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Verbrauchertipp: Vorsicht bei angeblich kostenlosen SMS!

"100 Gratis-SMS" verspricht eine aggressive, auffällige Online-Werbung - kein Einzelfall in diesen Tagen. Dumm nur, dass man zu den 100 vermeintlich kostenlosen Nachrichten noch ein Abo abschließen muss, dass im Voraus bezahlt werden will. Hinter dem neuen Abo-Trick stecken oft ehemalige Dialer-Anbieter.

SMS© Fantasista / Fotolia.com

"Umsonst ist nur der Tod, und der kostet das Leben" - das bekannte Sprichwort zeigt seinen Wahrheitsgehalt immer und immer wieder. Offenbar sind nach wie vor viele Nutzer recht sorglos, wenn man ihnen einen "kostenlosen" Service verspricht. Das gilt natürlich insbesondere für Kinder und Jugendliche, die zwar fleißig im Web unterwegs sind, die Tücken und Fallen des Mediums aber oft nicht erkennen.

Zielgruppe: SMS-hungrige Kids

Klar, dass unseriöse Anbieter besonders bemüht sind, Jugendliche als Zielgruppe zu gewinnen. Was liegt da näher als die Werbung mit "Gratis-SMS", die gerade von den finanziell meist knappen Kids sehr gern in Anspruch genommen werden. Argwohn scheint nicht angebracht, schließlich ist das Angebot doch kostenlos, oder?

Vorsicht bei Lockangeboten: Wer hat schon was zu verschenken? Doch weit gefehlt. Die Werbung mit vermeintlich kostenlosen Kurznachrichten ist in vielen Fällen nichts anderes als der Verkauf eines SMS-Abos, zu dem es ein paar kostenlose SMS obendrauf gibt. Nicht selten schließt man gleich einen Ein- oder Zweijahresvertrag ab, wenn man das Kleingedruckte unter dem Anmeldefensterchen übersieht. Oft ist die Seite so aufgebaut, dass man bei einer normalen Bildschirmauflösung herunterscrollen muss, um den Anmerkungs-Text zu finden, der auf den Abschluss eines Abos hindeutet.

Bis zu 200 Euro für "kostenlose" SMS

Für solche als Kostenlos-Dienst beworbene Verträge können Beträge von bis zu 200 Euro fällig werden. Wen wundert's, dass solche Angebote in vielen Fällen von ehemaligen Dialer-Anbietern kommen, die im Zuge der Einstellung der 0190er-Dienste ein neues Zugpferd brauchten. Will man der Anbieter habhaft werden und sucht nach dem Impressum, findet man besonders häufig Firmenadressen, die im Ausland angesiedelt sind und darf sich nicht wundern, wenn auch schon mal auf arabisches Recht verwiesen wird.

Man kann grundsätzlich nicht vorsichtig genug sein, wenn man außerhalb des privaten Bereichs etwas geschenkt bekommt. Wer also webbasierte SMS-Nachrichten verschicken will, sollte immer ganz genau das Kleingedruckte lesen, um nicht in eine Abo-Falle zu geraten. Seriöse Anbieter von tatsächlich kostenlosen oder sehr preisgünstigen SMS, die ihre Seiten transparent aufbauen und sich nicht hinter ausländischen Firmensitzen verstecken, gibt es nach wie vor.

Übrigens: Wenn ein Minderjähriger ohne Einwilligung der Eltern solch ein Angebot abgeschlossen hat, gibt es ein Sonderkündigungsrecht. Im Zweifelsfall können die örtlichen Verbraucherzentralen weiterhelfen.

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