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Elementarschaden

Ein Elementarschaden kommt durch Umwelteinflüsse wie Wasser, Sturm oder Erdbeben zustande und muss separat versichert werden. Eine Hausratsversicherung hilft hier nicht weiter. Besonders für Besitzer von Häusern in Risikogebieten ist diese Versicherung von Interesse.

Elementarschaden: Wenn die Natur Schaden anrichtet

Von einem Elementarschaden spricht man, wenn Schäden durch die Einwirkung der Natur entstanden sind. Sturm (ab Windstärke acht), Hagel, Erdbeben, Erdsenkungen, Überschwemmungen, Schneedruck oder Lawinen, Vulkanausbrüche, Blitzschlag, Starkregen… Die Natur kann große Schäden an unserer Infrastruktur anrichten und das ganz ungezielt, plötzlich und ohne dass der Mensch etwas dagegen unternehmen könnte.

Elementarschadenversicherung fürs Haus

Manche der Elementarschäden können durch die Wohngebäudeversicherung mit abgedeckt sein, so Blitzschlag, Hagel und Sturmschaden. Andere denkbare Ereignisse wie beispielsweise ein Hochwasser oder eine Lawine hingegen sind nicht mit abgesichert. Diese Naturereignisse richten großflächigen Schaden an und würden die Versicherungstaxen soweit in die Höhe treiben, dass wohl viele aus Kostengründen auf eine Wohngebäudeversicherung verzichten würden.

Deswegen sichert man diese Ereignisse separat in der Elementarschadenversicherung ab. Diese Versicherung kann man oft in Ergänzung zu seiner Hausratversicherung abschließen, eingeschlossen sind alle erdenklichen Elementarschäden, sodass selbst Nordseeanwohner gegen Lawinen und Almbewohner gegen Hochwasser abgesichert sind.

Das Auto gegen die Elemente schützen

Wer sein Auto gegen Elementarschäden schützen möchte, der schließt am besten eine Kasko-Versicherung ab. Bereits in einer Teilkasko-Versicherung sind Schäden durch die Natur mit abgedeckt. So zahlt die Versicherung grundsätzlich bei Sturmschäden wie herabfallenden Ästen und umgestürzten Bäumen, Hagel, Hochwasser und Blitzschlag oder Feuer.

Elementarschadenversicherungen werden beliebter

Die Elementarschadenversicherung stand in den vergangenen Jahren immer hinter der klassischen Gebäudeversicherung an. Viele sahen die Eventualitäten, welche mit einer Gebäudeversicherung abgedeckt sind, als ausreichend an. Besonders jedoch Hauseigentümer, deren Besitzungen in Risikobereichen liegen, fragen öfter nach einer Versicherung für Elementarschäden - Bewohner der Alpen oder Menschen, die größere Flüsse wie Oder oder Rhein in direkter Umgebung haben. Grundsätzlich wird durch heftigere Unwetter und größere Schäden an Häusern und Infrastruktur das Risikobewusstsein immer stärker.

So erhält man eine Versicherung gegen Elementarschäden

Möchte man sich gegen Elementarschäden absichern, fragt man am besten bei seiner Versicherung nach. Diese betrachtet dann das Risiko des Hauses, einen Elementarschaden zu erleiden. Für Überschwemmungen und Wasserschäden gibt es mittlerweile eine Zonierung, in welche die Immobilie eingeordnet wird. Wird man in die Gefährdungsklasse (GK) 1 eingeordnet, so vermutet der Versicherungsgeber keine Hochwassergefahr. GK 2 steht für statistisch ein Hochwasser alle 50-200 Jahre, GK 3 für ein Hochwasser alle 10-50 Jahre und GK 4, die derzeit höchste Gefährdungsklasse, steht für etwa ein Hochwasser alle 10 Jahre. Erscheint dem Versicherungsgeber das Risiko der Immobilie zu hoch, steht es ihm frei, einen Versicherungsschutz zu verweigern.

Auflagen zur Schadensminimierung

Mit der Elementarschadenversicherung können Auflagen einhergehen, die dafür sorgen, dass beispielsweise nicht jede kleine Pfütze im Haus einen Versicherungsfall auslöst. So müssen Gegenstände in überflutungsgefährdeten Räumen beispielsweise mindestens 12 Zentimeter über dem Boden gelagert werden oder Rückschlagklappen angebracht werden, damit eine übervolle Kanalisation das Wasser nicht bis ins Gebäude drückt. Solche Auflagen unterschieden sich von Versicherung zu Versicherung und sollten im Versicherungsvertrag nachgeschlagen werden.

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