Steuererklärung

Steuern sparen mit Computer-Programmen

So langsam aber sicher muss man damit anfangen: Die alljährliche Steuerklärung wartet und damit eine Aufgabe, die außer Steuerberatern wohl keinen so richtig begeistert. Mit einer guten Software wird die Steuer jedoch leichter. Experten verraten, worauf man beim Kauf achten muss.

Geld© Manuel Schröder / Fotolia.com

Hamburg/München (dapd/red) - Die jährliche Steuererklärung ist bei vielen so unbeliebt wie ein Zahnarztbesuch. Bis zum 31. Mai 2012 sollte die Einkommenssteuererklärung für 2011 trotzdem beim Finanzamt eingereicht sein. Mit der passenden Software kann man nicht nur Zeit und Nerven sparen, sondern auch jede Menge Geld. "Es gibt Schätzungen, dass der Staat sich jährlich bis 350 Milliarden Euro spart, weil die Leute ihre Steuererklärung nicht richtig oder gar nicht machen", sagt Jörg Geiger, Redakteur bei "Chip Online" in München.

Wie lange kann man mit einer Steuer-CD arbeiten?

Wichtig ist, dass man das richtige Programm auswählt. "Wenn man die Steuererklärung 2010 machen möchte, braucht man dafür die Software aus 2011, da nur diese die aktuellen Regelungen und Gesetzesänderungen enthält", sagt Frank Badenius, Redakteur bei "Computerbild" in Hamburg. Das bedeute, ergänzt Geiger, dass man jedes Jahr eine neue Version der Steuer-Software kaufen oder sich ein Update besorgen müsse, um mit dem gültigen Regelwerk zu arbeiten. Sonst verschenke man Geld oder zahle im schlimmsten Fall noch drauf.

Was darf die Steuer-Software kosten?

Eine Steuer-Software koste meist zwischen zehn und 30 Euro, sagt Geiger. Viele Hersteller böten zwei Programme an: eine teure, umfangreiche Version und eine preiswerte, abgespeckte Variante. Die jeweils günstigere Version empfiehlt der Experte denjenigen, die schon einmal eine Steuererklärung selbst gemacht haben und sich ein bisschen auskennen. "Diese Varianten sind nicht ganz so komfortabel, man bekommt nicht so viel Unterstützung", erläutert Geiger.

Die umfangreicheren Programme gingen den Steuerfall detaillierter mit dem Nutzer durch. Darüber hinaus könne man sehr viel mehr mit ihnen machen als nur eine einfache Einkommenssteuererklärung. Sie seien zum Beispiel auch für Selbstständige geeignet, da man mit ihnen problemlos eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder eine Bilanz erstellen könne.

Worauf sollte man bei einem Steuer-Programm achten?

Wichtig sei in erster Linie eine gute Benutzerführung, sagt Frank Badenius - "Gut bedeutet in dem Fall, dass sie verständlich sein muss." Die gängigen Steuerspar-Programme arbeiteten die Eingaben im Interview-Stil Schritt für Schritt ab. So werde man aufgefordert, zunächst alle persönlichen Daten, dann seine Einnahmen und Kosten einzugeben. Im nächsten Schritt rechne die Software alles durch und erstelle dann den voraussichtlichen Bescheid. Die fertige Steuererklärung schicke man per Post oder per Internet an das zuständige Finanzamt.

Für den Fall, dass der Steuerbescheid von der Vorhersage abweiche, hätten die meisten Programme eine Kontrollfunktion an Bord. Diese liste die Abweichungen auf und rate gegebenenfalls zum Einspruch - geeignete Formschreiben liefern die meisten Softwares gleich mit.

Welche Software eignet sich am besten für mich?

"Wir haben alle sechs Steuer-Programme der großen Hersteller für die Steuererklärung 2011 getestet. Und es gibt keines, von dem ich abraten würde", sagt "Computerbild"-Experte Badenius.

Auswahl der gängigsten Programme von Experten bewertet

  • Akademische Arbeitsgemeinschaft: "Steuer-Spar-Erklärung 2012" - Lässt sich einfach bedienen, gewährleistet den Datenschutz, beinhaltet Funktionen für Selbstständige, hat viele Steuertipps an Bord und hilft mit vielen nützlichen Berechnungsprogrammen. Ca. 26 Euro.
  • Akademische Arbeitsgemeinschaft: "Steuer Easy 2012" - Lässt sich einfach bedienen, punktet mit übersichtlicher Programmoberfläche, gewährleistet den Datenschutz. Enthält keine Funktionen für Selbstständige und auch keine Videos mit Steuertipps. Ca. 14 Euro.
  • Buhl-Data: "WISO Steuer-Sparbuch 2012" - Gute Nutzerführung, gewährleistet Datenschutz, enthält Funktionen für Selbstständige und insgesamt 118 Videos mit Steuertipps. Ca. 29 Euro.
  • Buhl-Data: "Tax 2012" - Zuverlässig zu bedienen, gewährleistet den Datenschutz, verzichtet aber auf Zusatzfunktionen wie Videos mit Steuertipps und auch auf Funktionen für Selbstständige. Ca. 13 Euro.
  • Haufe-Lexware: "Taxman 2012" - Die Bedienung ist nicht ganz einfach, einige Formulare muss man lange suchen, einige Berechnungen muss man selbst machen. Ein Steuer-Tipp-Buch wird mitgeliefert, der Datenschutz ist gewährleistet, auch gibt es Funktionen für Selbstständige und 34 Videos mit Steuertipps. Ca. 28 Euro.
  • Haufe-Lexware: "Quicksteuer 2012" - Die Bedienung ist nicht ganz einfach. Der Datenschutz ist gewährleistet, es gibt viele Steuerspartipps, allerdings nicht per Video. Auch Funktionen für Selbstständige fehlen. Ca. 13 Euro.

Gibt es Alternativen zur Steuer-CD?

Einige Hersteller bieten auch die Möglichkeit einer internetbasierten Steuererklärung an. Diese sei meist etwas günstiger als die Steuer-Software, sagt Badenius. Während die Software für die Steuererklärung 2011 seit Ende vergangenen Jahres im Laden stehe, brauchen viele Internet-Steuerportale jedoch länger. Einige Seiten sind jedoch schon frühzeitig startklar, z. B. internet-sparbuch.de, smartsteuer.de, steuerfuchs.de und taxango.de.

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