Nachrüstung möglich

Schimmelgefahr: Dämmen geht nicht ohne Lüften

Nach der energetischen Sanierung entsteht häufig Schimmel. Grund ist die Dichtheit des Gebäudes - was immer noch viele Bauherren oder Modernisierer unterschätzen. Deshalb sollte bei einer Sanierung, die die Gebäudehülle fast komplett abdichtet, unbedingt eine Lüftung eingebaut werden. Vorab ist zudem ein Check der Heizunganlage anzuraten.

Lüften© raven / Fotolia.com

Köln/Berlin (dapd/red) - "Alte Gebäude belüften sich in der Regel selbst, zum Beispiel durch Undichtigkeiten an Fenstern, Dächern oder Kaminen. Nach der Sanierung ist die Gebäudehülle aber nahezu abgedichtet", erklärt Kai Zitzmann, Fachreferent für Energieeffizienz bei TÜV Rheinland.

Die Schimmelgefahr steigt nach der Sanierung

Feuchtigkeit, die etwa beim Kochen oder Duschen entsteht, kann so nicht entweichen und schlägt sich an den Wänden nieder. "Wenn die Innenraumluft gesättigt ist und ruht, kann sich die Feuchtigkeit an der kältesten Stelle im Raum niederschlagen. Manchmal ist das eine Wärmebrücke am Fenster oder eine Außenwand im weniger beheizten Schlafzimmer", so der Experte. Bleibt dann der notwendige Luftwechsel aus, findet Schimmel dort einen geeigneten Nährboden.

"Es ist prinzipiell ratsam, in einem Altbau, der mit Außendämmung und neuen Fenstern versehen wurde, eine Lüftungsanlage einzubauen", meint Zitzmann. Sie sei leicht nachrüstbar, etwa als zentrale Lüftungsanlage mit Wärmetauscher auf dem Dachboden oder dezentral in der Außenwand. Außer dem effektiven Schutz vor Schimmel bietet ein Wärmetauscher den Vorteil, dass die eingeleitete Frischluft energiesparend vorgewärmt und im Sommer durch einen Erdreichwärmetauscher abgekühlt werden kann. So geht im Winter keine Wärme durch Stoßlüften verloren und im Sommer strömt kühle Luft in die Wohnung.

Vor der Sanierung erst die Heizungsanlage checken

Zudem raten Experten, vor einer Erneuerung der Wärmedämmung erst einmal die Heizungsanlage zu prüfen. Wenn im Sommer nicht geheizt wird, empfiehlt sich eine Wartung und eventuelle Sanierung der Heizungsanlage. Eine eigentlich geplante Komplettsanierung der Wärmedämmung sei laut den Experten des Verbandes Privater Bauherren (VPB) dann möglicherweise gar nicht mehr erforderlich.

Besonders die Pumpe, die für die Warmwasserzirkulation in den Rohren und Heizkörpern sorgt, sollte man laut VPB in den Blick nehmen. Sie werde bei Heizkesselmodernisierungen häufig nicht erneuert, da sie selten störanfällig sei und zuverlässig arbeite. Alte Modelle seien allerdings nicht so effizient wie neue, da Größe und Leistungsfähigkeit oft nicht richtig auf den Heizkessel abgestimmt seien - was zu mehr Verbrauch und höheren Kosten führt. Ein alte Pumpe könne mehr als ein Zehntel des gesamten Energiebedarfs eines Haushalts verbrauchen, rechnen die VPB-Experten vor.

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