Kraftwerk© ollirg / Fotolia.com
CCS-Technologie

Durch die Industrie, aber auch durch Privathaushalte und Verkehr, gelangen täglich Tausende von Tonnen CO2 in die Atmosphäre und schädigen dort unsere Ozonschicht. In der Industrie macht man sich schon seit längerem Gedanken, wie man CO2 sicher lagern könnte.

CCS-Technologie: CO2 binden und lagern

CCS ist eine Abkürzung, die im englischen für Carbon Capture and Storage steht, was auf Deutsch für verschiedene Verfahren steht, mit denen CO2 gebunden und gelagert werden kann. Auf diese Weise möchte man verhindern, dass große Mengen CO2, wie sie beispielsweise in Kohlekraftwerken freigesetzt werden, in die Umwelt gelangen und dort zum bekannten Treibhauseffekt beitragen. Erste Anlagen baute man im Jahre 2006, zur Marktreife hat es allerdings noch keine der Ideen gebracht und man erwartet diese auch erst in einigen Jahren.

Verschiedene Ansätze für die CCS-Technologien

Weltweit forschen mehrere Gruppen unabhängig voneinander an einer geeigneten CCS-Technologie und kommen auf verschiedene Ansätze. Selbst in Deutschland findet man lange nicht nur einen Ansatz, sondern gleich mehrere. So versucht sich einer der Stromkonzerne beispielsweise an dem sogenannten Oxyfuel-Verfahren. Bei dieser Technik verbrennt man Kohle in reinem Sauerstoff, das freigesetzte CO2 wird aufgefangen und verflüssigt.

Ein anderes Verfahren wird Pre-Combustion-Verfahren genannt. Hierbei wird die Kohle vor der Verbrennung zu Kohlenmonoxid und Wasserstoff umgewandelt. Anschließend wird der Wasserstoff zur Energiegewinnung genutzt und das Kohlenmonoxid stellt das Abfallprodukt dar, welches das CO2 enthält.

Eine weitere alternative CCS-Technologie ist das Post-Combustion-Verfahren, bei welchem das CO2 nach der Verbrennung aus den Gasen herausgewaschen wird.

Die größte Problematik an der CCS-Technologie

Wie man sieht, arbeitet man fleißig an Techniken, wie man das CO2 aus den Verbrennungsgasen entfernen kann. Hat man dies gemeistert, stellt sich jedoch direkt das nächste Problem, denn schließlich muss das gebundene CO2 irgendwo gelagert werden. Dies sollte möglichst dauerhaft sein, sodass nicht in einigen Jahrhunderten plötzlich Unmengen an CO2 freigesetzt werden und unserem Klima einen schweren Schlag versetzen.

Wohin mit dem CO2?

Doch genau darin liegt das Problem. Unter dauerhaften Lagermethoden verstehen die verschiedenen Interessengruppen immer etwas anderes. Zudem fällt es schwer zu garantieren, dass dieses oder jenes Lager mindestens xx Jahre intakt ist. Ansätze der zuständigen Forschungsgruppen bestehen darin, das Gas in geeignete Sedimentschichten einzupumpen, wie beispielsweise eine poröse Sandsteinschicht, oder alte Erdgas- und Kohle-Lagerstätten wieder zu befüllen. Alternativ sucht man nach Möglichkeiten, das CO2 sinnvoll weiterzuverwerten, wie es schon in kleineren Mengen geschieht.

Widerworte aus dem Volk

Obwohl sich die Einlagerung von CO2 von der Grundidee her nicht schlecht anhört, sind viele gegen diese Technik, da man noch keinerlei langjährige Erfahrung mit der CO2-Lagerung hat. Viele befürchten unabsehbare Folgen für die Bevölkerung sowie die Umwelt.

Auf zahlreiche Demonstrationen reagierten einige Länder bereits mit einem CO2-Speicher-Verbot, welches auf Basis des CCS-Gesetzes realisiert werden konnte. Dieses Gesetz regelt unter anderem die Untersuchung von dauerhaften Lagerstätten und die generelle Erforschung von CCS-Technologien.

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