Biosprit© Gerhard Seybert / Fotolia.com
Biokraftstoff

Sie halten immer weiter Einzug in unser Leben und werden lebhaft diskutiert: Von Biokraftstoffen erhofft man sich sowohl in der Forschung als auch in der Politik viel. Es gibt jedoch nicht nur einen Biokraftstoff, sondern verschiedene Kraftstoffarten.

Biokraftstoff: Antriebskraft aus Pflanzen

Hört man Biokraftstoff, denkt man oft zuerst an E10, der Sprit mit dem Biokraftstoffanteil. Jedoch gibt es längst nicht nur diese eine Form von Biokraftstoff. Grundsätzlich ist in jedem Super bis zu fünf Prozent Bioethanol enthalten, in E10 sind es bis zu zehn Prozent. Seltener sieht man E85, in welchem der Biotreibstoff zu 85 Prozent enthalten ist.

Auch für Dieselfahrer gibt es die Möglichkeit, "bio" zu tanken. Unter der Bezeichnung "B100" wird ein Kraftstoff vertrieben, der zu 100 Prozent auf pflanzlicher Basis ist. Anfänglich war der Biokraftsoff steuerbefreit und wurde gerne angenommen, heute tankt man eher wieder ein Gemisch aus Bio und konventionellem Kraftstoff.

Andere Biokraftstoffe sind Pflanzenöle, die beispielsweise als Schmierstoff eingesetzt werden können, Methangase aus Biogasanlagen oder XtL-Kraftstoffe, welche künftig Kohle ersetzen sollen.

Was Biokraftstoffe bewirken können

Biokraftstoffe – die einen schwören drauf, die anderen lassen lieber die Finger davon. Tatsache jedoch ist, dass eine vermehrte Nutzung von Biokraftstoffen uns unabhängiger von fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas macht. Auch sind Biokraftstoffe praktisch nicht begrenzt, sodass auch in ferner Zukunft Mobilität mit diesen denkbar ist. Nebenbei verringert man durch Biokraftstoffe den Ausstoß von Treibhausgasen, da dieser bei Biogasen mehr oder weniger einem geschlossenen System unterliegt. Zum Vergleich: Bei Diesel aus fossilen Energieträgern kommen 291 g/kWh Co2 zustande, bei Biodiesel lediglich 144 g/kWh.

Biokraftstoffe im Vergleich© Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

Schattenseiten der Biokraftstoffe

Jedoch gibt es nicht nur Positives zu berichten. Um Biokraftstoffe herzustellen, werden meist sehr große Flächen zu Monokulturen, Lebensraum für Tiere und Pflanzen dadurch zerstört. Als besonders problematisch wird es erachtet, wenn Regenwälder – die grüne Lunge unserer Erde – dem Anbau von Pflanzen für Biokraftstoffe zum Opfer fallen.

Zudem werden auf Flächen, wo zuvor Nahrung wuchs, nun Pflanzen für Kraftstoff angebaut, etwa Mais oder Raps. Nahrungsknappheit wird in naher Zukunft sowieso ein Problem werden, wie wirken sich darauf die Energiepflanzen aus?

Was sagt die Politik?

Europaweit hat man sich darauf geeinigt, bis 2020 den Biokraftstoffanteil auf 5,75 Prozent zu erhöhen. Anfänglich legte man sich auf zehn Prozent fest, regelte das Ziel jedoch herunter, da man erkannte, dass weiterhin geforscht werden müsse, vor allen Dingen an den Rohstoffen für den Biokraftstoff.

Biokraftstoffe sind die Zukunft, da ist man sich sicher. Allerdings hat man auch erkannt, dass Biokraftstoffe in Konkurrenz mit der Nahrung treten. Daher forscht man derzeit hauptsächlich an Alternativen, was den Grundstoff für Biokraftstoffe angeht. So gewinnt man beispielsweise auch aus Abfällen oder Stroh Biokraftstoffe.

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