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Beitragsbemessungsgrenze

Jeder Arbeitnehmer trägt zum Teil seine Kranken- und Rentenversicherungen mit, dafür muss ein gewisser Prozentsatz des Gehaltes aufgewendet werden. Die Beitragsbemessungsgrenze verhindert, dass die Kosten dafür unendlich in die Höhe steigen.

Beitragsbemessungsgrenze deckelt Versicherungsbeiträge

Die Beitragsbemessungsgrenze ist ein jährlich neu festgelegter Betrag, ab dem die Beitragszahlung für Versicherungen gedeckelt wird. Die Beitragszahlung selbst ist ein Prozentsatz des Nettolohnes. Damit die Beiträge bei hohen Gehältern nicht unverhältnismäßig hoch steigen können, wird der Lohn über einer bestimmten Grenze – der Beitragsbemessungsgrenze- nicht mehr berücksichtigt.

Wie funktioniert die Beitragsbemessungsgrenze?

Je nachdem, wie viel man verdient, zahlt man unterschiedliche Summen in die Kassen der Versicherungen ein. Der zu entrichtende Beitrag wird durch einen Prozentsatz festgelegt. Dieser beträgt bei den Krankenkassen im Jahr 2015 beispielsweise 14,6 Prozent. Die eine Hälfte davon trägt der Arbeitgeber, die andere Hälfte der Arbeitnehmer.

So zahlt beispielsweise jemand mit monatlichem Gehalt von 1500 Euro rund 105 Euro in die Krankenkasse ein. Wer mehr verdient, beispielsweise 4000 Euro, der zahlt für seine Krankenkasse monatlich 292 Euro. Jeweils der gleiche Beitrag wird noch einmal vom Arbeitgeber in die Kassen der Versicherungen gezahlt.

Damit dies nicht ins Unendliche fortgesetzt werden kann, gilt die Beitragsbemessungsgrenze. Kommt man über ein bestimmtes Gehalt hinaus, bleibt alles oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze unberücksichtigt.

Für welche Versicherungen gelten Beitragsbemessungsgrenzen?

Abgaben werden für die Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung fällig. Am teuersten kommt den Arbeitnehmer die gesetzliche Rentenversicherung zu stehen. 2015 beträgt der Beitragssatz 18,7 Prozent des Gehalts (wovon wiederum die Hälfte vom Arbeitgeber gezahlt wird). An zweiter Stelle erscheint die Krankenversicherung, den dritten Platz belegt die Arbeitslosenversicherung und ein Anteil von 2,35 bis 2,6 Prozent muss für die Pflegeversicherung aufgewendet werden. So kommen insgesamt etwa 20 Prozent Abgaben vom Brutto-Lohn zustande.

Für Kranken- und Pflegeversicherung gilt jeweils eine Beitragsbemessungsgrenze, für Renten- und Arbeitslosenversicherungen eine andere Obergrenze. Außerdem werden die alten und neuen Bundesländer separat betrachtet. Da die Löhne in den neuen Bundesländern meist etwas geringer sind, fällt auch die Beitragsbemessungsgrenze niedriger aus.

Beitragsbemessungsgrenzen im Verlauf der Zeit

Beitragsbemessungsgrenzen gibt es schon seit einigen Jahrzehnten. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Beitragsbemessungsgrenze über die Jahre immer ein wenig höher steigt. So lag 1960 die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherungen beispielsweise bei 850 DM. In den 70er Jahren stieg die Grenze auf über 2.000 DM an und erreichte zum Ende der deutschen Mark 8.700 DM im Westen und 7.300 im Osten. In den Euro stieg man mit einer Beitragsbemessungsgrenze von 4.500 Euro beziehungsweise 3.750 Euro ein. 2015 überschritt man im Westen Deutschlands erstmalig die 6.000-Euro-Grenze.

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