Grundlagen

Übers Internet telefonieren: Darauf sollte man achten

Internet-Telefonie boomt: Mit VoIP kann man teilweise sogar kostenlos telefonieren. Der Branchenverband Bitkom erklärt, welche technischen Voraussetzungen für VoIP nötig sind, welchen Vorteil 032er-Rufnummern haben und welche Alternativen zu VoIP es gibt.

VoIP-Vergleich© goodluz / Fotolia.com

Berlin (red) - 2001 werden in Deutschland 11,2 Millionen Nutzer regelmäßig über das Web telefonieren. Das entspricht einem Anstieg um 13,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Bitkom unter Berufung auf aktuelle Daten des European Information Technology Observatory (EITO) berichtet. Für alle, die noch Informationsbedarf haben, werden hier einige Grundlagen erklärt:

Technische Voraussetzungen

Für VoIP ist ein schneller Internetzugang per DSL oder Kabel notwendig. Langsame Internetverbindungen unter einem Mbit/s werden nicht von allen Anbietern unterstützt, zudem leidet die Sprachqualität. Ein günstiger Internetzugang, am besten eine Flatrate, ist ratsam. Wer am PC telefoniert, sollte möglichst über einen Kopfhörer mit Mikrofon (Headset) verfügen.

Das alte Telefon für VoIP aufrüsten

Wer beim Umstieg auf Internet-Telefonie keine neuen Geräte anschaffen will, benötigt einen VoIP-Adapter. Herkömmliche Festnetz- und Schnurlos-Telefone sowie Telefonanlagen können so weiter genutzt werden. Im einfachsten Fall ist der VoIP-Adapter in das Internetmodem integriert. Solche Zugangsboxen bieten viele Telefon- und Internet-Anbieter beim Abschluss eines Vertrags mit Mindeslaufzeit an.

Nicht immer ist VoIP die günstigste Lösung

Der VoIP-Anbieter kann, er muss aber nicht identisch sein mit dem Internetprovider. Die nötigen Verträge können bei zahlreichen Anbietern abgeschlossen werden. Dabei gibt es die Auswahl zwischen Pauschaltarifen für Gespräche ins Festnetz und Tarifen, die nach Minuten abgerechnet werden. Welches Modell am günstigsten ist, hängt vom eigenen Verhalten beim Telefonieren ab. Beim Vergleich hilft ein VoIP-Tarifrechner. Man sollte auch darauf achten, was Anrufe zu Handys und ins Ausland kosten. Es lohnt sich zudem, zu prüfen, ob es beim bisher genutzten Festnetzanbieter oder über Call-by-Call nicht ähnlich niedrige Tarife gibt.

032-Nummer oder die alte Nummer behalten?

Bei Abschluss eines VoIP-Vertrages kann der Kunde seine Telefonnummer in der Regel zum neuen Anbieter mitnehmen oder er bekommt eine neue Rufnummer. Diese hat je nach Anbieter die gewohnte Ortsvorwahl, die vom Wohnsitz abhängig ist, oder eine spezielle 032-Vorwahl. Dabei ist zu beachten, dass die Kosten für Anrufe zu solchen Nummern variieren können. Oft sind Anrufe zu 032-Anschlüssen nicht in den Flatrates für Festnetzgespräche enthalten, weil diese nur für normale Ortsvorwahlen gelten. Ein Vorteil der 032-Nummer ist, dass sie nicht ortsgebunden ist. Wer umzieht, kann sie quer durch Deutschland mitnehmen.

Kostenlos telefonieren mit Skype & Co.

Völlig kostenfrei kann im Internet über Sofortnachrichten-Dienste (z.B. Skype, ICQ, Windows Live Messenger, Mac Messenger) telefoniert werden. Für solche Gratistelefonate müssen beide Gesprächspartner vor dem PC sitzen und beim gleichen Dienst angemeldet sein. Dann ist mit einer Webcam sogar Videotelefonie mit mehreren Gesprächsteilnehmern möglich. Anrufe zu normalen Telefon- oder VoIP-Anschlüssen sind damit aber gar nicht oder nur gegen zusätzliche Gebühren möglich.

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