Nachgehakt

Wie gut läuft DSL 6000? Was die großen Provider sagen

Die Redaktion hat bei fünf großen Providern mal angeklopft und nachgefragt, wie groß das Interesse an dem derzeit schnellsten DSL-Massenprodukt in Deutschland ist. Lesen Sie, was zum Beispiel Poweruser, Familien und Early Birds gemeinsam haben!

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Seit diesem Sommer haben DSL-Kunden in Deutschland die Möglichkeit, auch über DSL-Anschlüsse der Telekom oder ihrer Reseller mit einer Bandbreite von 6 Mbit/s ins Netz gehen zu können. Das war zuvor nur bei wenigen regional vertretenen Anbietern der Fall. Der Preis des vorher nur halb so schnellen Anschlusses blieb mit knapp 25 Euro im Monat übrigens gleich.

Die Redaktion wollte wissen, wie gut die von 3 Mbit/s auf 6 Mbit/s verdoppelte Bandbreite so ankommt und wer dafür Interesse zeigt. Wir haben bei fünf großen Providern nachgefragt!

T-Com

Die T-Com, als Festnetztochter der Telekom sozusagen die Mutter der meisten in Deutschland vermittelten DSL-Anschlüsse, bezeichnete die Akzeptanz von T-DSL 6000 als "ganz gut". Der Sprecher wies darauf hin, dass das 6000er-Produkt "für starke Nutzer" gedacht sei, also weniger als Massenprodukt angelegt sei als die niedrigeren - und natürlich günstigeren - Bandbreiten.

1&1

Aus Montabaur, der Konzernzentrale von 1&1, gab es ähnlich dürftige Informationen. Die Sprecherin verwies auf die börsennotierte Muttergesellschaft und wollte wegen des starken Wettbewerbs weder Zahlen noch Tendenzen preisgeben. Man sei aber zufrieden mit der bisherigen Entwicklung, hieß es, der Trend ginge eindeutig zu den höheren Geschwindigkeiten.

Arcor

Bei Arcor, die neben den DSL-Anschlüssen auf Telekom-Netzbasis ja auch komplett eigene DSL-Anschlüsse vertreiben, war die Resonanz positiver gefärbt. DSL 6000 sei dem Sprecher zufolge "sehr gut angekommen", und es interessierten sich beileibe nicht nur Powernutzer dafür, sondern in einem erklecklichen Maß auch Familien. Diese beiden Gruppen hätten sich als Hauptnutzer des schnellen Zugangs herauskristallisiert.

Zahlen gab es auch aus Eschborn erwartungsgemäß nicht. Man schlüssele nach außen grundsätzlich nicht auf, wie hoch der Nutzer-Prozentsatz der einzelnen Bandbreiten sei. Dessen ungeachtet winken bei Arcor schon die nächsthöheren Bandbreiten: Ein ADSL2+-Test in Coburg mit 16 Mbit/s verlaufe zufriedenstellend, so dass an einen baldigen bundesweiten Start der neuen Technologie gedacht werden könne.

freenet

Der Hamburger Provider nannte als einziger (Prozent)zahlen. Laut freenet nutzen im Schnitt zwölf Prozent aller freenetDSL-Kunden einen 6000er-Anschluss. Der Sprecherin zufolge schwanken die Zahlen zwischen zehn und 15 Prozent. Insgesamt sei die Intensität der Nutzung stark gestiegen; was man den Kunden zur Verfügung stelle, nutzten diese auch, so die Erfahrung von freenet. Als typische 6000er-Nutzer nannte die Sprecherin drei Gruppen: einmal die "Early Birds", die alle technischen Neuerungen immer sofort haben müssten, dann solche Nutzer, die nicht aufs Geld schauen und es sich einfach leisten könnten und drittens die bekannten Powernutzer.

Tiscali

Auch bei Tiscali gab es keine Zahlen, was wenig verwunderlich ist, denn der Provider ist erst Ende Oktober offiziell mit DSL 6000 an den Start gegangen. Das Produkt sei bislang jedoch nur von einer "kleineren Zahl der Kunden" nachgefragt worden, so der Sprecher. Man habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass etliche 2000er-Kunden gerne auf 6000 aufrüsten würden, aber zu weit von der Vermittlungsstelle entfernt seien. Auch bei Tiscali setzt man also auf Besserung durch ADSL2+: Im Dezember soll in Frankfurt am Main der Startschuss für eine eigene DSL-Infrastruktur fallen.

Fazit

Es sind also durchaus nicht nur die üblichen Verdächtigen, sprich, die berühmt-berüchtigten Powernutzer, die sich einen schnellen DSL-Zugang leisten. Eine hohe Bandbreite macht in der Tat auch für Familien Sinn, wo man öfter mal an mehreren Rechnern gleichzeitig online geht. Dass unter den DSL-6000-Nutzern viele Technikverliebte mit ausreichend gefülltem Geldbeutel sind, überrascht wenig: Wer für fünf Euro mehr im Monat die dreifache Bandbreite haben kann, wird sie in der Regel auch haben wollen.

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