Wichtige Klauseln

Stolperfallen bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Gerade die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den Versicherungstypen, die gerne als Problemversicherung bezeichnet werden. Der Grund dafür ist in der Tatsache zu suchen, dass die Bedingungen, vor allem für Laien, nur schwer zu durchschauen sind. Deshalb sollte man auf folgende Dinge achten:

Gewerbetarife© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Linden (red) – Ein Problem ist der Zusatz "abstrakte Verweisung". Dieser sollte, wenn möglich, gar nicht erst in der Police enthalten sein. Hat man eine Verweisungsmöglichkeit im Vertrag festgehalten, steht dem Versicherer immer eine Art Hintertür offen, um sich aus der Verpflichtung, Zahlungen zu leisten, hinauszumogeln. Beispielsweise indem er darauf insistiert, dass der Versicherungsnehmer ja noch in einem andern Beruf arbeiten könne und somit eben eine Zahlung der Versicherung nicht benötige.

Schnellere Zahlung durch frühe Prognose

In jedem Fall sollte man bei seiner BU-Versicherung auf eine 6-Monats-Prognose bestehen. Diese garantiert, dass man von der jeweiligen Versicherung schon dann Geld erhält, wenn man voraussichtlich länger als sechs Monate nicht arbeitsfähig ist. Im Vergleich dazu wurde bei älteren Versicherungstypen erst dann von einer Berufsunfähigkeit ausgegangen, wenn diese langanhaltend sein würde, sprich: mindestens drei Jahre andauern sollte. Ob sechs Monate oder drei Jahre, Voraussetzung für eine Zahlung der Versicherung ist, dass der Arzt die Berufsunfähigkeit bescheinigt.

Versicherung sollte sich verpflichten, sofort zu zahlen

Viele Versicherer sehen in ihren Geschäftsbedingungen vor, dass die Rente erst nach einem Zeitraum von sechs Monaten gezahlt wird. Der Versicherungsnehmer kann, wenn er nicht genug eigene Rücklagen gespart hat, dadurch in große finanzielle Bedrängnis geraten. Deshalb sollte man bei Vertragsabschluss festlegen, dass die Rente sofort, nachdem die Berufsunfähigkeit festgestellt wurde, gezahlt wird. Dabei sollte man auch rückwirkende Zahlungen schriftlich verankern. Denn einer BU geht in der Regel eine lange Krankengeschichte voraus. Ohne rückwirkende Meldefristen zahlt die Versicherung nämlich erst ab dem Zeitpunkt, an dem die Berufsunfähigkeit gemeldet wurde. Auch dadurch verlieren Betroffene jede Menge Geld.

Entscheidungen dauern oft Monate

Wird bei der Versicherung ein Antrag auf Leistungen gestellt, dauert es oft Monate, bis eine endgültige Entscheidung fällt. Da in diesem Zeitraum Lohnfortzahlungen meist schon eingestellt wurden, kann es sein, dass der Versicherer seine Beiträge nicht mehr weiterzahlen kann. Damit die BU-Versicherung aber trotzdem ihre Gültigkeit behält, ist es wichtig, dass in den Versicherungsbedingungen eine Stundung der Beiträge vorgesehen ist. Außerdem sollte die Versicherung weltweit gelten. Denn wenn man eine Stelle im Ausland bekommt, erlischt der Versicherungsschutz bei vielen Versicherern immer noch. Im Falle einer BU hätte man dann keinen Anspruch auf eine Leistung.

Pflichten des Versicherungsnehmers

Natürlich hat nicht nur der Versicherer, sondern auch der Versicherungsnehmer bestimmte Pflichten. Im Fall der Berufsunfähigkeit muss hier vor allem die Auskunftspflicht angesprochen werden. So muss man wahrheitsgemäße Auskünfte über den aktuellen Beruf und die bisherige Krankengeschichte geben. Auch muss man dafür Sorge tragen, dass alle erforderlichen Unterlagen zeitnah und vollständig beim Versicherer eingehen. Weiterhin besteht eine generelle Mitteilungspflicht gegenüber der Berufsunfähigkeitsversicherung. Bei Änderungen, die im Zusammenhang mit dem Beruf stehen, ist man verpflichtet, dies dem Versicherer mitzuteilen, da sich aus veränderten Berufsbedingungen bzw. einem Berufswechsel auch die Risiken für eine BU verändern können. In solchen Fällen behält sich der Versicherer meistens vor, die Beiträge entsprechend anzupassen. Informiert man die Versicherung nicht, kann sogar der gesamte Versicherungsschutz hinfällig werden.

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