Freie Preiskultur

Teurer Spaß: Mit dem Handy Servicenummern anrufen

Wer statt vom Festnetz vom Handy aus Servicenummern anruft, erlebt bei seiner Handyrechnung oft eine böse Überraschung. Denn die Preise für die Nummern sind meist nur fürs Festnetz angegeben, für Handynutzer kann der Minutenpreis bis zu 25 Mal höher sein.

Handytarife© Cheyenne / Fotolia.com

Linden (red) - 0180-x-Nummern sind vor allem für Service- oder Bestell-Hotlines gedacht. Mit solchen Nummern haben Unternehmen die Möglichkeit, in ganz Deutschland unter einer einheitlichen Telefonnummer erreichbar zu sein. Doch billig sind Anrufe bei solchen Nummern insbesondere für Handykunden nicht. Gerade bei Discounttarifen kommt es häufig vor, dass Servicenummern nur zu sehr teuren Konditionen angerufen werden können.

Anrufe vom Handy aus sind frei tarifierbar

Es gibt bei 0180-x-Servicenummern die Rufnummerngassen 0180-1 bis 0180-5. Wie viel die Servicenummer vom Festnetz aus in der jeweiligen Nummerngasse kostet, hat die Bundesnetzagentur bestimmt. Die Preise für Anrufe vom Handy aus wurden jedoch nicht festgelegt; es steht dem Unternehmen frei, welchen Preis es pro Minute nimmt. Gleiches gilt für die Verpflichtung, den Preis pro Minute anzugeben - auch dieses ist nur für Anrufe aus dem Festnetz festgelegt worden. Für eine Verbindung aus dem Mobilfunknetz findet sich meist nur ein Hinweis auf "abweichende Kosten".

Handynutzer zahlen einen deutlich höheren Preis

Der Minutenpreis für Anrufe bei Sonderrufnummern aus den Handynetzen steht oftmals im Kleingedruckten oder den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen Mobilfunkanbieters. Dass diese Preise von den Unternehmen nicht zuvorderst kommuniziert werden, hat seinen Grund: Der Minutenpreis aus dem Handynetz kann bis zu 25-mal höher sein als der aus dem Festnetz.

Warteschleifen werden manchmal auch berechnet

Hinzu kommt, dass nicht immer im Vorherein erkennbar ist, ab wann die Minuten berechnet werden. Es kann vorkommen, dass sich auch Wartezeiten in den Gesprächskosten niederschlagen. Es ist also Vorsicht geboten. Des Weiteren werden die Kosten, die durch Servicenummern entstehen, nicht durch eine Flatrate abgedeckt - denn so genannte Sondernummern sind weder im Kontingent für eine Festnetz-Flatrate noch in dem einer Handy-Flatrate enthalten.

Falls möglich, sollte man Servicenummern also vom Festnetztelefon aus anrufen. Ab März 2010 hat die freie Preiskultur allerdings ein Ende, denn dann legt die Bundesnetzagentur den maximalen Preis für eine Servicenummer auf 42 Cent pro Minute fest.

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