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Wechsel von ISDN zu Analog spart fast 100 Euro im Jahr

Viele Telefonkunden haben einen ISDN-Anschluss, obwohl sie diesen gar nicht bräuchten. Längst ist zum Beispiel auch die Übermittlung einer Rufnummer bei Analoganschlüssen normal. Die Redaktion erklärt, für welche Kunden ein ISDN-Anschluss wirklich sinnvoll ist.

Telefonanschluss© Tobif82 / Fotolia.com

Der gar nicht so kleine Unterschied zwischen Analog und ISDN liegt zwischen 17,95 und 25,95 und beträgt immerhin 8 Euro: Das sind die zusätzlichen Kosten, die ein Nutzer des günstigsten Telekom-ISDN-Anschlusses im Monat mehr bezahlen muss als ein Analog-Kunde. Klar, dass die Telekom bestrebt ist, möglichst die teureren ISDN-Anschlüsse zu verkaufen - auch an solche Kunden, die wunderbar mit einem Analog-Anschluss zurechtkämen. Übrigens: Bei T-Home werden analoge Anschlüsse als Standard- und ISDN als Universal-Anschlüsse deklariert.

Irrtum Nr. 1: DSL braucht ISDN

Ein weit verbreiteter Irrtum beruht darauf, dass zur Nutzung von DSL ein ISDN-Anschluss Voraussetzung ist oder zumindest die Nutzung erheblich komfortabler werden lässt. Manche Kunden kennen die Problematik von ihren früheren Internet-by-Call-Surfausflügen, die sich mit einem Analog-Anschluss in der Tat nicht sonderlich angenehm gestalten. Zum einen ist die Geschwindigkeit mit einem analogen Modem noch etwas geringer als mit einem ISDN-Modem, wichtiger ist jedoch für viele, dass der analoge Telefonanschluss belegt ist, wenn man im Internet surft.

Da sowohl das Surfen mit einem Schmalband-Internettarif als auch das Telefonieren eine eigene Leitung benötigt, geht eben nicht beides gleichzeitig. Also machen zwei Leitungen - sprich, ein ISDN-Anschluss - haben Sinn, sofern man nicht nur alle Jubeljahre mal online geht. Anders sieht es hingegen beim Surfen mit DSL aus.

Geht man mit der DSL-Technik online, belegt man nur eine Telefonleitung und nicht deren zweie, da die DSL-Verbindung über eine Daten- und nicht über eine Telefonleitung hergestellt wird. Somit kann mal also auch mit einem Analog-Anschluss gleichzeitig surfen und telefonieren, wenn man DSL-Kunde ist. Da man als DSL-Surfer keine Telefonleitung nutzt, ist man außerdem vor Dialern geschützt, die sich bekanntermaßen über eine Telefonverbindung einwählen.

Irrtum Nr. 2: Mehrere Rufnummern gibt es nur mit ISDN

Wenn es um die Vermarktung eines ISDN-Anschlusses geht, werben die Anbieter gerne mit der Verfügbarkeit von mehreren Rufnummern, die es beim Analog-Anschluss nicht gibt - beziehungsweise nicht gab. Denn dank der Voice-over-IP-Technik kann man auch mit einem analogen Telefonanschluss mehrere Rufnummern bekommen, so dass beispielsweise jedes Familienmitglied seine eigene Nummer hat. Voraussetzung dafür ist jedoch ein DSL-Anschluss in einer möglichst hohen Bandbreite und eine DSL-Flatrate, um eine gute Sprachqualität zu bekommen und die Kosten für die Datennutzung nicht ins Uferlose laufen zu lassen.

Wer allerdings ein externes Faxgerät braucht oder sich mit der Telefonie via Internet (noch) nicht anfreunden kann und mehrere Rufnummern übers Festnetz schalten lassen will, kommt an einem ISDN-Anschluss nicht vorbei. Und wer mit einem Schmalband-Tarif online geht, kann als ISDN-Kunde die so genannte Kanalbündelung nutzen, also mit doppelter ISDN-Geschwindigkeit surfen (wenn auch mit den doppelten Kosten). Das wären auch schon die wichtigsten Unterschiede. Inzwischen sind auch Komfortmerkmale wie die Übermittlung der Rufnummer bei einem analogen Anschuss zum Standard geworden.

Den meisten anderen Kunden, vor allem den wenig Technik-affinen, reicht ein analoger Anschluss in der Regel aus. Da sich die Mehrkosten (im genannten Telekom-Beispiel) auf 96 Euro im Jahr belaufen, sollte man sich also gut überlegen, ob man ISDN-Kunde bleiben oder werden möchte. Bei vielen alternativen Anbietern hat man jedoch keine Wahl mehr: ISDN wird mehr und mehr Pflicht. Über den unten stehenden Link können Sie übrigens herausfinden, ob unter Ihrer Vorwahl ein alternativer Anbieter zu finden ist und welche Anschlüsse dieser bereitstellt. T-Home verkauft weiterhin sowohl analoge als auch ISDN-Anschlüsse.

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