Noch Platz nach oben

Studie belegt: Sinkende Preise = intensivere Handynutzung

Die Discounter wollen es schon immer gewusst haben, jetzt hat eine unabhängige Studie ihr Geschäftsmodell bestätigt: Tatsächlich wird das Handy bei sinkenden Preisen deutlich intensiver genutzt. Und nicht nur das: Meist sinkt trotz der Mehrnutzung auch noch die Handyrechnung.

Handyfunktionen© Elenathewise / Fotolia.com

Noch vor zwei Jahren wurde der deutsche Mobilfunkmarkt für gesättigt gehalten - seit dem Markteintritt der Discounter wissen wir, dass das eine Fehleinschätzung war.

Obwohl statistisch gesehen mittlerweile jeder Bundesbürger ein Handy hat, ist der Markt nach wie vor in Bewegung. Ginge es nach den Mobilfunkern, müsste sich allerdings noch viel mehr tun: Denn in Deutschland werden nach wie vor vergleichsweise wenig Handytelefonate geführt; bisweilen wird die Nutzung von Diensten und Funktionen des Handys hierzulande sogar als "unterentwickelt" im Vergleich zu wichtigen europäischen Märkten bezeichnet.

Studie belegt: Die Kosten sind der springende Punkt

Eine neue Studie hat jetzt belegt, dass tatsächlich der Kostenfaktor als größtes Hindernis für eine intensive Mobilfunknutzung in Deutschland anzusehen ist. Kommunikationswissenschaftlerin Kerstin Döring von der Universität München konnte durch die Befragung von rund 350 Nutzern eines Handy-Discounttarifs nachweisen, dass die Handynutzung steigt, sobald die Kosten merklich sinken.

Insgesamt gaben zwei Drittel der Befragten an, im Monat nicht mehr als 20 Euro aufs Handy aufzuladen. 68 Prozent der Teilnehmer erklärten, zum jetzigen Zeitpunkt etwas weniger bzw. sehr viel weniger für ihre Handyrechnung auszugeben als zu der Zeit, als sie noch nicht den Discount-Tarif hatten. Und das, obwohl mehr als die Hälfte der Befragten inzwischen das Handy intensiver nutzt: 51 Prozent konstatierten, seit der Anschaffung des Discount-Tarifs öfter mit dem Handy zu telefonieren als früher (51 Prozent). Diese Gespräche dauerten auch länger als früher, sagten 49 Prozent.

Man greift lockerer als vorher zum Handy

Es zeigt sich also ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen den gesunkenen Kosten und einer gleichbleibenden oder sogar gestiegenen Nutzung. Die Befragten fühlen sich auf Grund der geringeren Kosten offenbar weniger gehemmt und greifen nun selbstverständlicher zum Handy als in der Vor-Discount-Zeit.

Abschaffung des Festnetzes zieht noch nicht an

Die intensivere Nutzung des Handys führt allerdings der Studie zufolge (noch) nicht so weit, dass sich ein hoher Prozentsatz der Befragten dazu entschließen würde, das Festnetz gleich ganz abzuschaffen und nur noch mit dem Handy zu telefonieren. Das dürfte jedoch nicht nur eine Frage der Gesprächsgebühren sein, sondern größtenteils mit der Internet-Nutzung zusammenhängen, die in der Regel an einen Festnetzanschluss gebunden ist. Das konstatiert auch Döring.

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