Wohnungswechsel

Umzugskosten: Wie viel Geld muss ich einplanen?

Ein Umzug ist häufig mit einem neuen Lebensabschnitt verbunden. Damit Sie einen guten Start in diesen haben, ist vor dem Umzug einiges zu bedenken und zu planen. Lesen Sie hier, woran Sie in finanzieller Hinsicht denken sollten.

Umzugsservice© Andrey Popov / Fotolia.com

Wer einen Umzug plant, hat einiges an Organisation vor sich: Was nehme ich aus der alten Wohnung mit, was brauche ich neu? Wie bekomme ich alle Sachen von A nach B und worum muss ich mich vor Ort kümmern? Muss die alte Wohnung vielleicht noch renoviert werden? Wie steht es im neuen Wohnort um Internet und von wem möchte ich meinen Strom beziehen? Und nicht zuletzt stellt sich natürlich die große Frage: Was kostet das alles? Wir geben einige Antworten und Tipps rund um das Thema Umzugskosten.

Kosten für das Anmieten der neuen Wohnung

Die Miete ist leider nicht alles, was bei einem Neueinzug anfällt. Hierbei wird häufig im Mietvertrag eine Kaution verlangt, deren Höhe maximal drei Monatskaltmieten betragen darf. Eine Maklerprovision wird inzwischen nur noch fällig, wenn der Mieter den Makler selbst beauftragt hat. Ansonsten gilt seit Mitte 2015 das sogenannte Bestellerprinzip, das heißt, der Vermieter zahlt die Kaution, wenn er eine Wohnung durch einen Makler an den Mann bringt.

Kosten für Wasser und Strom, die vor der Wohnungsübernahme angefallen sind, fallen grundsätzlich nicht auf Sie zurück. Prüfen und protokollieren Sie dennoch die Zählerstände wegen der Abschlussrechnung, die häufig mit etwas Verzögerung versendet wird. Bei der Wohnungsübernahme sollten Sie am besten mit einem Zuständigen von Vermieterseite gemeinsam Protokoll führen. Hier werden etwaige Schäden und Abnutzungserscheinungen an der Wohnung festgehalten, sodass später nicht selbst dafür aufkommen müssen.

Doppelte Mietzahlungen vermeiden

Seine alte Wohnung sollte man unbedingt rechtzeitig kündigen, sodass man nicht in die ärgerliche Situation gerät, über einen oder mehrere Monate zwei Wohnungsmieten zahlen zu müssen. Die Kaution der alten Wohnung erhält man nach Abzug eventuell angefallener Kosten zurück – dabei sollte man darauf bestehen, diese mit Zins und Zinseszins zu erhalten, denn der Vermieter ist gesetzlich dazu verpflichtet, die Kaution so anzulegen, dass marktübliche Zinsen für diese gezahlt werden.

Abschlussrenovierung der alten Wohnung

Was eine eventuelle Renovierung der alten Wohnung angeht, so muss man einen Blick in den alten Mietvertrag werfen: Was schreibt dieser vor? Sind für Schönheitsreparaturen feste Zeitabstände oder prozentsatzmäßige Beteiligungen vorgesehen, sollte man zudem noch einmal genau prüfen, ob diese zulässig sind. In vielen Fällen ist dem nicht so und man kann bei der Abschlussrenovierung sparen.

Häufig vertraglich festgehalten ist die Übergabe der Wohnung, so wie man sie einst selbst übernommen hat. Das bedeutet, wer in eine frisch renovierte Wohnung gezogen ist, hat diese auch so zu verlassen.

Wie kommen die Möbel von A nach B?

Ein Kostenfaktor, der kaum gänzlich zu vermeiden ist, ist es, die Möbel aus der alten Wohnung in die neue zu bringen. Entweder kann man dafür ein Umzugsunternehmen betrauen, welches dafür sorgt, dass alle Möbel und Kisten in der neuen Wohnung ankommen, oder man legt zusammen mit Freunden und Bekannten selbst Hand an.

Deutlich günstiger ist natürlich der Umzug in Eigenregie. Hier ist es gegebenenfalls nötig, ein passendes Fahrzeug zu mieten, um auch große Möbelstücke und möglichst viel auf einmal transportieren zu können. Dabei sollte man verschiedene Autovermieter genauer unter die Lupe nehmen und vergleichen. Auch Kleinvieh macht Mist: Nicht vergessen sollte man die anfallenden Benzinkosten für das Transportfahrzeug und eventuell die Autos der Helfer. Auch den abendlichen Pizzaservice und die Frühstücksbrötchen für die Umzugshelfer sollte man mit in seine Rechnung aufnehmen.

Grundsätzlich gilt: Umso weiter die Entfernung zwischen den beiden Wohnorten und umso mehr Möbel und Kisten transportiert werden müssen, desto kostenintensiver wird der Umzug. Nicht zu vergessen sind natürlich anfallende Kosten für Verpackungsmaterial wie Kisten, Klebeband und anderes.

Strom- und Internetanbieter mitnehmen oder wechseln?

Nicht zu vergessen beim Umzug ist die Frage nach dem Strom- und Internetanbieter. Es bietet sich an, den Wohnungswechsel direkt mit einem Wechsel des Stromversorgers oder Internetproviders zu verbinden. Mit unseren Vergleichsrechnern finden sich schnell und einfach günstige Angebote.

Ob eine Sonderkündigung in Frage kommt, muss allerdings zuerst geprüft werden, denn häufig ist eine Sonderkündigung nur dann möglich, wenn der Anbieter am neuen Wohnort seine Leistung nicht erbringen kann. In jedem Fall sollte man seinen aktuellen Anbieter von dem Umzug möglichst frühzeitig in Kenntnis setzen, um zu klären, inwieweit dieser die Versorgung mit Strom, Gas oder Internet und Telefon weiterhin übernehmen kann.

Wesentliche Kosten in der Übersicht:

  • Kaution für die neue Wohnung
  • Doppelmiete (für die alte und die neue Wohnung)
  • Bei Anbieterwechsel (Strom, DSL etc): Kosten aus der Abschlussrechnung
  • Renovierungskosten für die alte und die neue Wohnung
  • Transportkosten
  • Kosten für ein Umzugsunternehmen
  • Kosten für die Ummeldung (eventuell von Fahrzeugen, Ausweise, Nachsendeantrag etc.)

Unterstützung bei den Umzugskosten

Nicht selten werden Umzüge auf Basis einer neuen Arbeitsstelle geplant. Einige dürfen in diesem Fall auf finanzielle Unterstützung hoffen: So sind es häufig Arbeitnehmer in höhergestellten Positionen, die einen Zuschuss zum Umzug von ihrem Arbeitnehmer bekommen. Beamte erhalten bei einem dienstlich bedingten Umzug ebenfalls Zahlungen, welche gesetzlich geregelt sind.

Arbeitslose, welche wegen eines neuen Jobs umziehen, können bei der zuständigen Arbeitsagentur Umzugsgeld beantragen. Was konkret wie und in welcher Höhe erstattet wird, sollte in allen Fällen vorab geklärt werden.

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