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Browser Fingerprint

Fasst man im Leben etwas an, hinterlässt man unweigerlich individuelle Fingerabdrücke. Im Internet ist dies nicht anders. Mit einem Browser Fingerprint etwa verrät man einiges über seinen PC und sorgt so dafür, dass man als Nutzer wiedererkannt wird.

Durch den Browser Fingerprint dem Nutzer auf der Spur

Der Browser Fingerprint ist der digitale Fingerabdruck, welcher ebenso einmalig ist wie der des eigenen Fingers. Erstellt eine Website einen Fingerabdruck, so ist gemeint, dass die Website Daten über die Systemeinstellungen des PCs sammelt. Diese Daten können beispielsweise die installierten Schriftarten, die Plug-In-Liste oder der User-Agent oder das verwendete Betriebssystem beinhalten. Umso mehr Daten über den Nutzer vorhanden sind, desto eindeutiger wird sein digitaler Fingerabdruck. So kann man bereits mit vier Merkmalen zu 93 Prozent eindeutige Finderabdrücke von Millionen von Nutzern sammeln.

Aktives und passives Fingerprinting

Unterscheiden muss man jedoch beim Browser Fingerprint zwei Kategorien. Zum einen gibt es das passive Printing. Dabei gibt der PC automatisch Daten an, wenn man eine Internetseite besucht.

Beim aktiven Printing werden zusätzlich von der Website Daten abgefragt. Hierbei kommen Programme wie JavaScript oder Flash zum Einsatz. Die abgefragten Daten werden nach dem vollständigen Laden der Website an den Server zurückgesendet.

Nutzererkennung durch den Browser Fingerprint

Man kann sich ausrechnen, dass man nicht viele Informationen über den Nutzer sammeln muss, um ihn einfach aus der Masse wiedererkennen zu können. Wenn bereits vier Merkmale zu einer 93-prozentigen Wiedererkennung führen, so genügen wenige Informationen mehr, um eine sehr sichere Wahrscheinlichkeit zu haben, den Nutzer zu identifizieren.

Der Browser Fingerprint ist deswegen so einzigartig, weil jeder sein System für sich persönlich einrichtet und nach seinem Belieben abändert. Hat man beispielsweise eine besondere Schriftart installiert oder nutzt als Desktop-Hintergrund ein bestimmtes Bild, kann man das Feld schon sehr stark um die gesuchte Person herum eingrenzen.

Wiedererkennung beim Browser Fingerprint

Die Wiedererkennung selber läuft dabei so ab, dass die Daten eines neuen Besuchers auf dem Server abgespeichert werden. Ruft der Besucher die Website das nächste Mal auf, erkennt der Server den Besucher, indem er den Fingerprint mit den bereits gesammelten abgleicht. Dabei macht es auch nichts, wenn man seinen Fingerprint in der Zwischenzeit ein wenig verändert hat – sind die Übereinstimmungen aussagekräftig genug, so identifiziert einen der Server trotzdem.

Wozu einen digitalen Fingerprint?

Digitale Fingerprints kommen vor allen Dingen für Werbezwecke in Frage, werden aber auch auf seriösen Seiten zum Schutz vor Identitätsbetrug eingesetzt. Durch das Tracking kann man die Vorlieben des jeweiligen Nutzers herausfinden und ihm gezielt Produkte anbieten, bei welchen zu vermuten ist, dass der Nutzer diese benötigt.

Derzeit geschieht dieses Tracking noch vorrangig mit Cookies. Dies sind kleine Dokumente auf einem PC, mit deren Hilfe der Nutzer wiedererkannt wird, wenn er eine Seite erneut aufruft. Da allerdings immer mehr Menschen Cookies regelmäßig löschen, steigen Unternehmen auf den Browser Fingerprint um, welcher nicht so einfach umgangen werden kann.

Gibt es einen Schutz vor dem Browser Fingerprint?

Bei Cookies ist es heute relativ einfach, sich zu schützen: entweder man löscht die Cookies nach jeder Sitzung oder hat einen Cookie-Blocker auf dem PC. Beim Browser Fingerprint ist dies jedoch nicht so einfach. Einige der Daten werden bei jedem Aufruf einer Seite sowieso gesendet (passives Fingerprinting) und sind notwendig, damit die angeforderten Informationen zurück zum PC finden.

Jedoch lässt sich auch das aktive Fingerprinting nur schwer unterbinden. Dafür müsste man die Software deaktivieren, welche für das Tracking zuständig ist. In den meisten Fällen läuft dieses über Java oder Flash, welche man in der heutigen Zeit jedoch für so gut wie jede Website benötigt, damit diese korrekt angezeigt wird.

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