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Energieautarkes Haus

In Zeiten steigender Energiepreise hört sich das energieautarke Haus für viele sicherlich verlockend an. Wohnen ohne Gas, Öl oder Strom kaufen zu müssen, klingt nach einer erheblichen Erleichterung für den Geldbeutel. Wir werfen einen genaueren Blick auf energieautarke Häuser.

Ein energieautarkes Haus versorgt sich selbst mit Energie

Strom sparen, weniger Energie verbrauchen, Umstellung auf grüne Energien… Europa befindet sich in Aufbruchsstimmung in ein neues Energie-Zeitalter. Das Konzept der energieautarken Häuser kommt daher genau recht. Wohnen, ohne auf Energie von außen angewiesen zu sein, funktioniert dank eines ausgeklügelten Energiekonzeptes mithilfe von Solarthermie, Photovoltaik, Wärmespeicher, Akkus und guter Dämmung. Der Preis für einen Neubau mit dieser Ausstattung ist dabei gar nicht mal unerschwinglich, bedenkt man die kommenden Ersparnisse.

Vorreiterhaus steht in Sachsen

Eine der federführenden Personen in Sachen energieautarkes Haus ist Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld, welcher 2011 das erste energieautarke Haus Europas zur Marktreife führte und mit seiner Familie zusammen selbst seit Oktober 2013 ein solches in Freiberg, Sachsen bewohnt. Die fünfköpfige Familie hat gegenüber der Musterfamilie einen drastisch reduzierten Stromverbrauch. Sie kommen mit nur 2.000 Kilowattstunden im Jahr aus und wohnen bei molligen 23 Grad. Die Ausgaben für Energie sind verschwindend gering: 250 Euro im Jahr, die auf Brennholz und Energiezukauf an weniger sonnigen Tagen zurückzuführen sind. Weitere laufende Kosten beziehen sich lediglich auf Wasser, Schornsteinfeger und Mietkosten für den Stromzähler.

Energie aus der Sonne

Doch wie ist es nun möglich ohne Gas, Öl und Strom auszukommen? Die Energie stammt von einer Photovoltaikanlage, deren überschüssige Energie in großen Akkus eingelagert wird. Warmwasser und Heizenergie stammt von der sich ebenfalls auf dem Dach befindlichen Solarthermie-Anlage, ein großer Langzeitspeicher hält heißes Wasser für sonnenfreie Tage und den Winterbeginn bereit.

Um die Sonnenenergie optimal nutzen zu können ist ein energieautarkes Haus nach Süden ausgerichtet und hat ein recht steiles Dach. Bei einer Winkelung von 45 Grad lässt sich auch noch die tief stehende Wintersonne optimal nutzen. Wie viel Energie man maximal gewinnen kann, hängt von den verschiedensten Faktoren ab – etwa der Sonnenscheindauer und Intensität, der Dachneigung und Anzahl der Kollektoren.

Energie sinnvoll nutzen

Selbstverständlich ist das Haus sehr gut gedämmt, um einen Energieverlust nach außen zu vermeiden. Die kostenlos zur Verfügung stehend Energie wird außerdem sinnvoll im Alltag genutzt. So werden etwa Waschmaschine und Spülmaschine mit heißem Wasser vom Dach betrieben und das Elektroauto kann mit Sonnenenergie getankt werden. Für den Fall, dass die Sonnenenergie doch mal nicht ausreicht, setzt man auf einen Holzofen und einen konventionellen Stromanschluss.

Für einen 161 Quadratmeter großen schlüsselfertigen Neubau ohne Keller und Grundstück muss man 398.000 Euro berappen. Die Mehrkosten für die Solartechnik amortisieren sich je nach künftiger Energiepreisentwicklung innerhalb der nächsten zehn bis fünfzehn Jahren. Die Nachfrage nach energieautarken Häusern steigt, das Modell von Leukefeld ist serienmäßig lieferbar.

Energieautark im Altbau – ist das möglich?

Energietische Sanierung wird vielerorts großgeschrieben – häufig ist das jedoch eine teure Angelegenheit, die sich erst nach vielen Jahren bezahlt macht. Viele Hauseigentümer winken daher ab. Ist die Sanierung jedoch mit einem hohen Grad an Unabhängigkeit verbunden wird das Thema wieder interessanter. Denn das Konzept des energieautarken Hauses lässt sich durchaus auch auf Altbauten beziehen. Wichtig für den Erfolg des Konzeptes ist jedoch ein nach Süden ausgerichtetes, möglichst steiles Dach. Erster Ansatzpunkt ist eine nachträgliche Dämmung, weiterhin die Installation von Sonnenkollektoren und Speichermöglichkeiten für Strom und Wärme.

Energieautarke Häuser auf dem Wasser

Ein Projekt des Fraunhofer Institut ist das schwimmende Haus. Ein Prototyp schwimmt beispielsweise auf einem Baggersee in Kalkar in Baden-Württemberg. Inspiriert durch Bauplatznot mancherorts und zahlreichen ungenutzten Wasserflächen, gewinnt das schwimmende Haus seine Energie aus Sonne und Wasser. Von Photovoltaikanlagen stammt der Strom, welcher unter anderem zum Betrieb der Wärmepumpe genutzt wird, die wiederum die Wärme des Wassers zum heizen und erhitzen von Brauchwasser nutzbar macht. Indirekt nutzt das sogar dem See, welcher auch in Zeiten der Erderwärmung und zu hohen Wassertemperaturen auf diese Weise kühl gehalten wird. Künftig sollen weitere schwimmende Häuser hinzukommen, sodass auf besagtem Kiessee eine kleine Haus-Boot-Siedlung entsteht.

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