Krankenversicherung

Wechsel in die private Krankenkasse – worauf man achten muss

Viele Verbraucher würden gerne von ihrer gesetzlichen in eine private Krankenkasse wechseln. Das ist in Deutschland natürlich auch eine Frage des Einkommens. Ob man muss oder sich freiwillig für einen Wechsel entscheidet, die einzelnen Angebote sollte man sorgfältig prüfen.

Private Krankenversicherung© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) – Wer genug verdient, kann sich bei niedrigeren Prämien teilweise besser versichern. So ist es besser, wenn man nicht nur auf die Höhe der monatlichen Beiträge schaut, sondern auch auf den Leistungskatalog: Für die Erstattung von medizinischen Behandlungen sollte die Versicherung den 3,5-fachen Satz der Gebührenverordnung erstatten und zwar sowohl bei stationären als auch bei ambulanten Behandlungen. Das gleiche gilt für Kosten, die durch den Zahnarztbesuch entstehen. Die Zusage der Kasse zur Erstattung dieses Satzes ermöglicht dem Versicherten den Gang zum Facharzt und den Besuch von Privatpraxen - und zwar ohne das Risiko, auf hohen Kosten sitzen zu bleiben.

Beim Wechsel in die private Krankenkasse auf Zusatzleistungen achten

Notwendig ist auch, die Anzahl der Zusatzleistungen zu checken: Kommt die Kasse für alternative Heilmethoden oder psychotherapeutische Behandlungen auf und welche Kosten werden erstattet? Zahlt der jeweilige Versicherer Kuren und in welchem Umfang werden die Kosten für Zahnersatz oder Brille übernommen? Bei manchen Tarifen wird hier ein Anteil von 90 Prozent erstattet, bei anderen sind es wiederum nur 50 Prozent.

Zu wünschen ist es niemandem, aber leider kann ein Krankenhausaufenthalt jederzeit notwendig werden. Daher ist es wichtig, dass man beim Wechsel zu einer privaten Krankenkasse auch hier rechtzeitig abklärt, welche Kosten übernommen werden. Bei einer guten Versicherung sollte auf jeden Fall die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer bezahlt werden. Bevor man die Entscheidung für den Wechsel in die private Krankenkasse trifft, muss man sich überlegen, dass man hier in Vorleistung gehen muss. Sprich alle Arztrechnungen und vor allem auch die Medikamente muss man zunächst selbst bezahlen und bekommt die Kosten dann von der privaten Krankenversicherung erstattet.

Der Selbstbehalt beim Wechsel in die private Krankenkasse

Werden bestimmte Medikamente oder medizinische Behandlungen nicht erstattet, bleibt man auf den Kosten sitzen. Ob eine Selbstbeteiligung Sinn macht und wenn ja, in welcher Höhe, hängt von verschiedenen Überlegungen ab: Wer sich für eine Selbstbeteiligung entscheidet, muss meistens geringere Prämien zahlen. Das kann sich, sofern man gesund ist, richtig lohnen. Im Krankheitsfall muss man aber die entstehenden Kosten dann so lange selbst tragen, bis die Höhe des Selbstbehaltes erreicht ist. Daher empfiehlt es sich genau nachzurechnen, bevor man sich für die Verankerung eines Selbstbehaltes in seinem Vertrag entscheidet. Damit man im Krankheitsfall keinen zu hohen Verlust macht, sollte die Höhe des Selbstbehaltes mindestens dem Nachlass bei den Monatsbeiträgen entsprechen. Hat man beispielsweise einen Selbstbehalt von 250 Euro im Jahr, lohnt sich dieser, sofern man dafür monatlich um die 21 Euro weniger an Beitrag zahlen muss.

Vor dem Wechsel einen Tarifrechner nutzen

Für Angestellte lohnt sich ein Selbstbehalt übrigens eher selten, denn hier muss der Chef einen Anteil zur monatlichen Prämie beisteuern. Dieser Anteil rechnet sich alleine nach der Beitragshöhe, den Selbstbehalt muss der Versicherte ganz alleine tragen. Gerade beim Selbstbehalt sollte man sich erkundigen, ob man die Höhe desselben zurückstufen kann und ob man sich vorher einer Gesundheitsprüfung unterziehen muss. Das gleiche gilt auch für den Tarifwechsel innerhalb einer Krankenkasse. Um die Angebote der einzelnen Krankenkassen zu vergleichen, kann man einen Tarifrechner nutzen. So findet man am einfachsten das individuell am besten passende Angebot. Die Nutzung eines Tarifrechners für den Wechsel in die private Krankenkasse ist kostenlos und unverbindlich.

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