürften sich für Rentner die Chancen auf dem Arbeitsmarkt etwas erhöhen, denn der Arbeitgeber zahlt nun für Beschäftigte über der Rentengrenze keinen Beitrag zur Arbeitslosenversicherung mehr. Die Begründung: Verliert man als Beschäftigter über der Altersgrenze seinen Job, kann man in Rente gehen und braucht deswegen kein Arbeitslosengeld.

Der andere Punkt ist die bisher gängige Zwangsverrentung. War man bisher arbeitslos und bekam nur eine Grundsicherung, so musste man ab einem gewissen Alter Rente beantragen. Oft liefen diese Renten jedoch ohnehin auf eine Grundsicherung hinaus. Ist dies zu erwarten, muss nicht mehr frühzeitig die Altersrente beantragt werden.

Top