Bergbau© Thomas Becker / Fotolia.com
Braunkohle

Braunkohle ist schon lange ein wichtiger Energieträger. Bereits im Mittelalter begann man, Braunkohle zu fördern und auch in der Gegenwart sind wir noch stark von der Kohle abhängig. Wie bei so ziemlich allen Energieträgern gibt es auch bei der Braunkohle Vor- und Nachteile.

Braunkohle: Einer der wichtigsten Energielieferanten

Um der Entstehung von Braunkohle auf den Grund zu gehen, muss man sich, wie bei allen fossilen Energieträgern, weit in die Vergangenheit zurück begeben. Um konkreter zu werden sind dies bei Braunkohle rund 65 bis zwei Millionen Jahre. Zu diesem Zeitpunkt waren große Flächen, unter anderem auch Deutschland, von riesigen Urwäldern bedeckt, die sehr viel organische Masse produzierten. Starb diese Masse irgendwann ab, so bildeten sie in Zusammenhang mit einer hohen Grundfeuchtigkeit Moore, worin die organische Masse vor dem Verrotten sicher war.

Über die Zeit lagerten sich auf diesem Moorschichten andere Sedimente ab, sodass die Schicht mit unserer künftigen Braunkohle immer tiefer absank und immer größerem Druck ausgesetzt war. Dieser Druck führte dazu, dass sich die organische Masse verdichtete und zu Torf wurde. Im weiteren Verlauf der Jahrtausende wandelte sich Torf schließlich durch biochemische Prozesse in Braunkohle um.

Fakten über Braunkohle

Braunkohle ist ein sehr vielseitig einsetzbarer Energieträger. Zwar hat sie mit 2,2 Kilowatt die Stunde pro Kilogramm nicht einen so hohen Brennwert wie Steinkohle, ist dafür in der Regel jedoch in größeren Mengen vorhanden. Abgebaut wird Kohle hauptsächlich über Tage, wobei in der Vergangenheit auch einige Vorkommen unter Tage geschürft wurden.

Nach Berechnungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften liegen in Deutschland noch rund 38 Milliarden Tonnen erreichbare Braunkohle unter der Erde, was bei gleichbleibender Förderung von rund 176 Tonnen jährlich noch für etwa 230 Jahre reichen könnte. Die weltweiten Braunkohle-Vorkommen schätzt man auf etwa 280 Milliarden Tonnen, wobei das größte Kohlevorkommen in Russland liegt.

Wie Braunkohle genutzt wird

Grundsätzlich wird Braunkohle in Kraftwerken in Energie umgewandelt und sorgt so für die Deckung eines Teils unseres täglichen Strombedarfes. Wird Braunkohle verbrannt, so entsteht Hitze, welche von Wasser aufgenommen wird, welches wiederum Turbinen antreibt, die den Strom erzeugen. Braunkohle wird zudem in Kokereien weiterverarbeitet, wodurch zum Beispiel Briketts oder Aktivkohle entstehen.

Was gut an Braunkohle ist

Grundsätzlich kann man festhalten, dass Braunkohle beinahe die gleichen Grundproblematiken und Vorteile wie Steinkohle aufweist. Vorteilhaft an Braunkohle ist vor allen Dingen, dass sie in Deutschland zu Massen im Boden lagert und noch für einige Generation ausreicht. Dies kann schließlich nicht jeder fossile Energieträger von sich behaupten – so werden die Ölvorkommen beispielsweise sehr viel früher erschöpft sein.

Auch entfällt durch die großen Vorkommen in Deutschland eine Abhängigkeit von anderen Ländern. Der einfache Abbau, die kurzen Transportwege und die günstigen Kohlekraftwerke ergeben in der Gesamtbilanz günstigen und zuverlässigen Strom. Regenerative Energiequellen sind sehr viel kostspieliger und wetterabhängiger, möchte man sie sich zunutze machen.

Die Probleme mit der Braunkohle

Problematisch jedoch sind nach wie vor besonders die hohe Umweltverschmutzung und freigesetzten Treibhausgase. Zwar versucht man über immer komplexere Filtersysteme, gefährliche Stoffe wie Schwefeloxide herauszufiltern, allerdings müssen auch diese Filter irgendwann gewartet werden, sodass man große Mengen Sondermüll entsorgen muss. Immer in die Umwelt jedoch gelangt das CO2 – und dieses ist das Treibhausgas Nummer eins.

Weiterhin problematisch ist der Tageabbau dahingehend, dass große Landschaftsteile unwiderruflich zerstört werden. Absinken des Grundwasserspieles und des Bodens, Umsiedlungen und Biotopzerstörungen sind beinahe unvermeidbar, möchte man Braunkohle abbauen.

Auch bedenken sollte man, dass Braunkohle als fossiler Energieträger zwar noch vergleichsweise lange reicht, allerdings ebenso endlich ist wie Öl und Gas. Zudem gehen die Schätzungen der Kohlereserven von gleichbleibendem Energieverbrauch aus, in Wirklichkeit wird der Bedarf jedoch größer.

Aktuelle Nachrichten zum Thema
  • RWE

    RWE bessert Bilanz auf - Jobabbau geht weiter

    Nach eigenen Angaben konnte RWE im Gegensatz zum vergangenen Jahr wieder Geld mit dem Energiehandel verdienen, das Geschäft mit dem Kohlestrom läuft aber weiter schleppend. Insgesamt steht der Konzern aber deutlich besser dar als noch im vergangenen Jahr.

  • Auspuff

    Großbritannien kündigt Aus für Diesel-Autos an

    In Großbritannien sollen ab 2040 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge verkauft und ab 2050 auch nicht mehr gefahren werden. Das kündigte Umweltminister Michael Gove an.

  • Treibhausgase

    Berlin will Kohleausstieg per Gesetz festlegen

    Berlin will in Sachen Klimaschutz einen gewaltigen Schritt voran gehen und das Ende der Kohlenutzung in einem Gesetz festhalten. Nach dem neuen Gesetzentwurf soll der Ausstieg aus der Braunkohle noch in diesem Jahr erfolgen.

  • Bergbau

    Weitere Milliarden für Braunkohlesanierung zugesagt

    Die Förderung der Braunkohlesanierung soll auch noch bis 2022 fortgesetzt werden. Darauf haben sich Bund und Länder am Montag geeinigt. Insgesamt sollen noch einmal 1,23 Milliarden Euro in die ehemaligen Kohlereviere fließen.

  • Index

    Stellenabbau bei RWE & Co.: Tausende Jobs fallen weg

    Den deutschen Energieversorgern RWE, Eon und EnBW geht es an den Kragen und damit auch seinen Angestellten. Bei allen drei Unternehmen stehen Sparmaßnahmen an, die unter anderem Stellenstreichungen und Gehaltskürzungen nach sich ziehen.

Top