Für Telekom-Kunden

Wann man den alten Telefontarif wechseln sollte

Wer noch einen alten Telekom-Telefontarif hat, kann bei einem Wechsel teilweise über 100 Euro im Jahr sparen - das gilt nicht nur für Call-by-Call-Muffel. Lesen Sie, wann ein Wechsel der alten Telefontarife lohnt!

Telefon© madarakis / Fotolia.com

Sagt Ihnen die Bezeichnung "T-Net Standard" etwas? Dann sind Sie vielleicht einer der Telefonkunden, die immer noch den alten Telekom-Tarif haben. Dieser alte Standard-Tarif wurde vor einem guten halben Jahr ebenso wie einige andere Alttarife durch vier neue Telefontarife ersetzt. Da für Altkunden jedoch der so genannte Bestandskundenschutz gilt, können Kunden der seit März nicht mehr vermarkteten Tarife zu den gleichen Konditionen wie bisher weitertelefonieren - was sich jedoch nicht immer lohnt, wie die Redaktion nachgerechnet hat!

Kunden der alten Telekom-Standardtarife

Die alten Standardtarife der T-Com nennen sich "T-Net Standard" beziehungsweise "T-ISDN Standard" - je nachdem, ob man einen Analog- oder ISDN-Anschluss hat. Beide Tarife haben mit Ferngesprächspreisen von bis zu 12 Cent pro Minute ungünstige Konditionen, die Taktung ist undurchsichtig, Komfortfunktionen gibt es keine.

Der Tipp der Redaktion: Diese Kunden sollten in die neuen Standardtarife wechseln, die sich "Call Plus T-Net" beziehungsweise "Call Plus ISDN" nennen. Dadurch kann man über 100 Euro im Jahr sparen. Hier fallen im deutschen Fernnetz maximal 4,9 Cent pro Minute an, die Taktung ist durchgehend minutengenau. Außerdem gibt es quasi ohne Aufpreis (im Call Plus zahlt man 29 Cent mehr pro Monat als in den alten Tarifen) Komfort-Merkmale wie Rufnummernanzeige des Anrufers, Anklopfen, Rückruf bei Besetzt, Rückfragen/Makeln, Dreierkonferenz, Anrufweiterschaltung und die individuelle Rufnummernunterdrückung.

Ein Wechsel lohnt sich nur dann nicht, wenn man ständig über Call-by-Call oder Preselection telefoniert. Und: Nicht mehr verfügbar ist seit März die Anzeige der aufgelaufenen Kosten, darauf können nur Bestandskunden der Alttarife zurückgreifen.

... mit zugebuchten Optionen

Bis März konnte man bei der T-Com die beiden Optionen "Aktiv Plus Basis" und "Aktiv Plus" gegen einen monatlichen Aufpreis dazubuchen. Diese Optionen gibt es in den neuen Tarifen nicht mehr. Ein Wechsel zu den Call-Plus-Tarifen lohnt sich nur für absolute Wenigtelefonierer, die weniger als rund zehn Minuten am Tag telefonieren. Denn die Aktiv-Plus-Minutenpreise sind teilweise noch günstiger als bei Call Plus, insbesondere zu Handys und im Ausland. Somit sind die Optionen auch für Call-by-Call-Muffel interessant - wenngleich die heutigen Niedrigpreise im Call-by-Call nicht erreicht werden. Gleiches gilt für Kunden von T-Net 100, in diesem Alttarif sind ebenfalls die Aktiv-Plus-Inlandstarife enthalten.

... mit Komfortpaket

Hier ist die Sachlage ganz klar: Wechseln! Denn das Komfortpaket (Funktionen siehe oben) ist jetzt in allen neuen Tarifen inklusive, auch bei Call Plus. Ausnahme: Die T-Net-Box, der Anrufbeantworter im Netz, ist bei den Call-Plus-Tarifen als einzigen nicht inklusive. Man spart jeden Monat 2,21 Euro, wenn man auf die T-Net-Box verzichtet und in den neuen Tarif wechselt.

Kunden der alten Telekom-Sondertarife

Für Kunden der alten XXL-Weekend-Tarife hat die Telekom die Umstellung in die neuen Tarife "T-Net XXL" beziehungsweise "T-ISDN XXL" schon im März selbstständig vorgenommen. Das gilt ebenso für Altkunden der Calltime-120-Tarife, diese Kunden wurden automatisch in die Tarife "T-Net Call Time" beziehungsweise "T-ISDN Call Time" umgestellt. Den Kunden entstanden dadurch keinerlei Nachteile, sie profitierten teilweise sogar.

Neu buchen kann man seit März zwei Teilzeit-Flats, "XXL Freetime" und "XXL Local". Wer dauertelefonierende Kinder oder andere Quasselstrippen zu Hause hat, ist ein potenzieller Kandidat für die beiden neuen Teilzeit-Flatrates. Diese können entweder für die gesamte Nebenzeit oder im Ortsnetz gebucht werden. Auch hier wären Call-by-Call-Telefonate in vielen Fällen die günstigste Variante, doch wer täglich rund eine halbe Stunde telefoniert (nicht an Werktagen tagsüber!), sollte sich die Tarife XXL Freetime und XXL Local mal genauer anschauen. Vor allem in Familien oder Wohngemeinschaften, wenn viele Personen einen Anschluss nutzen und eine "Call-by-Call-Kontrolle" kaum möglich ist, könnte sich der Tarif lohnen.

Sonderfälle: enjoy und CountrySelect

Die alte enjoy-Tarifoption, mit der alle Gespräche im deutschen Festnetz für 12 Cent pro Stunde (im 60-Minuten-Takt) abgerechnet wurden, ist ebenfalls nicht mehr buchbar. Diese Option lohnt sich bei den derzeitigen Call-by-Call-Preisen nicht einmal dann, wenn man sehr viele Gespräche führt, die eine knappe Stunde dauern. Wer Call-by-Call nicht scheut, kann sich diese Option schenken.

Die Tarifoption CountrySelect ist auch ein Fall für Call-by-Call-Muffel. Wer oft in die gleichen Länder telefoniert, Wert auf eine gute Netzqualität legt und dafür lieber ein bisschen mehr bezahlt, könnte sich für die Option erwärmen.

Fazit: In vielen Fällen fährt man dann am günstigsten, wenn man den für sich günstigsten Telekom-Tarif sucht und diesen mit Call-by-Call- oder Preselection-Angeboten der Wettbewerber kombiniert - wobei alle drei Verfahren parallel nutzbar sind. Eine individuelle Analyse des eigenen Telefonierverhaltens ist ohnehin anzuraten. Da jedoch erfahrungsgemäß nicht jeder Telefonkunde ein Call-by-Call-Fanatiker ist und manche eben einen recht günstigen Tarif suchen, den sie einmalig buchen und dann "vergessen" möchten, kann ein Wechsel in einen der neuen T-Com-Tarife für diese Nutzergruppen durchaus von Vorteil sein. Anderen Gruppen, die definitiv weniger zahlen als bisher, ist - wie gezeigt - ein Wechsel in jedem Fall anzuraten.

Vor Abschluss eines Neutarifs sollte jedoch geprüft werden, ob bestimmte Optionen eventuell verloren gehen (wie etwa die Gebührenanzeige nach Gesprächsende oder Rufnummernsperren). Es ist sinnvoll, diesbezüglich noch einmal bei der Hotline nachzufragen. Wenn man den Tarif wechselt, sollte man darum bitten, sowohl den Tarifwechsel als auch das Beibehalten bisheriger Features schriftlich bestätigen zu lassen.

Mehr zum Thema
  • Telefonanschluss

    Call by Call

    Auch in Zeiten von Telefonflatrates, ist Call-by-Call noch nicht aus der Mode gekommen. Besonders bei Auslandstelefonaten sind die Sparvorwahlen noch immer beliebt. Beim Call-by-Call wählt man vor der eigentlichen Telefonnummer eine Vorvorwahl, um günstiger zu telefonieren.

    weiter
  • Telefonanschluss

    ISDN

    IDSN ist eine von vielen technischen Möglichkeiten, die Kommunikation erleichtert. So kann man mittels ISDN über eine einzige Leitung beispielsweise mit bis zu acht Geräten telefonieren oder faxen. Der Anschluss wird über ein Kupferkabel möglich.

    weiter
Top