Der UMTS-Turbo kommt

UMTS wird so schnell wie DSL

Im Frühjahr soll es so richtig losgehen mit der neuen UMTS-Generation, HSDPA genannt. Mit HSDPA sollen beim mobilen Internet Geschwindigkeiten erreicht werden können, wie sie jetzt beim Festnetz-DSL üblich sind.

UMTS-Tarife© ktsdesign / Fotolia.com

Was der Mobilfunkgemeinde heute als letzter Schrei verkauft wird, könnte schon bald ein alter Hut sein: die heutige UMTS-Technik. Dabei hatten sich die deutschen Netzbetreiber erst im Mai 2004 mit UMTS auf den Massenmarkt getraut. Noch immer halten sich T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 ziemlich bedeckt, was die Zahlen angeht, doch eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus. Vor kurzem hatte zum Beispiel Vodafone bekannt gegeben, eine halbe Million UMTS-Kunden zu haben – was angesichts einer Gesamtkundenzahl von 27 Millionen wenig genug ist.

UMTS bleibt Nischenprodukt

UMTS ist nach wie vor ein Nischenprodukt für Technik-Freaks und Businessleute, doch die einstige "Wunderwaffe" mit ihren Spitzengeschwindigkeiten von 384 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) wird schon bald veraltet sein. Die HSDPA-Technik soll Geschwindigkeiten von bis zu 3 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erreichen können, theoretisch sei sogar ein Speed von mehr als 14 Mbit/s drin.

HSDPA wird so schnell wie Festnetz-DSL

Dank der HSDPA-Technologie (High Speed Downlink Packet Access) kommt mehr Speed in alle mobilen Anwendungen, zum Beispiel beim Surfen und Chatten, beim E-Mail-Versand oder auch bei umfangreichen Downloads aus dem Inter- oder Intranet. Von T-Mobile, von Vodafone und einigen Handyherstellern liegen schon Ergebnisse vor.

Manches klappt schon ganz gut: So hat T-Mobile kürzlich in Berlin einen HSDPA-Livetest unter realen Bedingungen durchgeführt. Die Passagiere eines mit Laptops und HSDPA-Datenkarten ausgestatteten Fahrzeugs konnten während der Fahrt zum Beispiel Verkehrsinformationen aus dem Internet abrufen oder Videofilme anschauen. Beim mobilen Datenaustausch wurden laut T-Mobile Bandbreiten von mehr als 1 Mbit/s erreicht.

Mit HSDPA erreichen der Internetzugriff und die Datenübertragung also per Mobilfunk ein vergleichbares Tempo wie im Festnetz über DSL-Anschlüsse. HSDPA steigert die verfügbare Bandbreite bei der Datenübertragung im UMTS-Netz fast um den Faktor 5 von 384 Kilobit auf bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde. In Zukunft sollen diese Geschwindigkeiten dann Zug um Zug weiter gesteigert werden. Ob allerdings in naher Zukunft zweistellige Bandbreiten erreicht werden können, erscheint fraglich.

Mehr Nutzer können sich höheren Speed teilen

HSDPA erlaubt schnelle Zugriffe auch auf sehr komplexe Intranetanwendungen oder Internetseiten und verkürzt noch einmal deutlich die Wartezeiten für den Seitenaufbau. Außerdem bietet HSDPA deutlich geringere Verzögerungszeiten, was vor allem bei dialogorientierten Anwendungen wie zum Beispiel Outlook oder zentralen Firmenanwendungen hilfreich ist. Dritter Vorteil von Highspeed-UMTS ist, dass mit HSDPA deutlich mehr Benutzer als bisher gleichzeitig von höheren Geschwindigkeiten innerhalb einer Zelle profitieren können. Als wesentliche Nutzergruppe wird neben Geschäftsleuten auch die technikaffine Jugend anvisiert, der der Geldbeutel in Sachen Handy sowieso locker sitzt.

Der Countdown läuft bereits

T-Mobile und Vodafone wollen die Technik nach eigenem Bekunden bis zum Frühjahr martkreif haben, die Telekom-Tochter hat für den Herbst dieses Jahres schon eine HSDPA-fähige Datenkarte angekündigt. E-Plus und o2 haben sich öffentlich noch keinen Termin gesetzt. Viel dürfte – neben dem Erfolg der Pilottests – insbesondere daran hängen, wie schnell eine ausreichende Zahl an HSDPA-tauglichen Handys in die Läden kommt.

Und der Aufwand für die Netzbetreiber? Der hält sich in Grenzen, zumindest im Vergleich zum UMTS-Netzstart. Denn jetzt kann das vorhandene UMTS-Netz mit einem technischen Überbau für HSDPA aufgerüstet werden. Es ist also weder ein völlig neues Netz notwendig wie beim Umstieg von GSM auf UMTS, noch müssen neue Lizenzen her.

Mehr zum Thema
  • DSL anschließen

    DSL-Anschluss

    Die meisten Internetzugänge werden in Deutschland über DSL realisiert. Der Begriff DSL (Digital Subscriber Line) bezeichnet eine Art von Übertragungsstandard, bei der Daten mit einer hohen Geschwindigkeit gesendet und empfangen werden können.

    weiter
  • Tarifvergleich

    DSL-Geschichte

    Ende der 90er Jahre setzte sich eine neue Technologie durch, die deutlich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet versprach – DSL. Auch heute noch ist DSL die am häufigsten genutzte Breitband-Technik in Deutschland.

    weiter
  • Netzabdeckung

    UMTS

    UMTS ist die Abkürzung für "Universal Mobile Telecommunications System" und bezeichnet einen kabellosen Kommunikationsstandard, mit dem es möglich ist, auch große Datenpakete in kurzer Zeit mobil zu senden und zu empfangen.

    weiter
Top