Bewertung der CO2-Effizienz

Umweltverbände kritisieren CO2-Label für Neuwagen

Käufer von Neuwagen sollen Energieeffizienz und CO2-Ausstoß von Fahrzeugen künftig auf einen Blick erfassen können. Das neue CO2-Label ruft bei Umweltverbänden jedoch heftige Kritik hervor. Sie halten die Kennzeichnung für irreführend und beanstanden, dass umweltschädliche Fahrzeugtypen systematisch bevorzugt werden.

Auspuff© Stefan Redel / Fotolia.com

Hamburg (afp/red) - Am 1. Dezember tritt in Deutschland eine Verordnung in Kraft, nach der Autos beim Verkauf mit einem bunten Label gekennzeichnet werden müssen. Diese soll Auskunft über die verursachten Klimaschäden geben - ähnlich dem, das bei Haushaltsgeräten üblich ist. Doch das Label ist umstritten, da es nur zum Vergleich von Modellen mit demselben Gewicht taugt. Umweltverbände kritisieren es daher als irreführend.

Informationsgehalt des Energieeffizienz-Labels

Das Label besteht aus zwei Teilen. In der oberen Hälfte finden sich in Textform unter anderem Angaben zu Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen je 100 Kilometer. Das entspricht der Kennzeichnung beim Neuwagenverkauf, wie sie in der EU bereits vorgeschrieben ist. In der unteren Hälfte des Labels findet sich die eigentliche Neuerung: die Einstufung des angebotenen Fahrzeugs in eine Klasse von A+ bis G je nach "C02-Effizienz", dargestellt auf einer Farbskala.

Den Effizienz-Stufen sind Farbtöne von dunkelrot (niedrig) bis dunkelgrün (sehr hoch) zugeordnet, was eine schnelle Orientierung erlauben soll. Die Skala entspricht in Art und Aussehen derjenigen zur Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Kühlschränken und anderen Elektrogeräten. Unterhalb der Skala befinden sich weitere Angaben, etwa zur Kfz-Jahressteuer, für die der C02-Ausstoß eine Rolle spielt.

Berechnung der Effizienzklasse

Für die Berechnung der Effizienzklasse sind der C02-Ausstoß und das Gewicht eines Autos entscheidend. Die Einstufung verrät, wie viel des Treibhausgases ein Modell im Verhältnis zu seiner Masse ausstößt. Dadurch können Käufer nach Angaben der halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur (dena) die CO2-Effizienz verschiedener Typen desselben Fahrzeugsegments direkt miteinander vergleichen.

Mit einer gesetzlich vorgeschriebenen Formel wird dafür ein C02-Referenzwert für jedes Fahrzeugmodell berechnet. Dieser wird mit dem Standard-Referenzwert eines "durchschnittlichen" Neuwagens seines Gewichts verglichen - je größer die Abweichung nach unten, desto besser ist die Effizienzklasse. Aussagen über den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß eines Autos in Gramm je gefahrenem Kilometer macht die Skala aber nicht direkt. Es handelt sich laut dena um einen "relativen Ansatz", der die CO2-Effizienz im Verhältnis zum Gewicht ermittelt.

Kritik der Umweltverbände

Die Wahl des Fahrzeuggewichts als zentrale Bezugsgröße machen die Kritiker für irreführende Effekte verantwortlich. Weil sich die Klassifizierung eines Wagens aus der Differenz seines Referenzwerts zum Durchschnitts-Wert seiner Gewichtsklasse ergibt, sind die Vergleichsmöglichkeiten beschränkt. Schwere und stark motorisierte Autos, die viel C02 ausstoßen, können höhere Effizienzklassen haben als klimafreundlichere Kleinwagen. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) und die Umweltschutzorganisationen Greenpeace und BUND monieren, dass umweltschädliche Fahrzeugtypen systematisch bevorzugt werden.

Der Grund sind die offiziellen C02-Referenzwerte, die bei Fahrzeugen mit mehr Masse höher sind. Der VCD hat ermittelt, dass ein großer Allradwagen wie der Audi Q 7 mit einem Gewicht von 2,3 Tonnen bei einem CO2-Ausstoß von 189 Gramm je Kilometer in die drittbeste Effizienzklasse B fällt. Ein 930 Kilogramm schwerer Kleinwagen wie der Toyota Aygo schafft es trotz eines sehr viel niedrigeren CO2-Ausstoßes von 105 Gramm je Kilometer dagegen nur in die nächstniedrigere Effizienzklasse C.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA), aber auch die dena halten die Kritik für falsch. Neuwagenkäufer wollten konkurrierende Modelle in ihrem Wunschsegment vergleichen und nicht "Äpfel und Birnen, sprich Kleinwagen mit Wagen der Oberklasse", erklärt die dena dazu.

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