Atomenergie© lassedesignen / Fotolia.com
Atomkraftwerk

Das Aus für Atomkraftwerke ist seit Mitte 2011 beschlossene Sache. Nach dem verheerenden Unglück in der japanischen Stadt Fukushima änderte die schwarz-gelbe Regierung, allen voran Kanzlerin Angela Merkel, ihren Kurs. Die erst im Herbst 2010 beschlossene Laufzeitverlängerung wurde gekippt.

Atomkraftwerke werden spätestens 2022 abgeschaltet

Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima hat die Bundesregierung einen schnellen Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen. Mit der Änderung des Atomgesetzes im selben Jahr wurde die Abschaltung von acht Atomkraftwerken beschlossen, gleichzeitig fiel der Start für die Energiewende. Die verbliebenen neun Anlagen gehen nun bis zum Jahr 2022 schrittweisen eines nach dem anderen vom Netz.

Die nachfolgende Grafik des Bundeswirtschaftsministeriums gibt einen Überblick über die Kernkraftwerke, die mit Änderung der Atomgesetzes 2011 bereits abgeschaltet wurden (grau) und die verbleibenden neun Anlagen, die noch am Netz sind (grau). Die darunterstehen Tabelle informiert über die geplanten Abschalttermine dieser Kraftwerke.

Atromkraftwerke Karte
Datum Kernkraftwerk
spätestens 31. Dezember 2015 Grafenrheinfeld
spätestens 31. Dezember 2017 Gundremmingen B
spätestens 31. Dezember 2019 Philippsburg 2
spätestens 31. Dezember 2021 Grohnde
Gundremmingen C
Brokdorf
spätestens 31. Dezember 2022 Isar 2
Emsland
Neckarwestheim 2

Aspekte für und gegen Atomkraftwerke

Die Abhängigkeit, die sich Deutschland im gewissen Maße aussetzt, wenn es seine Atomkraftwerke abschaltet, ist ein Argument der Befürworter der Atomkraft. Gas wird zwar als echte Alternative gehandelt, doch kann es hierzulande nicht in den benötigten Mengen gewonnen werden. Aus diesem Grund muss aus anderen Ländern zugekauft werden. Hauptprofiteur dieses Geschäfts ist zurzeit Russland. Der Zukauf von Atomstrom, vor allem aus Ländern wie Frankreich und Tschechien, ist indes auch nichts Neues. Ein Argument für die Abschaltung ist, dass Deutschland auch nach der Energiewende Stromexporteur bleiben könnte.

Atomausstieg ist nicht kostenlos

Ein weiterer positiver Aspekt, den Atomkraftwerke aus Sicht ihrer Befürworter haben, ist die gute angeblich gute Ökobilanz, die sie auf den ersten Blick haben. Schließlich wird bei der Herstellung von Atomstrom kein CO2 ausgestoßen, anders als beispielsweise bei Öl- oder Kohlekraftwerken - wohl aber bei der Gewinnung von Uran. Auch ist diese Energie für den Endverbraucher relativ kostengünstig, da mit relativ wenig Aufwand Unmengen an Energie gewonnen werden können. Im Umkehrschluss habe der Atomausstieg, so sind viele der Meinung, noch weiter steigende Energiekosten zur Folge.

Atomkraftwerke bergen sehr hohes Risiko

Die große Frage nach den Endlagern für Atommüll beschäftigt nicht nur die Politik immer wieder. Eine große Rolle spielt dabei die Haftungsfrage: Sollen die Versorger sämtliche Entsorgungskosten zahlen, und inwieweit können sie bei einem Super-GAU überhaupt haften?

Das Unglück von Fukushima war nicht das erste, das die Welt erschütterte. Die Gefahr, die von Atomkraftwerken ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Es existieren bereits Untersuchungen des Bundesamts für Strahlenschutz, welche das erhöhte Krebsrisiko von Kindern belegen, die nahe Atomkraftwerken wohnen. Zudem flammt regelmäßig die Diskussion auf, ob nicht doch irgendwann Radioaktivität ins Grundwasser gelangen kann. Die letztendliche Gefahr bleibt so oder so, denn die schlimmen Folgen eines "Super-Gaus" sind vorab kaum zu ermessen.

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