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DSL-Drosselung

Mit Ihren Plänen, normale Internetzugänge ab einem bestimmten Datenvolumen drosseln zu wollen, sorgte die Telekom für großen Unmut. Bie mobilen Datentarifen und Handyverträgen ist das aber längst gängige Praxis.

DSL-Drosselung: Wenn das Internet ausgebremst wird

Bereits bekannt ist die Drosselung von Handyverträgen. Wer hier mobiles Internet bucht, hat ein gewisses Inklusivvolumen und muss nach Verbrauch entweder erneut Datenvolumen zubuchen oder langsamer weitersurfen. Nun sind solche Tarife auch für das heimische Internet geplant. Begründet wird dies mit dem steigenden Datenverkehr und dem damit einhergehenden Ausbau des Breitbandinternets, welcher durch die Tarifneuerungen finanziert werden soll.

Die Drossel-Pläne der Telekom

Die größte Aufmerksamkeit bezüglich der DSL-Drosselung gilt der Telekom. Als Anfang 2013 bekannt wurde, dass die Telekom eine Volumengrenze einführen und ab 2016 das Internet auch im Festnetzbereich drosseln will, empörten sich zahlreiche deutsche Internetnutzer. Der Vorteil hierbei soll sein, dass Kunden, die mehr Datenverkehr verursachen, auch mehr zahlen. Aktuell sei es vielmehr so, dass Wenignutzer den Vielnutzern das Internet mitfinanzieren würden, so die Argumentation. Auch ist die Telekom nicht der erste Anbieter, der sich eine Drosselung vorbehält. Allerdings kommt hier zusätzlich die Frage der Netzneutralität auf.

Bedrohung der Netzneutralität

Mit der Drosselung denkt die Telekom darüber nach, gewisse Dienste wie beispielsweise Entertain aus der Datenmessung herauszunehmen. Auch andere Unternehmen solle die Möglichkeit offen stehen, sich von der Drosselung freizukaufen. Besonders an diesem Punkt gibt es heftigen Widerspruch. Es wird eine Marktverzerrung befürchtet und man sieht die Netzneutralität bedroht.

Reaktion der Telekom auf die Öffentlichkeit

Aufgrund der zahlreichen Proteste schraubte die Telekom ihre Pläne bereits ein wenig zurück. Zwar soll ab 2016 das Internettempo ab einer bestimmten Datenmenge weiterhin gedrosselt werden, jedoch ist die gedrosselte Geschwindigkeit nun bedeutend höher als die zuerst angedachten 384 Kilobit die Sekunde. Mit zwei Megabyte die Sekunde kann der Kunde die meisten Anwendungen des Internets weiter nutzen. Bei der Telekom sollen ab 2016 folgende Volumengrenzen gelten:

  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 MBit/s: 75 GB
  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 50 MBit/s: 200 GB
  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 100 MBit/s: 300 GB
  • Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 200 MBit/s: 400 GB

Bundeskartellamt, Bundesnetzagentur und Verbraucherzentrale

Gerichtlich verbieten lassen möchte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen die DSL-Drosselung, da sie eine Benachteiligung der Verbraucher fürchtet. Auch das Bundeskartellamt ist aktiv, da es die Gefahr einer Wettbewerbsverzerrung sieht und aus den Plänen der Telekom Nachteile für kleine Anbieter resultieren könnten. Mit besonderem Blick auf die Netzneutralität prüft auch die Bundesnetzagentur die geplanten Telekom-Tarife. Eventuell könnte auf die Prüfung der Tarife ein Einschreiten der Bundesnetzagentur folgen, um die Transparenz des Internets zu wahren.

Die Festnetz-Drosselung gibt es bereits

So sehr die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit der Telekom gilt, andere Anbieter haben solche Klauseln bereits in ihren Verträgen verankert. So hat Kabel Deutschland eine Volumenobergrenze von 60 Gigabyte pro Tag festgelegt, bei Überschreitung werden lediglich Filesharing-Dienste auf 100 Kilobyte die Sekunde gedrosselt. Auch 1&1 drosselt ab 100 Gigabyte im Monat auf 1000 Kilobyte die Sekunde, allerdings nur im günstigsten Tarif.

Andere Anbieter sagen zwar, dass sie aktuell keine Datendrosselung vorsehen, distanzieren sich allerdings für die Zukunft auch nicht direkt davon.

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