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Stürme über Deutschland: Wer zahlt die Schäden?

Deutschland wird immer öfter von schweren Stürmen und Orkantiefs heimgesucht. Wetterexperten zufolge hängt das mit den sich wandelnden Klimaverhältnissen zusammen. Die Folgen sind oft Schäden an Autos oder abgedeckte Hausdächer. Eine Versicherung reicht da oft nicht aus.

Orkan© maldesowhat / Fotolia.com

Linden (red) - In aller Regel ist die Regulierung von Sturmschäden ein Fall für die Versicherung, doch meist reicht eine Police alleine nicht aus, wenn man wirklich umfassend gegen alle möglichen Schäden geschützt sein möchte. So haften für Sturmschäden in der Regel Gebäude-, Hausrat- oder Kaskoversicherung, je nachdem, welcher Schaden entstanden ist. Von Sturm spricht man allerdings erst ab Windstärke acht, also dann, wenn der Wind eine Geschwindigkeit von mindestens 63 Stundenkilometern erreicht hat.

Wer Genaueres erfahren will, kann Informationen zum Thema Windgeschwindigkeit und Sturmschäden auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes finden.

Daten der nächsten Wetterstation zählen

Nachweisen muss man den Sturm in den meisten Fällen jedoch nicht, denn den Versicherern reicht es fast immer aus, wenn bei der nächstgelegenen Wetterstation eine hohe Sturmstärke gemessen wurde oder wenn in der Nachbarschaft ebenfalls Sturmschäden zu vermelden sind. Welche Versicherung wann haftet, dazu gibt es verschiedene Tipps von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) und einigen Versicherern, wie der HUK Coburg. Demnach reicht es nicht aus, nur eine Police zu besitzen.

Welche Versicherungen bei Sturmschäden haften:

Bei Schäden, die durch Sturm oder Hagel an Wohngebäuden entstehen, haftet in der Regel die Gebäudeversicherung. Daher sollten gerade Hausbesitzer unbedingt eine solche Versicherung haben, wenn durch einen Sturm beispielsweise das Dach abgedeckt wird oder der Schornstein Schaden nimmt. Auch wenn ein Baum aufs Dach fällt, tritt die Versicherung in Haftung.

Gebäude- und Hausratversicherung sollte man haben

Werden hingegen Dinge aus dem Hausrat Opfer des Sturms, beispielsweise weil Fenster kaputt gingen und Regen ins Gebäude eindringen konnte, dann ist das Ganze auch ein Fall für die Hausratversicherung. Gerade wenn der Sturm ein Dach abdeckt, werden in der Folge oft auch Gegenstände des Hausrats in Mitleidenschaft gezogen. Die Hausratversicherung haftet allerdings nur dann, wenn alle Fenstern und Türen im Haus sorgfältig verschlossen waren.

Bei Gartenmöbeln gilt: Die Versicherung zahlt nur, wenn diese während des Sturms sicher untergebracht waren, beispielsweise in einem Schuppen oder Keller. In der Regel zählen zum versicherten Hausrat übrigens auch Fernseh- und Rundfunkantennen, Satellitenschüsseln sowie Markisen.

Wenn es das Auto getroffen hat

Ist das eigene Auto betroffen, dann braucht man eine Teilkasko-Versicherung, um den Schaden zu regulieren. Gerade wenn das Auto im Freien geparkt ist, können in Folge eines Sturms schwere Schäden entstehen, beispielsweise durch herabfallende Ziegel oder Äste. Allerdings ist immer nur der aktuelle Zeitwert des Autos versichert. Hat man mit der Versicherung eine Selbstbeteiligung vereinbart, wird diese von der Schadenssumme abgezogen.

Was für Grundstücksbesitzer wichtig werden kann

Für alle, die ein eigenes Grundstück mit Baumbestand besitzen, gilt: In manchen Fällen muss auch der Baumbesitzer haften, zum Beispiel wenn der umgefallene Baum morsch war. In solchen Fällen bewährt sich für den Grundstücksbesitzer eine private Haftpflichtversicherung, die für die entstandenen Schäden eintritt.

Schäden sollten umgehend gemeldet werden

Wichtig ist es, die Schäden umgehend bei der jeweiligen Versicherung zu melden. Wer einen Schaden zu melden hat, sollte außerdem alles vermeiden, was die Feststellung des Schadens durch einen Gutachter beeinträchtigen könnte. Insofern sollte man umfangreiche Aufräumarbeiten auf später verschieben. Anders gelagert ist der Fall jedoch, wenn durch herumliegende Gegenstände oder ähnliches eine Gefahrenquelle entstehen würde, in diesem Fall darf diese beseitigt werden.

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