Rückblick

Telefonie auf der Überholspur: 10 Jahre freier Telefonmarkt

Zehn Jahre ist es her, dass am 1. Januar 1998 der deutsche Telefonmarkt für neue Anbieter geöffnet wurde. Seither sind die Preise radikal gefallen, und völlig neue Techniken hielten Einzug. Wir blicken zurück auf eine rasante Entwicklung!

Festnetztelefon© Edler von Rabenstein / Fotolia.com

Kaum zu glauben, dass man vor der Öffnung des Telefonmarktes in Deutschland für ein Inlandstelefonat 31 Cent gezahlt hat - heute zahlt man im offenen Call-by-Call rund einen Cent, im Standardtarif der Telekom zwischen 1,5 und 4,9 Cent pro Minute. Auslandsgespräche waren noch deutlich teurer: Heute telefoniert man in die USA mit einem günstigen Tarif für einen Cent pro Minute, vor zehn Jahren wurden 74 Cent je Minute fällig. Zum 1. Januar 1998 begann sich das zu ändern, dann fiel der Startschuss für die Öffnung des deutschen Telefonmarktes.

Preise im freien Fall

In den vergangenen zehn Jahren sind jedoch nicht nur die Minutenpreise radikal gefallen (was man von Fixkosten wie denen für den Anschluss indes nicht sagen kann), vielmehr wurde der gesamte TK-Markt radikal umgewälzt. Dazu haben zum einen die vielen neuen Anbieter beigetragen, die für eine starke Konkurrenz etwa bei den Telefon- und Internetminuten sorgten. Heute gibt es auf dem deutschen Markt rund 2300 TK-Provider, die Netze und/oder Dienste anbieten.

Siegeszug der Flatrate

Zudem hat auch die Technik in den vergangenen zehn Jahren einen riesigen Sprung getan. Heute sind auf dem Mobiltelefon - eine stabile UMTS-Verbindung vorausgesetzt - Bandbreiten möglich, die in Vor-UMTS- und -DSL-Zeiten nicht einmal einem Desktop-Bürorechner zur Verfügung standen. In den vergangenen zehn Jahren wurden aber nicht nur Surfen und Telefonieren immer billiger bzw. schneller, auch die Art der Tarife änderte sich grundlegend. Heute ist eine Flatrate beim Internet Standard, und auch immer mehr Telefonkunden entscheiden sich für einen Pauschaltarif.

Ausblick

Die Zukunft wird mehr und mehr den mobilen Verbindungen gehören, da ist man sich in der Branche sicher. Längst hat der Laptop den Desktop-Rechner abgelöst, und auch bei der Telefonie stellen insbesondere viele junge Kunden ihre Verbindungen nur noch via Handy her - das Festnetz rutscht, abgesehen vom terrestrischen DSL, seit einigen Jahren mehr und mehr in die Krise. Dazu haben nicht nur die gesunkenen Handytarife, sondern auch der Siegeszug der Internettelefonie beigetragen. Künftig soll nicht nur die Telefonie, sondern auch die Internetnutzung immer mobiler werden. Die Provider gehen (stark von dieser Hoffung beseelt, versteht sich) sogar davon aus, dass die mobile Mail künftig die SMS als wichtigsten Kommunikationsweg auf dem Handy ablösen wird.

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