Ohne Festnetz

Voipen als Student: Tipps für Einrichtung und Umsetzung

Wer als Student Voice over IP nutzt, muss sich häufig mit den Besonderheiten der universitären IT-Netzwerke herumschlagen. Wie man trotz der strengen Firewalls zurechtkommt und warum die VoIP-Nutzung sogar WG-Streitigkeiten vermeiden hilft, lesen Sie hier!

VoIP-Vergleich© goodluz / Fotolia.com

Internet zum Nulltarif ohne monatliche Grundgebühr: Für viele Studenten in Deutschland ist diese Traumvorstellung real. Der Grund: Universitäten stellen ihren Studenten in den Campus-Wohnheimen den Internetzugang in der Regel kostenlos bereit. Damit verfügen die angehenden Akademiker über etwas, dass viele Verbraucher zu Hause gerne hätten – den entbündelten Internetanschluss. Stellen Studenten ihre häusliche Telefonie zudem auf VoIP um, können sie zusätzlich auf den Telefon-Anschluss der Deutschen Telekom oder alternativer Anbieter verzichten. Der VoIP-Provider sipgate informiert, was beim Umstieg berücksichtigt werden muss.

Damit Internettelefonie im Studentenwohnheim problemlos funktioniert, gilt es die Besonderheiten der universitären IT-Netzwerke zu beachten. So ist der Zugang zum Hochschulnetzwerk aus Sicherheitsgründen meist nur über ein VPN (Virtual Privat Network) möglich. Via VPN-Client können Studenten nach Freischaltung des Internetzugangs zwar sofort lossurfen, jedoch sind nicht alle gängigen VoIP-Lösungen einsatzfähig. Ursache dafür sind die strengen Firewalls der Uni-Netzwerke. Sie blockieren die für VoIP notwendigen Kanäle (Ports).

Softphones in VPNs sofort einsetzbar

Als unproblematisch gilt der Einsatz von Telefonsoftware bzw. sogenannten Softphones, die der Student über den bereits im VPN registrierten PC bedient. Nutzbar sind jedoch nur solche Softphones, die frei im Internet erhältlich sind oder die von VoIP-Providern bereitgestellt werden, die ihren Dienst nicht an einen DSL-Vertrag koppeln. So stellt sipgate sein Softphone "X-Lite" kostenfrei zum Download bereit, das nach der Installation bereits auf den jeweiligen Nutzer vorkonfiguriert ist. Telefoniert wird über das am PC angeschlossene Headset oder ein USB-Telefon. Für Gespräche in die herkömmlichen Telefonnetze ist ein Prepaid-Guthaben aufzuladen.

VoIP über Hardware in VPNs jetzt möglich

Das PC-unabhängige Voipen in VPNs über VoIP-Adapter und -Telefone war bisher nicht möglich, da die verfügbaren Hardware-Modelle in der Regel keine VPN-Client-Funktion besaßen. Abhilfe schaffen jetzt speziell ausgestattete Router wie beispielsweise die ADSL-VoIP-Router der Vigor2600V-Serie des Herstellers DrayTek, an denen bis zu zwei analoge Telefone angeschlossen werden können. Entscheiden sich Käufer für eine WLAN-Variante, können zudem VoIP-Handys wie das F1000 von UTStarcom zum Einsatz kommen.

Organisierte Telefonie in Wohngemeinschaften

Aber auch Studenten, die sich gegen ein Studentenwohnheim entscheiden und lieber ein WG-Zimmer in der Stadt beziehen, können Vorteile aus einem Umstieg auf VoIP ziehen. So vereinfacht die Internettelefonie beispielsweise die Organisation der WG-Telefonie und löst endgültig die bekannten monatlichen Abrechnungsprobleme. Im Gegensatz zum Festnetz kann bei VoIP jeder WG-Bewohner auf einen eigenen Anschluss inklusive eigener Ortsrufnummer zurückgreifen. Voraussetzung dafür ist lediglich die Registrierung bei einem VoIP-Anbieter wie beispielsweise sipgate. Die technische Umsetzung löst entsprechend ausgestattete Hardware: So bietet zum Beispiel die Telefonanlage OpenCom 31lan SIP von DeTeWe bereits Anschlüsse für vier analoge bzw. IP-Telefone. Der Preis von 129 Euro kann auf die Bewohner umgelegt werden und ist so als überschaubar einzustufen. Wollen die WG-Bewohner nicht auf WLAN verzichten, sind die FRITZ!Box Fon-Modelle "WLAN" und "WLAN 7050" von AVM zu empfehlen. Über sie können nicht nur zwei bzw. drei analoge Telefone, sondern auch VoIP-Handys zum Einsatz kommen.

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