Steuererklärung

So setzen Sie Ihren Umzug von der Steuer ab

Die Kosten für einen Umzug können teilweise von der Steuer abgesetzt werden. Das ist vor allem der Fall, wenn der Wechsel des Wohnorts aus beruflichen Gründen notwendig wird. Aber auch bei einem Umzug aus privaten Gründen können bestimmte Ausgaben bei der Steuer geltend gemacht werden.

SteuererklärungDie Kosten, die bei einem Umzug entstehen, können als Werbungskosten angesetzt werden. Er gibt aber auch noch eine Umzugspauschale.© m.schuckart / Fotolia.com

Deutsche Bürger ziehen häufig um. Fast ein Drittel aller Einwohner haben in den letzten zehn Jahren mehr als zwei Mal ihren Wohnsitz gewechselt. Dabei ist jeder Umzug auch mit Kosten verbunden, nicht nur für den Transport des Hausstandes. Unter Umständen können Sie das Finanzamt an diesen Kosten beteiligen. Bewahren Sie deshalb Belege und Aufzeichnungen für die Steuererklärung auf.

Umzug aus beruflichen Gründen

Müssen Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen umziehen, dann sind die dabei anfallenden Kosten Werbungskosten. Selbständige berücksichtigen die Beträge als Betriebsausgaben. Im Rahmen der Einkommenssteuererklärung mindern sie dann die steuerpflichtigen Einkünfte und somit die zu zahlenden Steuern. Doch die Voraussetzungen, wann ein beruflich veranlasster Umzug vorliegt, sind klar definiert (nachzulesen in Bundesumzugsgesetz):

  • Durch den Umzug ergibt sich eine Zeitersparnis bei den täglichen Fahrten zur Arbeitsstätte und zurück von jeweils mindestens einer halben Stunde
  • Der Arbeitnehmer tritt erstmals eine Stelle an und wechselt dafür den Wohnort
  • Der Arbeitgeber zieht mit der gesamten Firma an einen anderen Standort
  • Der Arbeitnehmer kehrt aus dem Ausland zurück und tritt in Deutschland wieder eine Stelle an
  • Nur in Einzelfällen gilt eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die sich durch den Wohnortwechsel ergeben, als Grund für einen beruflich veranlassten Umzug

Nur wenn einer dieser Beweggründe für den Umzug vorliegt, sind die Kosten von der Steuer absetzbar.

Aufwendungen für den Umzug als Werbungskosten ansetzen

Alle Kosten, die für den Umzug aufgewendet worden sind und mit einem Beleg dokumentiert werden, vermindern die Steuern. Dazu zählen auch die Beträge, die bereits bei der Suche nach einer neuen Bleibe entstehen. Denken Sie hier an die Maklergebühren, an den Fahrtaufwand zum neuen Wohnort und an Übernachtungskosten bei Besichtigungen vor Ort. Als Fahrtkosten dürfen sowohl Tickets für Flüge, Bahn- oder Busfahrten als auch Fahrten mit dem eigenen PKW (0,30 € je gefahrenem Kilometer) angerechnet werden. Die höchsten Kosten fallen in der Regel für den Transport des Hausrates an. Entstehen dabei Schäden, zählen auch notwendige Reparatur- oder Ersatzkosten zum Werbungsaufwand. Müssen Sie doppelt Miete bezahlen, weil die Wohnung im alten Ort nicht sofort gekündigt werden konnte, dürfen auch diese Summen eingerechnet werden. Interessant für Eltern ist die Möglichkeit, Nachhilfeunterricht für den vom Umzug betroffenen Nachwuchs bei der Steuer geltend zu machen. Neue Möbel und Einrichtungsgegenstände oder die Kosten für die Renovierung können hingegen nicht geltend gemacht werden.

Zusätzlich die Umzugspauschale nutzen

Umziehende können für die Erklärung ihrer Steuern oft nicht alle Kosten mit Belegen nachweisen. Ohne Quittung fallen Trinkgelder an und Verpflegungsaufwand für die fleißigen Helfer beim Umzug. Auch Gebühren für Ummeldungen gehören dazu. Für diese sonstigen Kosten des Umzugs gewährt der Gesetzgeber eine Umzugspauschale, die zusätzlich zu den oben genannten Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben von der Steuer abgesetzt werden darf. Aktuell beträgt die Pauschale für den Umzug für Ledige 730 Euro und für Verheiratete oder für Alleinerziehende 1.460 Euro.

Auch bei privaten Umzügen das Finanzamt beteiligen

Von der Steuer absetzen können Steuerpflichtige auch die Kosten für den privat begründeten Umzug, allerdings in deutlich geringerer Höhe. Alle anfallenden Arbeitslöhne, die mit Rechnungen belegt werden können, zählen zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. 20 Prozent davon mindern die Einkünfte, maximal darf jedoch ein Betrag von 4.000 Euro angesetzt werden. Diese Rechnungen können nicht bar gezahlt werden, der Nachweis für die Überweisung vom Konto ist erforderlich. Auch gesundheitlich veranlasste Wohnungswechsel können die Steuern mindern, wenn der Umzug die Lebensumstände erheblich verbessert. Typisches Beispiel ist der Wechsel in eine behindertengerechte Wohnung oder in ein Seniorenheim. Werden noch steuerpflichtige Einkünfte erzielt, so lohnt sich das Sammeln der Belege. Diese Kosten gelten als außergewöhnliche Belastungen, wenn der zumutbare Eigenanteil überschritten wird. Für die gesundheitliche Veranlassung des Umzugs muss allerdings ein ärztliches Attest vorgelegt werden.

Quelle: DPA

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