Netz-Check

UMTS-Netzabdeckung: Wie weit die Netzbetreiber sind

Das mobile Internet auf dem Handy oder Notebook ist in aller Munde. Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s versprechen die Netzbetreiber beim Surfen, erreicht werden solche Bandbreiten bisher aber nur punktuell. Wie es um die UMTS-Netzabdeckung steht und welche Pläne die Netzbetreiber haben!

Telekom SendemastMobiles Internet ist in aller Munde, doch nicht überall werden die versprochenen Geschwindigkeiten erreicht.© Deutsche Telekom AG

Linden (red) – Vor zehn Jahren startete mit dem Mobilfunkstandard UMTS die mobile Datenära. Doch erst seit die Anbieter ihre Preise für die Internetnutzung drastisch gesenkt haben, erlebt das mobile Internet einen regelrechten Boom. Inzwischen surfen auch immer mehr private Nutzer auf dem Handy, Notebook oder Netbook von unterwegs im Internet.

UMTS Netzabdeckung variiert

Für Kunden sind neben dem Preis vor allem die Geschwindigkeit beim Internetsurfen und die Verfügbarkeit von UMTS interessant – und die können von Ort zu Ort und von Anbieter zu Anbieter deutlich variieren. Gerade in den bevölkerungsschwachen ländlichen Regionen ist die UMTS Netzabdeckung oft noch lückenhaft.

In fast allen Regionen und Mobilfunknetzen kann man mittlerweile via EDGE mobil Surfen. Der Mobilfunkstandard beschleunigt die Datenraten auf 220 kbit/s. Mit UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) kann man nochmals an Tempo zulegen. Erreicht werden Geschwindigkeiten von maximal 384 kbit/s. Im Zuge ihres UMTS-Netzausbaus haben die Netzbetreiber den Speed weiter erhöht. Inzwischen sind so via HSPA schon Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s drin. Erreicht werden solche Bandbreiten nachwievor aber nur punktuell. Wir haben uns angeschaut, wie es um die UMTS-Netzabdeckung bei den vier großen Netzbetreibern bestellt ist!

Telekom Mobilfunk

Die Telekom-Mobilfunktochter hat neben Vodafone das am besten ausgebaute UMTS-Netz und bietet in den Datenturbo HSDPA/HSUPA im gesamten Ausbaugebiet an. Im Netz der Telekom sind so nahezu bundesweit Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 Mbit/s im Downlink möglich - an knapp 1000 Standorten sind derzeit sogar bis zu 7,2 Mbit/s verfügbar. Im Upload-Link werden bis zu 1,45 Mbit/s erreicht, örtlich verspricht der Netzbetreiber auch bis zu 2 Mbit/s im Upload.

Bis Ende 2010 will die Telekom ihr gesamtes UMTS-Netz mit HSDPA und HSUPA ausstatten. Dann sollen Telekom-Kunden vielerorts im Internet surfen können wie über DSL im Festnetz. Außerdem will die Deutsche Telekom in Kürze regional den Startschuss für HSPA+ mit Bandbreiten von bis zu 21 Mbit/s geben, bis Ende des Jahres sollen die Übertragungsraten dann auf 42 Mbit/s gesteigert werden.

Vodafone

Der Düsseldorfer Netzbetreiber bietet eine ähnlich gute UMTS Netzabdeckung. Schon seit längerem sind nahezu bundesweit im D-Netz von Vodafone bis zu 3,6 Mbit/s im Downstream und 1,45 Mbit/s im Upload möglich. In zahlreichen deutschen Städten und Ballungsräumen stehen dank HSDPA und HSUPA sogar bis zu 7,2 Mbit/s bei Downloads und bis zu 3 Mbit/s bei Uploads zur Verfügung. An stark frequentierten Orten wie Flughäfen und großen Bahnhöfen seien heute schon Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 Mbit/s bei Downloads möglich. Der in der Praxis erreichbare Speed liegt in der Regel aber tiefer, etwa bei 10 Mbit/s.

o2

o2 erreicht mit seinem UMTS-Mobilfunknetz eigenen Angaben zufolge derzeit etwa 63 Prozent der Bevölkerung. Bis Ende des Jahres will der Münchner Netzbetreiber den Anteil auf über 70 Prozent steigern. Die UMTS Netzabdeckung ist bisher vor allem in Ballungsräumen gegeben. Dort werden bis zu 7,2 Mbit/s bei Downloads und bis zu 2 Mbit/s bei Uploads erreicht. In einem Stadtteil von München laufen derzeit Tests mit einem mobilen HSPA+ Datennetz. Damit sollen Downloads auf bis zu 28 Mbit/s und Uploads auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt werden.

E-Plus

Im Netz von E-Plus steht bisher nahezu flächendeckend nur der Datenbeschleuniger EDGE zur Verfügung. Nutzer können so vielerorts mit bis zu 240 Kbit/s im mobilen Internet surfen. UMTS ist bisher vor allem in Ballungsräumen verfügbar, der Düsseldorfer Netzbetreiber ermöglicht hierbei aber maximal 384 kbit/s bei Downloads. Der schnellere Mobilfunkstandard HSDPA könne zwar mittlerweile schon in einigen Städten fürs mobile Surfen genutzt werden, bei der Geschwindigkeit werde aber maximal 500 kbit/s erreicht.

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