Raus aus dem Vertrag

Wann gibt es beim Umzug ein Sonderkündigungsrecht?

Ein Umzug steht an, doch was passiert mit abgeschlossenen Verträgen für Telefon, DSL, Strom, Gas und Co.? Teilweise hat man bei einem Umzug die Möglichkeit, vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

Vertrag© Kurhan / Fotolia.com

Ohne Strom, Gas, Internet und Telefon geht es heute nicht mehr. Den Vertrag zur Versorgung mit diesen Gütern oder Dienstleistungen unterschreibt man auch als Mieter meist selbst. Beim einem Umzug stellt sich dann die Frage: Was passiert mit den Verträgen? Häufig gibt es eine feste Vertragslaufzeit und man zieht selten zu einem passenden Zeitpunkt um, zu dem man laufende Verträge ganz regulär kündigen könnte. Gut, wenn man dann sein Sonderkündigungsrecht wahrnehmen kann. Dieses gilt jedoch häufig nur, wenn der Vertragspartner einen gleichwertigen Dienst nicht am neuen Wohnort bieten kann.

Strom und Gas: Grundversorgung oder Laufzeitvertrag?

Bis zum letzten Tag in der alten Wohnung und ab dem ersten Tag in der neuen Wohnung: Besonders Strom und Gas sind unverzichtbar. Bei der Frage nach dem Sonderkündigungsrecht im Falle eines Umzuges muss zwischen zwei Situationen unterschieden werden. Wer noch nie seinen Strom- oder Gasanbieter gewechselt hat, ist noch beim Grundversorger. Mit diesem hat man einen unbefristeten Vertrag, welcher sich jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen kündigen lässt. Hier ist es also gar nicht nötig, sich auf ein Sonderkündigungsrecht zu berufen.

Anders bei befristeten Verträgen, wie sie häufig außerhalb der Grundversorgung zu finden sind. Hier sollte man sich beim Anbieter erkundigen, ob der neue Wohnort noch im Zulieferungsgebiet liegt – in diesem Fall zieht der Gas- oder Stromvertrag grundsätzlich mit um. Ein Sonderkündigungsrecht ergibt sich nur, wenn die gleichen Leistungen teurer werden oder erst gar nicht geboten werden können. Eine Umstufung zu einem anderen Tarif muss der Kunde nicht dulden und auch die Vertragslaufzeit bleibt unangetastet.

DSL und Telefon ziehen häufig mit um

Anders als bei Strom und Gas sind Verträge für DSL und Telefon in der Regel Laufzeitverträge. Das heißt, vor einem bestimmten Datum kommt man nicht aus einem bestehenden Vertrag raus. Grundsätzlich wird der Telefon- und DSL Vertrag also einfach am neuen Wohnort weitergeführt.

Es sei denn, es zeichnet sich ab, dass der Provider dort gar nicht tätig ist. Dann ergibt sich wieder ein Sonderkündigungsrecht, man kann mit einer verkürzten Frist von drei Monaten kündigen. Am besten man setzt den DSL- und Telefonanbieter frühzeitig von dem Umzug in Kenntnis und bringt in Erfahrung, ob die gleiche Leistung auch am neuen Wohnort erbracht werden kann. Idealerweise überprüft man nach Schaltung des neuen Internetanschlusses mittels eines Internettools die tatsächliche Down- und Upload-Rate.

Sonderkündigungsrecht nutzen

Egal um welchen Vertrag es sich handelt: Kommt eine Sonderkündigung wegen des Umzuges in Frage und möchte man von dieser Gebrauch machen, sollte man die Kündigung in jedem Fall schriftlich auf den Postweg bringen. Über die Option Einschreiben erhält man zudem eine Eingangsbescheinigung und kann im Zweifelsfall nachweisen, dass die Kündigung beim jeweiligen Anbieter angekommen ist.

Bei seinem neuen Anbieter sollte man in jedem Fall anmerken, dass man selbst gekündigt hat, da die Kündigung im Normalfall eine Serviceleistung des neuen Anbieters darstellt. So entsteht keine Verwirrung um nicht vorhandene, bereits gekündigte Verträge und Ähnliches.

Vorlage: Fristgerechte Kündigung

PDF Download

Vorlage: Fristlose Kündigung

PDF Download
Top