Die Folgen des Streiks

Streik: Was auf die Telekom-Kunden zukommen kann

Nach der mit 96,5 Prozent erfolgreichen Urabstimmung ist klar, dass die Deutsche Telekom den größten Streik seit der Privatisierung des Konzerns erleben wird. Doch wie sieht es auf Kundenseite aus, womit sollte man rechnen? Sind wirklich nur Businesskunden betroffen?

Telekom© Deutsche Telekom AG

Vorab wichtig zu wissen: Dieser Streik kann sich nicht nur auf Kunden auswirken, die einen Vertrag mit der Deutschen Telekom haben, sondern auch auf Kunden der Wettbewerber. Denn nahezu alle Telekom-Konkurrenten nutzen das Netz des Ex-Monopolisten zumindest auf der so genannten "letzten Meile" mit. Je nachdem, an welchen Stellen das Unternehmen bestreikt wird, könnten also auch Kunden der Konkurrenz Einschränkungen erfahren - zum Beispiel dann, wenn sie gerade einen Wechsel zu einem neuen Anbieter beantragen.

Wo soll gestreikt werden?

Nach bisherigem Kenntnisstand will sich ver.di hauptsächlich auf Geschäftskunden der Telekom konzentrieren, weil diese per se empfindlicher zu treffen sind als Privatkunden. Im normalen Betrieb dürfte sich nichts ändern, Probleme kann es allerdings bei der Behebung von Problemen und der Bearbeitung von Anträgen geben. Bestreikt werden sollen vor allem die Call Center und der technische Kundendienst, weil aus diesen Sparten die meisten Arbeitsplätze ausgegliedert werden sollen.

Inwiefern können auch Privatkunden betroffen sein?

Da genau die servicenahen Einheiten bestreikt werden, werden auch Privatkunden den Streik voraussichtlich zu spüren bekommen - etwa, wenn sie (noch) länger als sonst in der Warteschleife hängen oder der Techniker nicht zum vereinbarten Termin kommt. Wenig Sorgen müssen sich Handykunden des Konzerns machen, denn T-Mobile ist eine extra Sparte und gehört nicht zur Festnetztochter T-Com. Auch beim Service in den T-Punkten dürfte es wohl keine Probleme geben.

Wie reagiert die Telekom?

Medienberichten zufolge gibt sich Telekom-Chef René Obermann gelassen, zumindest nach außen hin befürchtet er keine großen Auswirkungen - weder auf den Konzern selbst, noch auf die Kunden. Die Telekom will den Streik mit Leiharbeitern überstehen, und natürlich kann Obermann auch auf die Beamten bei der T-Com zurückgreifen, die ja nicht streiken dürfen. Immer noch sind rund 40.000 Beamte im Magenta-Konzern beschäftigt, die meisten davon in der Festnetzsparte T-Com. Zudem sind nicht alle T-Com-Mitarbeiter in der Gewerkschaft. Zwar habe man, so ver.di-Verhandlungsführer Schröder am Donnerstag, auch bei den anderen Angestellten viel Unterstützung gefunden, doch ist fraglich, wer bereit ist, Lohnausfälle hinzunehmen. Denn Nicht-Gewerkschaftler bekommen für die Zeit, während der sie streiken, keinen Lohn.

Fazit

Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Sprich: In ein totales Service-Chaos wird die Telekom durch den Streik auf keinen Fall stürzen. Außerdem sind die Kunden in Sachen Service Kummer gewohnt - ähnlich wie bei vielen Wettbewerbern, die auch gelegentlich hoffnungslos überfordert sind.

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