Ausgebremst

UMTS und LTE - warum es nicht ohne Drosselung geht

Wer zuhause mit seinem DSL-Anschluss im Internet surft, hat meist eine Flatrate und ist es gewohnt, ohne Volumendrosselung so viel surfen zu können, wie er möchte. geht man jedoch über Mobilfunk online, sieht die Sache anders aus: Ohne Drosselung geht hier nichts.

Funkmast© jomar / Fotolia.com

Linden (red) - Doch warum wird Internet über Mobilfunk gedrosselt, sprich: warum wird ab einem bestimmten Datenvolumen die Geschwindigkeit reduziert oder der Zugang sogar komplett eingestellt? Zuhause, mit einem DSL-Anschluss oder Kabelinternet-Zugang, bekommt man doch auch annähernd die gebuchte Geschwindigkeit - und an der ändert sich nichts, egal wie viel Traffic man über Downloads, Video-Streams oder Bilder-Uploads verursacht. Während man also mit einem stationären Internetanschluss ohne Datenlimit surfen kann, wird beim mobilen Internet gedrosselt. Tarife.de erklärt, warum das so ist.

UMTS oder LTE ohne Drosselung gibt es nicht

Beim mobilen Internet über UMTS, meist mit Handy oder Laptop genutzt, kann man zwar sogenannte "Flatrates" buchen, aber surfen ohne Grenzen ist dann doch nicht drin: Je nach dem gebuchten Inklusivvolumen wird nach Erreichen dieser Datenmenge die Geschwindigkeit drastisch gedrosselt. Wer vorher mit mehreren Mbit/s unterwegs war, wird meist auf die Geschwindigkeit des Technikstandards GPRS heruntergebremst, was mit ISDN-Schneckentempo vergleichbar ist. Da macht das mobile Internet keinen Spaß mehr. Kann man das ändern? Gibt es UMTS ohne Drosselung?

Kurz und schmerzlos: Nein. Es gibt keine Tarife ohne Drosselung. Bevor man sich für einen Tarif entscheidet, sollte man also überlegen, wie viel Datenvolumen man benötigt – je mehr, desto teurer ist normalerweise der Tarif fürs mobile Surfen. Gängige Datenmengen, bis zu denen man ohne Drosselung und also mit UMTS-Speed (in der Regel 3,6 bis 7,2 Mbit/s) surfen kann, sind etwa 200 MB, 500 MB oder ein bis 5 GB für Handytarife, bei Tarifen fürs Surfen per LTE zuhause sind es vornehmlich 5, 10 oder 15 GB.

Warum wird mobiles Internet immer gedrosselt

Warum aber wird mobiles Internet gedrosselt - und das ausnahmslos in jedem Tarif und bei jedem Provider? Das liegt unter anderem daran, dass sich beim Mobilfunk-Internet mehrere Nutzer eine gleiche "Zelle" teilen. Von dieser Zelle hängt ohnehin der Surfspeed ab; sind zu viele Nutzer gleichzeitig online, macht sich das in einem langsameren Datenaufbau bemerkbar - schließlich müssen sich alle eingewählten Nutzer die Kapazität des Netzes teilen. Man kennt diesen Effekt übrigens vom SMS-Versand an Silvester. Wer um Mitternacht in einem Ballungszentrum eine Kurznachricht verschicken möchte, muss es oftmals mehrmals versuchen, weil das Netz schlichtweg überproportional frequentiert wird und letztlich auch überlastet ist.

Um nun zu verhindern, dass das Netz völlig überlastet wird, werden die Nutzer nach dem Verbrauch einer bestimmten Datenmenge gebremst. Da auch LTE eine Mobilfunktechnik ist, werden hier ebenfalls noch keine Tarife ohne Drosselung angeboten.

Würde man UMTS oder LTE ohne Drosselung anbieten wollen, müsste man die Netze so gut auszubauen, dass sie viele Nutzer auf einmal verkraften, ohne dass es nennenswerte Einbußen bei Geschwindigkeit und Qualität der Verbindung gibt. Auch der gleichzeitige Ausbau von Alternativen wie Glasfaseranschlüssen spielt hier eine Rolle. Doch der Netzausbau ist teuer, zumal auch die Nachfrage wächst. Wer viel Datenvolumen ohne Drosselung will, muss also auch entsprechend zahlen.

Ärgerlich: Kein LTE ohne Drosselung

Besonders ärgerlich finden viele, dass es kein LTE ohne Drosselung gibt. Bei UMTS mag man sich noch damit abfinden, da es meist unterwegs genutzt wird und die Internetaktivitäten nicht so umfangreich ausfallen wie zuhause.

LTE jedoch wird als DSL-Ersatz gepriesen und ist deshalb auch auf die Nutzung in den eigenen vier Wänden ausgelegt. Zudem wird, wenn von den Möglichkeiten von LTE geschwärmt wird, oft angeführt, dass gerade datenintensive Anwendungen wie Videos und Filme damit problemlos möglich sind. Lädt sich der Nutzer jedoch solche Datenmengen herunter, ist er ganz schnell beim Limit angelangt und die Drosselung greift.

Man kann nur hoffen, dass der Ausbau weiter vorangeht und mehr Wettbewerb und Tarifauswahl Einzug halten - damit endlich Schluss ist mit der leidigen Drosselung.

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