Fahrprüfung© Alexander Raths / Fotolia.com
Begleitetes Fahren

Begleitetes Fahren ist eine Maßnahme, die es jungen Menschen ermöglicht, schon vor ihrem 18. Geburtstag Fahrpraxis zu erlangen. Schon mit 17 Jahren können sie selbst ein Fahrzeug steuern - allerdings nur in Begleitung eines Erwachsenen.

Begleitetes Fahren senkt Unfallzahlen

Beim begleiteten Fahren besucht der Fahranfänger die Fahrschule bereits mit sechzehn Jahren, sodass er pünktlich zu seinem siebzehnten Geburtstag seine Führerscheinprüfung ablegen kann. Daraufhin fährt er ein Jahr mit eingetragenen Begleitpersonen Auto und kann praktische Erfahrungen sammeln. Mit achtzehn darf er schließlich alleine das Fahrzeug steuern.

Was sind die Voraussetzungen für begleitetes Fahren?

Um begleitetes Fahren beantragen zu können, braucht man eigentlich nicht viel: Natürlich den zukünftigen Fahrer selber und einen, oder auch mehrere, Erwachsene, die sich bereits erklären, den jungen Fahrer bis zu seinem 18. Lebensjahr im Auto zu begleiten. Begleiter kann jeder werden, der mindestens dreißig Jahre alt ist, seinen Führerschein seit über fünf Jahren ununterbrochen hat und nicht mehr als einen Punkt in Flensburg hat.

Der frühste Zeitpunkt für begleitetes Fahren ist das Erreichen des 17. Lebensjahres. Einen Monat vorher kann man bereits seine praktische Führerscheinprüfung ablegen, welcher die theoretische voran ging.

Wichtig für Fahrer und Begleiter

Begleitetes Fahren hat man deshalb eingeführt, weil der Fahranfänger noch über einen längeren Zeitraum hinweg die Möglichkeit haben soll, auf Erfahrung in Form eines langjährigen Fahrers zurückzugreifen. Das setzt voraus, dass der Begleiter keineswegs in das Fahrgeschehen eingreift, da dies für alle Beteiligten gefährlich werden könnte. Auch muss der Begleiter selbst fahrtüchtig sein, das heißt, er darf nicht mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut haben und keinesfalls darf er unter bewusstseinserweiternden Mitteln stehen. Für den Fahranfänger selber gilt bis zum erreichen des 21. Lebensjahres die Null-Promille-Grenze. Selbst kleinste Mengen Alkohol führen zum Führerscheinentzug. Auch muss ein eingetragener Begleiter immer dabei sein, ansonsten wird die Fahrt so geahndet, als sei der Fahranfänger ohne Fahrerlaubnis gefahren. Egal ist dabei jedoch, wo der Begleiter sitzt – hinten mitfahren ist ebenso erlaubt wie auf dem Beifahrersitz.

Den Lappen in die Karte tauschen

Als "BF17"-Fahrer erhält man bis zu seinem 18. Geburtstag nicht den "echten" Führerschein in Karten-Form, sondern einen großen "Papierlappen". Dieser ist bis zu drei Monate nach dem Volljährig-Werden gültig. In diesem Zeitraum, also zwischen dem Geburtstag und drei Monate danach, muss man auf der zuständigen Führerscheinstelle seinen richtigen Führerschein abholen, welcher dort bereitliegt. Überschreitet man die Dreimonatsgrenze, verfällt die Prüfbescheinigung – an diesen Termin sollte man also besser denken.

Erfahrung beim begleiteten Fahren wirkt sich positiv aus

Bisher hat man in Deutschland gute Erfahrungen mit dem begleiteten Fahren gemacht: Während der Zeit des begleiteten Fahrens geschehen kaum Unfälle, die der junge Fahrer verursacht hat, und auch mit den Erreichen der Volljährigkeit haben die jungen Verkehrsteilnehmer insgesamt eine um 20 Prozent bessere Unfallstatistik als Fahrer, die kein begleitetes Fahren gemacht haben. Ohne BF17 beträgt die Lernzeit meist nur rund sechs Monate, danach wird direkt selbstständig gefahren. Der klare Vorteil an BF17 ist es, dass die Lernzeit in der Fahrschule durch das begleitete Fahren auf bis zu 18 Monate verlängert – wichtige Praxis, bei der man noch immer auf die Erfahrung des Begleiters zurückgreifen kann.

Alle Tarif- und Preisangaben brutto. Trotz sorgfältiger Erstellung wird für die Richtigkeit keine Haftung übernommen. Beachten Sie Preise und AGB der Anbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.
Top