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Pro und Contra

Verweigerung des Fotos für die Gesundheitskarte

Derzeit werden zahlreiche Krankenversicherte aufgefordert, für die neue elektronische Gesundheitskarte ein Foto einzuschicken. Kritiker der Karte sehen in ihr jedoch Gefahren für die Datensicherheit. Was passiert, wenn das Einschicken des Fotos verweigert wird?

KrankenkasseDie alte Versichertenkarte wird durch die elektronische Gesundheitskarte ersetzt.© Birgit Reitz-Hofmann / Fotolia.com

Hamburg (red) - Bis Ende des Jahres sollen die meisten Versicherten mit der neuen elektronischen Gesundheitskarte ausgestattet sein. Diese hat zunächst genau die gleichen Funktionen wie die bisherige Karte, soll aber künftig weitere Möglichkeiten bieten - bis hin zum Zugang zur Patientenakte, was Skeptiker auf den Plan ruft, die vom "gläsernen Patienten" sprechen.

Wozu ist das Foto überhaupt gut?

Das Foto des Versicherten soll eigentlich vor Missbrauch schützen. Dafür müsste aber laut Verbraucherzentrale sichergestellt werden, dass das abgelieferte Bild wirklich zu der Person gehört, in deren Namen die Karte ausgestellt wird. Eine solche Prüfung gibt es aber nicht.

Bekomme ich ohne Foto trotzdem eine Karte?

Die Verbraucherzentrale Hamburg führt eine gesetzliche Ausnahmeregelung an. Demnach können Versicherte unter 15 Jahren oder Versicherte, denen es nicht möglich ist, sich fotografieren zu lassen, auch eine Karte ohne Bild erhalten (§ 291 Abs. 2 Satz 1 SGB V) - also ist dies immerhin möglich. Es sei zudem nirgends geregelt, dass die Verweigerung eines Fotos irgendwelche Nachteile mit sich bringen dürfe.

Es könne aber auch sein, dass man keine elektronische Gesundheitskarte erhält. In diesem Falle muss das Versicherungsverhältnis auf anderem Wege nachgewiesen werden. Es gab Berichte darüber, dass es möglich sei, ohne Karte den Versicherungsschutz zu verlieren. Sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch die Techniker Krankenkasse dementierten diese Gerüchte jedoch. Nachdem um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte jahrelang gestritten wurde, scheint also auch mit der beschlossenen Einführung noch längst nicht alles klar zu sein.

Was, wenn die alte Karte noch gültig ist?

Die neuen Karten werden auch an die Kunden ausgeliefert, deren alte Krankenversichertenkarte noch gilt. Solange nicht alle Versicherten die neue Karte haben, müssen die Ärzte auch die alte noch einlesen können. Zudem verfügen auch noch nicht alle Stellen über die entsprechenden Lesegeräte, sodass die alte Karte, sofern noch gültig, vorerst weiter benutzt werden kann. Eine "Galgenfrist" also für die, die sich nicht entschließen können, ein Bild für die neue Karte einzuschicken.

Pro und Contra - Weitere Informationen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Pro- und Contra-Argumente zusammengetragen, damit der Verbraucher eine gut informierte Entscheidung treffen kann.

Argumente für die elektronische Gesundheitskarte findet man beim Bundesgesundheitsministerium und bei den Krankenkassen. Ihnen allerdings werden die Gelder gekürzt, wenn sie nicht bis Ende des Jahres 2012 70 Prozent der Versicherten mit der neuen Karte ausgestattet haben.

Gegenstimmen finden sich reichlich. Zu ihnen gehören der Chaos Computer Club, die Aktion "Stoppt die e-Card"und die Ärzteschaft.

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