Die Pläne der Reseller

Wann kommt Fastpath? Was die großen Reseller sagen

Die Fastpath-Option mit dem superschnellen Ping gibt es bis dato nur bei der T-Com und bei Regionalprovidern. Die großen Reseller hielten sich bislang bedeckt, was die Fastpath-Einführung betrifft, hatten für die Redaktion aber einige aktuelle Neuigkeiten parat!

Jugendlicher© Klaus Eppele / Fotolia.com
Immer wieder fragen Kunden der großen Reseller nach dem Fastpath-Standard - kein Wunder: Denn eine mit Fastpath hochgerüstete Datenübertragung ermöglicht einen schnelleren Ping und ist deshalb insbesondere für Online-Gamer interessant. Bislang ist Fastpath nur über die Deutsche Telekom (für 99 Cent/Monat plus Einrichtungskosten) sowie über einige Regionalanbieter zu bekommen, die großen DSL-Reseller bieten Fastpath bislang nicht an. Die Redaktion hat einmal nachgefragt, wie der aktuelle Stand der Dinge ist!

1&1 steht in den Startlöchern

Wie schon beim Resale-Start scheint der Provider 1&1 auch beim bundesweiten Start von Fastpath die Nase vorn zu haben. Laut Sprecher Michael Frenzel stehe die Einführung von Fastpath für alle 1&1-DSL-Tarife (Neukunden und Bestandskunden) kurz bevor. Dies gelte sowohl für Neu- als auch für Bestandskunden. Als wahrscheinlicher Startzeitpunkt werde ein Datum noch im Herbst anvisiert. Ein früherer Start sei nicht möglich gewesen, da Fastpath erst einmal in die Bestellprozesse und Datenbanken implementiert werden musste.

In Kürze soll Frenzel zufolge die Bestellmöglichkeit einer Fastpath-Option im 1&1-Control-Center sowie auf der Webseite www.1und1.de eingebunden werden. Fastpath werde "zu marktgerechten Preisen" erhältlich sein, so Frenzel. Auf Nachfrage verdeutlichte Frenzel, dass die Preise nicht weit von denen der Telekom entfernt sein sollen, Genaueres könne zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht veröffentlicht werden. Das 1&1-Fastpath wird es nur für 1&1-Resale-Kunden geben. Diejenigen Kunden, die mit einem T-Com-DSL-Anschluss bei 1&1 surfen, werden nur das Telekom-Fastpath bestellen können, da ihr Anschluss nicht bei 1&1 liegt.

Tiscali will im Winter nachrüsten

Wie im Sommer bereits angekündigt, will der Provider Tiscali noch dieses Jahr mit eigenen DSL-Anschlüssen an den Start gehen. Zug um Zug sollen bundesdeutsche Großstädte mit Tiscali-DSL-Anschlüssen ausgerüstet werden, der Start wird aller Voraussicht nach in Frankfurt erfolgen. Für die Bankenmetropole am Main wurde jüngst ein spezielles, um fast die Hälfte reduziertes DSL-Angebot aufgelegt, dass Frankfurter DSL-Interessenten zu Tiscali locken soll. Im Winter soll dieses entbündelte Angebot - sprich: ohne Telekom-Telefonanschluss! - dann starten, so Tiscali-Sprecher Uwe Taeger. Die Option "Fastpath" sei ein Bestandteil dieses zum Ende des Jahres geplanten Angebots. Angaben zu den Kosten seien momentan noch nicht möglich, so Taeger.

freenet hat kein Interesse

Ein klares Nein zur Frage nach freenets Fastpath-Ambitionen kam von Konzernsprecherin Elke Rüther. Sicherlich sei die Fastpath-Option prinzipiell möglich, so Rüther, Kapazitäten dafür wären frei. Doch eine Realisierung sei nicht zu solch attraktiven Konditionen vorstellbar, als dass sich voraussichtlich genügend Abnehmer dafür fänden. Zwar habe man keine genaue Rechnung aufgestellt, doch an die Preise der T-Com käme man nicht heran. Der Grund dafür seien die Konditionen der Resale-Verträge mit der T-Com, die Rüther jedoch ausdrücklich nicht in Frage stellen oder kritisieren wollte.

Da sich die Fastpath-Option nicht zu geschäftlich sinnvollen Konditionen darstellen lasse, verfolge man diese Frage derzeit auch nicht weiter, so die Sprecherin. Wichtiger sei es für freenet, die derzeit noch nicht rund laufenden Prozesse im Resale-Geschäft (beispielsweise die bekannten Freischaltungsprobleme) voranzutreiben und zu klären. Darauf läge derzeit das Hauptaugenmerk freenets im Resale-Geschäft. Somit sei Fastpath also bis auf weiteres kein Thema.

Ebenso wie freenet plant auch AOL in nächster Zeit keine Fastpath-Option. Das teilte Unternehmenssprecher Tobias Riepe auf Anfrage der Redaktion mit.

HanseNet hat den schnellen Ping schon

Eine Ausnahmestellung nimmt der mittlerweile in mehreren deutschen Großstädten vertretene Anbieter HanseNet (Alice DSL) ein. Dass HanseNet auf Basis seines eigenen Netzes in Hamburg und Umgebung eine Fastpath-Option anbietet, ist nicht neu. Wie bereits erwähnt, haben einige regionale Anbieter solche Optionen im Portfolio. Doch HanseNet kann seine Option "PingExpress" auch dort anbieten, wo der Provider mit seinem Resale-Angebot auf die Leitungen der T-Com aufsetzt – was, wie erwähnt, den anderen Resellern nicht oder noch nicht möglich ist.

Auf Nachfrage teilte die HanseNet-Pressestelle mit, man könne die Option PingExpress aufgrund einer Absprache mit der Telekom zu den bestehenden Konditionen (1,90 Euro/Monat) anbieten, dies sei ausdrücklich so in den Resale-Verträgen vermerkt worden. Details dazu wollte die Sprecherin allerdings nicht nennen.

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