Hoffnungsschimmer

UMTS-Turbo soll endlich DSL Konkurrenz machen

Ist der UMTS-Turbo HSDPA die letzte Chance für den Nischenmarkt UMTS? Mit Bandbreiten von bis zu sieben Megabyte pro Sekunde soll der UMTS-Turbo eine echte Alternative zum Festnetz-DSL werden. Dabei gilt es allerdings Fehler aus der Vergangenheit zu vermeiden.

Handymast© Christian-P. Worring / Fotolia.com

Der neue UMTS-Standard HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) für den schnellen mobilen Datentransfer stellt mittelfristig eine "echte Alternative" zu DSL dar, analysiert die Hightech-Beratungsgesellschaft Eurospace im Vorfeld der CeBIT den Trend zum neuen Turbo-UMTS. Zwar sei HSDPA auf mobile Endgeräte wie Handys, Smartphones und Webpads ausgelegt, aber mit einer Übertragungsrate von bis zu 7,2 Mbit pro Sekunde spielt der Mobil-Turbo in der Geschwindigkeitsliga von DSL mit, weisen die Eurospace-Experten auf die Annäherung von mobilem und stationärem Internetzugang hin.

Klare Ansage: Die Kunden wollen stabile Verbindungen

"Den Verbraucher interessiert es kaum, ob die Internetverbindung aus dem Kabel oder aus der Luft kommt, solange diese stabil, schnell und angemessen preiswert ist. Wenn HSDPA künftig diese Kriterien erfüllt, könnte es sich breitflächig als Ersatz für DSL erweisen", prognostiziert Vincent Ohana, Geschäftsführer bei Eurospace.

Als erfolgskritisch für HSDPA im Haushalt stufen die Eurospace-Berater das Preismodell ein. "Die Kunden erwarten eine Flatrate, die sowohl den mobilen als auch den stationären Internetzugang umfasst", rät Vincent Ohana den Netzbetreibern und Service-Providern zu einfachen und leicht verständlichen Tarifen. Auch wird immer wieder eine vernünftige Namensgebung angemahnt: So haben Umfragen zufolge schon viele Bürger mit dem Kürzel "UMTS" nichts anzufangen gewusst, "HSDPA" sei jedoch noch schlimmer.

Marketing-Sünden: Wer weiß schon, was "HSDPA" bedeutet?

"Neben dem Preismodell liegt der Schlüssel zum Erfolg im Marketing. Kryptische Abkürzungen wie HSDPA und HSUPA sind wenig geeignet, um den Verbraucher anzusprechen. Begriffe wie beispielsweise Mobile DSL, Turbo-UMTS oder Breitband-UMTS, die an schon geläufige Kürzel anknüpfen, wären sicherlich erfolgsträchtiger", betont Vincent Ohana.

Während HSDPA lediglich den schnellen Download von Daten ermöglicht, ist rechtzeitig zur CeBIT mit HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) auch ein Uploadstandard mit immerhin 1,4 Mbit pro Sekunde Übertragungsrate verfügbar geworden, teilt Eurospace mit. Sowohl HSDPA als auch HSUPA funktionieren auf Grundlage der heute bereits installierten UMTS-Netzinfrastrukturen.

Interesse an UMTS nach wie vor gering

Ob dem UMTS-Turbo allerdings wirklich der erwartete Erfolg beschieden sein wird, ist fraglich. Erst vor kurzem hatte eine repräsentative Umfrage im Auftrag von E-Plus gezeigt, dass nur ein Drittel der deutschen Mobilfunknutzer weiß, worum es sich bei UMTS überhaupt handelt. Ein Viertel der Befragten hatte noch nie etwas von UMTS gehört. Ebenfalls nur gering ausgeprägt ist das Interesse, UMTS zukünftig zu nutzen. Nur 5,4 Prozent der bisherigen Nichtnutzer bekundeten Interesse daran, dies in Zukunft zu tun.

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