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Einlagensicherung

Das Vertrauen die Sparer in die Banken wurde nach Bankenpleiten zuletzt schwer erschüttert. In Deutschland sind Ersparnisse durch die Einlagensicherung geschützt. Doch was und wie viel wird gesichert?

Was die Einlagensicherung in Deutschland umfasst

Über die so genannte Einlagensicherung haben manche Menschen bis zu Wirtschaftskrise 2008/2009 womöglich noch nie nachgedacht. Nach der Lehman-Pleite war es aber in aller Munde: Das Versprechen, dass alle Bankguthaben der Kunden auch im Falle einer Insolvenz des Kreditinstituts sicher sind.

Bankenpleiten lassen alte Ängste wieder aufbrechen

Dass Banken zusammenbrechen, vollständig pleite gehen und vom Staat gerettet werden könnten, schien für viele Menschen nicht vorstellbar – zumindest nicht in Deutschland oder anderen vermeintlich starken westlichen Ländern. Doch mit dem Sturz der Lehman-Bank im September 2008 wurde ein neues Kapitel in Deutschland aufgeschlagen: Plötzlich begannen sich die Bürger, wohl zum ersten Mal seit der Währungsreform in der Nachkriegszeit, vor dem Zusammenschmelzen ihrer Bankeinlagen zu fürchten. Dass die deutsche Kanzlerin in der Fortfolge vor die Presse treten musste, um zu verkünden, dass niemand Angst haben müsse, infolge der Lehman-Krise seine Sparguthaben zu verlieren, war im eigentlich reichen Deutschland ein Novum. Dass Merkel die staatlich ohnehin garantierte Einlagensicherung überhaupt erwähnte, kritisierten manche Beobachter als unseriöse Show, andere hingegen werteten den psychologischen Effekt als bedeutsam.

Bis 100.000 Euro sind geschützt

In Deutschland sind derzeit Einlagen von bis zu 100.000 Euro von Staats wegen geschützt, auch dann, falls das Geldinstitut, bei dem das Geld liegt, insolvent gehen sollte. Das gilt in jedem Fall bei deutschen Instituten, die ihren Sitz in der Bundesrepublik haben. Hat man sein Geld bei einer ausländischen Bank angelegt, muss das nicht gelten, wenngleich sich die meisten in Deutschland tätigen Institute der deutschen Regelung angeschlossen haben. Außerdem gibt es auch im vielen anderen Ländern Mindestanforderungen an die Einlagensicherung. Manche Banken gehen freiwillig noch über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. Mit der Einlagensicherung soll verhindert werden, dass im Falle einer Krise Kunden massenhaft Abhebungen tätigen.


Warum die Einlagensicherung nicht für Aktien gilt

Die Einlagensicherung gilt nicht nur für Guthaben von Privatpersonen, sondern auch für die Einlagen von Unternehmen und öffentlichen Stellen. Geschützt ist alles Geld, das auf dem Girokonto, einem Sparkonto oder einem Sparbrief liegt, der den Namen des Kunden trägt. Auch Termingeld ist geschützt, nicht hingegen Verbindlichkeiten wie Inhaberschuldverschreibungen. Übrigens: Fondsanteile oder Aktien brauchen über die Einlagensicherung nicht extra geschützt zu werden, denn sie verbleiben ohnehin im Eigentum des Kunden. Die Bank übernimmt hier lediglich administrative Aufgaben.

Bislang ging alles gut – aber wie lange noch?

Nach der Zypern-Krise 2013, als zum ersten Mal in einem europäischen Land Zwangsabgaben von Sparern erhoben und die Barabhebungen begrenzt wurden, hat das Thema Einlagensicherung eine neue Popularität erreicht. Viele Beobachter sehen die Ereignisse in Zypern als einen Dammbruch an, der gezeigt habe, dass auch die Versprechen einer deutschen Kanzlerin, dem "kleinen Mann" und seinem Sparbuch werde nichts geschehen, womöglich nicht haltbar sein werden. Bislang ist in Deutschland alles gut gegangen: Seit der Auflage des Einlagensicherungsfonds im Jahr 1976 seien in allen Schadensfällen alle Kunden zu 100 Prozent entschädigt worden.

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