Rechte

Stornieren, umbuchen, warten: Wenn die Lufthansa streikt

Ein Streik bei der Lufthansa stellt viele Reisende vor eine Verkettung von Problemen. Wer kümmert sich eigentlich um gestrandete Fluggäste, gibt es eine Entschädigung für die Passagiere und können sie darauf hoffen, ihr Geld wieder zurückzubekommen?

FlugzeugWenn die Lufthansa streikt, können Fluggäste bestimmte Rechte in Anspruch nehmen.© dell / Fotolia.com

Berlin – "Bei der Lufthansa wird erneut gestreikt" – So lautet eine Schreckensbotschaft, bei denen vielen Urlaubern das Blut in den Adern gefriert. Was können Reisende tun, damit nicht der gesamte Urlaub zu einem Ärgernis wird?

Woher bekomme ich die nötigen Informationen?

Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Bei Informationen aus dem Internet ist es sinnvoll, sich diese auszudrucken, um später einen Beleg zu haben.

Wie kann ich einen Lufthansa-Flug stornieren oder umbuchen?

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann.

Wer auf den Zug umsteigen will, muss sein Flugticket am Check-in-Automaten, am Lufthansa-Schalter, im Internet oder über das Callcenter der Airline gegen einen Reisegutschein für die Deutsche Bahn tauschen. Bei internationalen Zugverbindungen müssen die Reisegutscheine vor Fahrtantritt noch in einem DB-Reisezentrum oder einer DB-Agentur gegen eine Fahrkarte eingetauscht werden. Für Fahrten innerhalb Deutschlands ist das nicht nötig, Betroffene können dann mit dem Gutschein direkt in den Zug steigen.

Und wenn der Flieger nur verspätet startet?

Verspätet sich der Flug wegen des Streiks, stehen Betroffenen bestimmte Leistungen zu. Bei einer kürzeren Flugstrecke von maximal 1.500 Kilometern haben die Passagiere ab einer Verspätung von zwei Stunden Anspruch auf Betreuungsleistungen, also Telefonate, Getränke und Mahlzeiten. Ist der Flug zwischen 1.500 und 3.500 Kilometer lang, greift die Vorschrift ab einer Verspätung von drei Stunden, bei Langstreckenflügen von 3.500 und mehr Kilometern liegt die Grenze bei vier Stunden. Gegebenenfalls muss auch eine Übernachtung im Hotel bezahlt werden

Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und der Reisende ihn dann verpasst.

Welche Entschädigung kann ich bei einem Streik erwarten?

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein "außergewöhnlicher" Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks - wie zum Beispiel auch miserables Wetter - als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigung gibt es daher nicht.

Quelle: AFP

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