Schadensbegrenzung

Tipps bei Ärger mit dem DSL-Anbieter

Fast jeder will eine schnelle Leitung, doch nicht alle bekommen sie. Und wenn man sie schließlich hat, bleibt Ärger nicht aus. Was man tun kann, wenn es knirscht im DSL-Getriebe oder wenn der Anbieter nicht so will, wie man sich das vorstellt, lesen Sie hier!

Netzwerkkabel© emevil / Fotolia.com

Nach wie vor boomt die DSL-Technologie unglaublich; so gut wie jeder, der die Technik kriegen kann, will sie auch haben. Das führt teilweise zu großen Problemen - man erinnere nur an den Auftragsstau bei der Telekom Ende 2007, der zu wochenlangen Wartezeiten vor allem von Kunden alternativer Anbieter geführt hatte.

Auch wenn solche Fälle für den Kunden höhere Gewalt bedeuten, so kann man doch einiges tun, um möglichen Ärger klein zu halten und Verzögerungen im Idealfall erst gar nicht entstehen zu lassen. So sollte man einen Neuauftrag natürlich möglichst zeitig stellen. Doch auch Bestandskunden haben Pflichten, die nicht immer bekannt sind. Worauf man als Kunde achten sollte!

  • Fehlerhafte Rechnungen nicht einfach stornieren. Auch wenn die Rechnung falsch ist, so darf man nicht einfach gar nicht bezahlen, denn die Rechnung hat immer auch einen unstrittigen Teil. Das gilt insbesondere dann, wenn man die bereits abgebuchte Rechnung von der Bank zurückbuchen lässt. Dann droht eine Kündigung des DSL-Vertrags, das ist rechtens. Am besten sollte man einen falschen Rechnungsposten schriftlich beanstanden. Im Zweifelsfall kann ein Mahnbescheid helfen.
  • Ein Fax ist besser als eine Mail. Wichtige Schreiben sollten sowieso immer in Briefform und per Anschreiben verschickt werden. Bei weniger wichtigen Anliegen sollte man faxen und nicht mailen, denn Mails werden häufig mit einem Standard-Antwortschreiben versehen und, wenn überhaupt, mit Verzögerung bearbeitet. Wenn man faxt, hat man zum einen die Schriftform eingehalten und zum anderen auch eine Empfangsbestätigung.
  • Auf Details beim Installationsservice achten. Mittlerweile bieten einige DSL-Anbieter eine "kostenlose" Installation an, doch diese beinhaltet nicht unbedingt das, was der Kunde sich darunter vorstellt. So wird die Installation manchmal über eine kostenlose Hotline von einem Techniker begleitet, teilweise aber auch vor Ort durchgeführt. Man sollte das Kleingedruckte genau lesen. Zudem beschränken die Anbieter diesen Service gern auf bestimmte Tarife.
  • Checken, welche Bandbreite ankommt. Wenn beispielsweise nur die Hälfte des versprochenen Speeds ankommt, so ist das für den Kunden ärgerlich, doch ein Sonderkündigungsrecht beinhaltet das keineswegs. Die Anbieter sichern sich mit "bis zu"-Formulierungen ab. Man sollte also vor Vertragsabschluss zu unterschiedlichen Zeiten verifizieren, welche Bandbreite der eigene Anschluss überhaupt ermöglicht. Wenn etwa die Telekom kein DSL 6000 zur Verfügung stellen kann, kann Arcor es auch nicht. Unter www.speedreport.de kann man einen solchen Check durchführen.
  • Auf passende Hardware achten. Nicht immer ist der Anbieter schuld, wenn zu wenig Geschwindigkeit beim Kunden zu Hause ankommt. So sollte man etwa bei WLAN-Routern darauf achten, dass die Antennen sich nicht gegenseitig stören und verschiedene Antennenpositionen ausprobieren. Geräte mit dem neuen Standard IEEE-802.11n sollten möglichst auch das Fünf-Gigahertz-Frequenzband unterstützen, das nicht so überfüllt ist wie das 2,4-Gigahertz-Band.
  • Eigene Fehlerquellen vorab checken. Erst wenn man sich wirklich sicher ist, dass der Fehler nicht bei einem selbst liegt, sollte der Provider kontaktiert werden. Es kommt gar nicht mal so selten vor, dass ein Stecker nur lose eingesteckt wurde. Da bei vielen Providern eine Entstörung nur über 0900er- oder 0180er-Nummern möglich ist, sollte man diese wirklich nur im Notfall anrufen - oder aber sich den Anbieter auch nach seinem Serviceverhalten (und den entsprechenden Kostenfaktoren) aussuchen. Telefongebühren für anerkannte Reklamationen kann man übrigens zurückverlangen.

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