Vertragsabschluss© FotolEdhar / Fotolia.com
Altersteilzeit

Mit dem Gesetz zu Altersteilzeit wurde 1988 die Möglichkeit geschaffen, die letzte Phase des Arbeitslebens variabel zu gestalten. Die Altersteilzeit ermöglicht durch eine Reduzierung der Arbeitszeit die Vorbereitung auf den Ruhestand. Ein gesetzliches Recht auf Altersteilzeit besteht nicht.

Mit der Altersteilzeit Schritt für Schritt in die Rente

Rente mit 67 und umgekehrte Alterspyramide – diese Themen werden in Deutschland oft diskutiert. Doch viele Arbeitnehmer in körperlich oder geistig anspruchsvollen Berufen können sich nicht vorstellen, wirklich so lange zu arbeiten. Deshalb tritt zwischen Vollzeitarbeit und Rente bei einigen die Altersteilzeit. Dabei wird die Arbeitszeit entweder in einem Block oder durch Teilzeittätigkeit reduziert.

Die Gedanke der Altersteilzeit

Das "Gesetz zur Förderung eines gleitenden Übergangs älterer Arbeitnehmer in den Ruhestand" ersetzte im Jahr 1996 die Vorruhestandsregelung. Schon seit vielen Jahrzehnten ist es üblich, dass ältere Arbeitnehmer ihre berufliche Tätigkeit schon vor dem Eintritt in das Rentenalter beenden und in den sogenannten Vorruhestand gehen. Dafür nehmen sie einen Abschlag von der Rente in Kauf. Das Gesetz zur Altersteilzeit sollte den Übergang in den Ruhestand finanziell abfedern und gleichzeitig Anreize schaffen, Arbeitsplätze für die nachrückende Generation freizugeben.

Ein gesetzliches Recht auf Altersteilzeit gibt es nicht! Die Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist freiwillig.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Altersteilzeit

Altersteilzeit können Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen beanspruchen, wenn sie innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens 1.080 Tage sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren und das 55. Lebensjahr vollendet haben. Für die Gestaltung der Altersteilzeit gibt es zwei Varianten – die wöchentliche Reduzierung der Arbeitszeit oder das Blockmodell. Bei Letzterem wird in der ersten Phase voll gearbeitet, aber auf Gehalt verzichtet. In der zweiten Phase kann der Arbeitnehmer dann zu Hause bleiben. Der Arbeitgeber stockt das gekürzte Gehalt um 20 Prozent auf und übernimmt zusätzlich Rentenversicherungsbeiträge.

Den größten Teil seiner Kosten erstattete dem Arbeitgeber früher das Arbeitsamt wieder. Inzwischen ist die finanzielle Förderung der Agenturen für Arbeit für die Teilzeit im Alter jedoch ausgelaufen. Das heißt, neue Altersteilzeitverhältnisse werden nicht mehr gefördert. Dennoch gibt es in einigen Tarifverträgen (zum Beispiel in der Metallindustrie) Regelungen für die Altersteilzeit.

Vom Arbeitsamt gefördert wird Altersteilzeit nur noch, wenn sie spätestens ab dem 31. Dezember 2009 begonnen wurde.

So viel verdienen Beschäftigte in Altersteilzeit

Der Verdienst während der Altersteilzeit wird auf der Grundlage der Reduzierung der Wochenstunden berechnet. In der Regel soll die Arbeitszeit halbiert werden. Entscheidet sich der Arbeitnehmer für das Blockmodell während der Altersteilzeit, wird das Gehalt ebenfalls halbiert. Er arbeitet in der ersten Phase noch in Vollzeit, danach wird er freigestellt. Arbeitgeber stocken das Gehalt ist dieser Zeit auf, aber nicht auf 100 Prozent. Während der Altersteilzeit gibt es also finanzielle Einbußen.

Ohne Abschlag in die Altersrente

Ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Arbeitsleben ist bisher ohne Abschläge bei der Rente nicht möglich. Für jeden Monat, den der Arbeitnehmer früher in Rente geht, sind das immerhin 0,3 Prozent. Bei einem zwei Jahre früheren Renteneintritt wird die Rentenzahlung um 7,2 Prozent gekürzt, lebenslang. Durchschnittlich bezieht ein Pensionär heute fast 20 Jahre lang Rente.

Abschlagsfrei in Rente können Angestellte gehen, wenn sie 45 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt haben. Die Phase der Altersteilzeit zählt für diese Berechnung mit. Auch Rentenbeiträge werden gezahlt, in der Regel auf 80 Prozent des Regelentgeltes. Für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, deren Arbeitgeber Altersteilzeit anbieten, lohnen sich diese Regelungen also nach wie vor.

Top