Stromsperre

Was tun, wenn der Versorger den Strom abschaltet?

Tausenden Verbrauchern wird jedes Jahr der Strom abgeschaltet, weil sie ihre Rechnung nicht bezahlt haben. Wann der Stromanbieter eine Stromsperre verhängen darf, ist klar geregelt. Wann darf der Stromanbieter den Strom abstellen und was kann man tun, um das zu vermeiden?

GeldnotWenn der Versorger den Strom abschalten will, sollte man schnell aktiv werden.© Wavebreakmedia / Fotolia.com

Den Angaben des Deutsche Mieterbundes zufolge darf auch säumigen Kunden der Strom nicht einfach abgeschaltet werden, ebenso Gas, Wasser oder Fernwärme. Damit eine Stromabstellung überhaupt zulässig ist, muss der Zahlungsrückstand mindestens 100 Euro betragen.

Zunächst einmal müssten die Kunden gemahnt und ihnen der Zahlungsrückstand mitgeteilt werden. Nach der Mahnung wird dann die Sperre angekündigt, dies muss mit einer Frist von mindestens vier Wochen geschehen. Rückt die Versorgungsunterbrechung in Greifweite, muss der Betroffene erneut informiert werden, drei Tage bevor der Strom abgeschaltet wird.

Zusätzliche Kosten bei Stromsperre

Durch die Stromabschaltung und die anschließende Entsperrung des Anschlusses kommen weitere Kosten auf den Kunden zu. Im Schnitt betragen sie 32 Euro, es sind aber auch Fälle bekannt, bei denen deutlich mehr verlangt wurde. Einige Euro an Mahnkosten können ebenfalls dazukommen.

Was tun, wenn der Strom abgeschaltet werden soll?

Wer eine Mahnung im Briefkasten vorgefunden hat, sollte sie nicht einfach in eine Ecke legen und auf Besserung hoffen. Am besten ist es, wenn man das direkte Gespräch mit dem Energielieferanten sucht. Auch dieser hat grundsätzlich kein Interesse daran, die Stromzufuhr zu kappen. Schließlich geht ihnen dadurch ein weiterer Verdienst verloren. Oft lassen sich die Energieversorger auf Ratenzahlungen oder eine Verschiebung der Zahlungsfristen ein.

Hilfe von Behörden bei drohender Stromsperre

Wer glaubt, die Energiekosten nicht alleine stemmen zu können, kann sich Hilfe holen: Sowohl im Jobcenter, beim Sozialamt, bei Verbraucherzentralen als auch bei wohltätigen Organisationen wie der Caritas findet man Hilfe. Nach kostenlosen Beratungsgesprächen und Hilfe – wie zum Beispiel bei der Kommunikation mit dem Stromanbieter – können viele ihre Stromschulden bezahlen und eine Stromsperre doch noch vermeiden. Steht fest, dass man alleine nicht für die angehäuften Schulden aufkommen kann, kommen Zahlungshilfen durch unterschiedliche Träger in Betracht. Finanzielle Hilfe beantragt man beim Sozialamt.

Was, wenn der Strom schon abgeschaltet ist?

Ist mit dem Anbieter noch nicht alles geklärt und es wird dennoch der Strom abgeschaltet, sollte man sich rechtlichen Beistand holen. Steht man etwa im Winter und mit kranken Personen oder kleinen Kindern im Haus ohne Elektrizität da, kann auch eine einstweilige Verfügung Erfolg haben. Jedoch ist hier der Einzelfall entscheidend und man sollte einen Anwalt einschalten. Einen Beratungshilfeschein für eine kostenlose Beratung kann man beim Amtsgericht bekommen. In einfachen Fällen kann vielleicht auch dieses direkt Auskunft geben.

Günstige Stromtarife und gute Planung

Damit erst gar keine Mahnung ins Haus flattert, sollten besonders alle, die knapp bei Kasse sind, Ausschau nach einem günstigen Stromtarif halten. Schließt man einen neuen Stromtarif ab, sollte man seinen monatlichen Abschlag möglichst so gestalten, dass keine Nachzahlung am Jahresende fällig wird. Hier ist im Vorteil, wer seinen Stromverbrauch genau kennt. Ansonsten kann man sich an Durchschnittswerten orientieren. So geht man beispielsweise für einen Zwei-Personen-Haushalt von etwa 3500 Kilowattstunden im Jahr aus. Generell gilt: Lieber etwas mehr zahlen und am Jahresende Geld zurückbekommen als vor einer höheren Nachzahlung zu sitzen.

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