Wohnungswechsel

So funktioniert der Stromanbieterwechsel beim Umzug

Prinzipiell kann man immer seinen Stromanbieter wechseln, sofern die Vertragslaufzeit bedacht wird. Bei einem Umzug bietet sich der Stromanbieterwechsel jedoch geradezu an, da man ohnehin die Zähler ablesen und alles ummelden muss.

Umzug© lassedesignen / Fotolia.com

Linden (red) - Wer umzieht, hat Stress. Deshalb ist es anzuraten, alle Aktivitäten, die nicht an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Stunde stattfinden müssen, in ein ruhiges Zeitfenster beispielsweise am Abend zu legen. Der Stromanbieterwechsel, den man möglicherweise im Zuge des Wohnungswechsels plant, gehört auch dazu. Die Wechselformalitäten können komplett online erledigt werden, wenn man das möchte, man kann aber auch wie früher einen Brief mit der Post schicken. Am bequemsten führt man den Wechsel sicherlich am eigenen Rechner durch.

Vorab: Passenden Anbieter heraussuchen

Bevor man jedoch wechseln kann, gilt es einen neuen Anbieter zu finden. Über einen Stromanbietervergleich kann man herausfinden, welche Anbieter mit welchen gewünschten Leistungen unter der neuen Adresse zu finden sind. Die Auswahl ist groß; so gibt es beispielsweise schon etliche Ökostromanbieter mit strengen Zertifikaten, die bundesweit verfügbar sind. Doch auch wer einen anderen Strommix bevorzugt, hat genug Auswahl. Hat man den passenden Tarif gefunden, sollte die Anmeldung erfolgen. Wenn man nicht im Rahmen eines Sonderkündigungsrechts seinen Vertrag kündigt und den Anbieter wechselt, sollte man alle Formalitäten (also auch die Kündigung des Altvertrags) den neuen Anbieter erledigen lassen. Kündigt man jedoch mit einer sehr kurzen Frist – wie beim Sonderkündigungsrecht nach einer Preiserhöhung häufig der Fall -, so sollte man zur Sicherheit selbst seinem bisherigen Anbieter kündigen und den Stromanbieterwechsel nicht den neuen Versorger erledigen lassen. Sonst könnte die Zeit zu knapp werden.

Möglichst zeitig kündigen

Weiß man schon vorab, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt umzieht, könnte die Anmeldung beim neuen Anbieter idealerweise drei bis sechs Wochen vorher erfolgen. Solch eine Frist sollte man auch dann einhalten, wenn man "nur" umzieht und nicht auch den Anbieter wechselt. So ergeben sich im Regelfall keine Verzögerungen. Doch selbst für den Fall, dass der neue Anbieter ziemlich überlastet ist und die Flut an Neuverträgen nicht rechtzeitig bearbeiten kann, braucht man keinen Stromausfall zu befürchten. Kommt der neue Anbieter nicht mit der Lieferung nach, springt der örtliche Grundversorger ein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt bei einem Wechsel des Gasanbieters gleichermaßen. Solche Engpässe gab es beispielsweise in den Wochen nach dem Atomunfall in Fukushima, als plötzlich sehr viele Verbraucher wegwollten vom Atomstrom und manche Ökostrom-Anbieter ganz gut ins Schwitzen brachten.

Welche Daten man beim Stromanbieterwechsel braucht

Wenn der Tag des Umzugs gekommen ist, sollte man kurz vorher den Stromzähler in der alten Wohnung ablesen und den Zählerstand protokollieren. Das kann auch ruhig einen Tag vorher oder nachher passieren, so viel Strom verbraucht man an einem einzelnen Tag nicht. Es empfiehlt sich, die Zahl vom Vermieter oder vom Nachmieter bestätigen zu lassen. Diesen Zählerstand teilen Sie auf Anfrage dem alten Anbieter mit, damit dieser weiß, bis wann Sie den Strom von ihm bekommen haben. In der neuen Wohnung gilt genau das Gleiche: Sie notieren sich den Zählerstand dort ebenfalls, damit Sie wissen, ab wann der Zähler sich auf Ihre Kosten dreht. Diese Zahl teilen Sie Ihrem neuen Versorger mit. In beiden Fällen sollte man daran denken, nicht nur den Zählerstand, sondern auch die Zählernummer zu übermitteln. Jeder Stromzähler in Deutschland hat eine eigene Nummer. Wichtig für den Stromanbieter ist natürlich auch das Einzugs- bzw. Umzugsdatum.

Falls Sie es nicht geschafft haben, noch vor dem Umzug Ihren Stromanbieter zu wechseln, ist das natürlich auch nach dem Umzug noch möglich. Am besten sollte der Wechsel innerhalb der ersten vier Wochen im neuen Zuhause erfolgen. Wenn man zwischendurch in die Grundversorgung gefallen ist, weil eine Anmeldung beim neuen Anbieter so schnell wie gewünscht nicht möglich war, ist das kein Beinbruch. Dort kann man bei einem Umzug innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist wieder kündigen. Meist übernimmt auch das der neue Versorger.

Mehr zum Thema
  • Laufzeitverlängerung

    Fukushima

    11. März 2011 in Fukushima: Nach einem schweren Erdbeben erreicht ein Tsunami die kleine Provinz und richtet auch im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi irreparable Schäden an, die zur Kernschmelze führen sollten.

    weiter
  • Strompreise

    Grundversorgung

    Der Begriff Grundversorgung bezeichnet die Verfügbarkeit wichtiger Infrastruktur und gewissen Dienstleistungen. Oft wird der Begriff im Zusammenhang mit Energie benutzt. Hier ist die Grundversorgung in der Regel eine der teureren Alternativen.

    weiter
  • Stromtarife

    Stromzähler

    Jeder hat ihn irgendwo im Haus versteckt und viele fragen sich sicherlich, wie genau er denn nun funktioniert. Was es mit dem Stromzähler auf sich hat, wie man ihn abliest und was moderne Stromzähler besser können, lesen Sie hier.

    weiter
Top