Kontrolle ist besser

Wie man bei einem falschen Steuerbescheid vorgeht

Der Bund der Steuerzahler empfiehlt eine genaue Kontrolle bei Erhalt der Steuerbescheide. Wenn etwas nicht stimmt und man Einspruch einlegen will, muss das zügig geschehen. Wie man vorgehen sollte und wen man um Hilfe bitten kann, lesen Sie hier.

Steuererklärung© m.schuckart / Fotolia.com

Frankfurt/Main (AFP/red) - Rund 3,6 Millionen Steuerzahler haben im vergangenen Jahr Einspruch gegen ihren Steuerbescheid eingelegt. Sobald der Brief im Kasten liegt, bleibt ein Monat Zeit, die Angaben zu prüfen. Zunächst lohnt ein Blick auf die Erläuterungen am Ende des Schreibens: Weicht die Behörde von den Angaben des Steuerbürgers ab, müssen die Beamten dies an dieser Stelle mitteilen. Dort steht auch, inwieweit Kinderfreibeträge und Kindergeld berücksichtigt wurden.

Erster Schritt: Angaben überprüfen

Der Steuerzahlerbund rät, besonders auf die Richtigkeit der Einnahmen und Abzüge wie Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Handwerkerrechnungen zu achten. Wer aus den Angaben nicht schlau wird, sollte seinen Sachbearbeiter im Finanzamt fragen.

Klärt sich der Fall durch ein Telefonat nicht, hilft nur ein formloser, schriftlicher Einspruch mit Begründung. Der ist kostenlos. Laut Deutscher Steuer-Gewerkschaft ist es auch möglich, einen vorläufigen Einspruch ohne Begründung einzureichen. Dadurch können sich Steuerzahler zeitlichen Spielraum verschaffen. Die Begründung sollte dann allerdings innerhalb eines kurzen Zeitraums nachgereicht werden. Die Finanzämter verschicken hierzu auch schriftliche Aufforderungen. Kommt dann innerhalb der vom Fiskus geforderten Frist keine Begründung nach, hat sich der Einspruch erledigt.

Fehler können auf beiden Seiten passieren

Vielen Einsprüchen wird stattgegeben und der Steuerbescheid oft zu Gunsten des Steuerzahlers geändert. Das liegt auch daran, dass viele Steuerzahler erst mit Erhalt des Bescheids merken, dass sie beispielsweise Quittungen vergessen haben. Aber auch Finanzbeamten unterlaufen Fehler. Gegen eine negative Entscheidung des Finanzamtes kann der Steuerzahler binnen eines Monats beim zuständigen Finanzgericht klagen - das kostet dann allerdings.

Wann kein Einspruch erforderlich ist

In den Erläuterungen am Ende des Steuerbescheids steht auch der Hinweis, in welchen Punkten der Bescheid nur vorläufig ergeht. Das betrifft Klagen, die etwa noch vom Europäischen Gerichtshof, dem Bundesverfassungsgericht oder dem Bundesfinanzhof entschieden werden müssen und den Steuerzahler betreffen. Ein Einspruch in diesen Punkten ist laut Steuer-Gewerkschaft demnach nicht erforderlich. Von anderen Verfahren kann dagegen nur profitieren, wer unter Verweis auf einen vergleichbaren Streitfall Einspruch einlegt.

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