Rechte & Pflichten

Schadensfall: Das müssen Versicherte beachten

Um bei einem Schaden auf den Schutz der Versicherung zurückgreifen zu können, müssen sich Versicherte auch an bestimmte Regeln halten. Sonst kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass der Versicherungsschutz erlischt.

WasserschadenBei einem Schaden sind Versicherte verpflichtet, diesen umgehend ihrer Versicherung zu melden.© blackday / Fotolia.com

Rostock - Damit Verbraucher im Schadensfall den kompletten Versicherungsschutz erhalten, müssen sie bestimmte Regeln beachten. Wer sich daran nicht hält, muss unter Umständen damit rechnen, dass der Versicherer ein Verschulden des Kunden annimmt - und dann die Leistungen kürzt oder im schlimmsten Fall den Schaden gar nicht reguliert. Darauf macht die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam und nennt die wichtigsten Pflichten für Versicherte:

Falschangaben gefährden den Versicherungsschutz

Bevor Verbraucher einen Versicherungsvertrag unterschreiben, müssen sie bestimmte Angaben machen. Dabei sollten sie auf dem Antrag alle gestellten Fragen wahrheitsgemäß und vollständig ausfüllen - das ist etwa bei Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit ein Thema. Wer dort eine Vorerkrankung vergisst und somit seine sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt, gefährdet seinen Versicherungsschutz. Denn der Versicherer hat in der Regel das Recht, Kunden abzulehnen oder nur mit Risikoaufschlägen anzunehmen.

Schaden schnellst möglichst melden

In den meisten Verträgen steht, Verbraucher müssen den Versicherer unverzüglich im Schadensfall informieren - im Versicherungsdeutsch heißt es hier oft "ohne schuldhaftes Verzögern". Das bedeutet: so schnell wie möglich. Geht ein Gegenstand am Wochenende oder einem Feiertag kaputt, können Versicherte sich in der Regel auch über eine Telefon-Hotline oder per Mail melden. Idealerweise bitten sie dann am nächsten Werktag um eine Eingangsbestätigung der Schadensmeldung.

Anzeige- und Aufklärungspflicht

Bei strafbaren Handlungen muss man zusätzlich die Polizei verständigen. Neben der "Anzeigepflicht" haben Versicherte auch eine "Aufklärungspflicht". Sie müssen also genau die Ursache und Höhe angeben. Hinzu kommt, dass Verbraucher den Versicherer bei der Schadensermittlung unterstützen müssen - etwa mit Fotos, schriftlichen Belegen oder Zeugenaussagen, die beispielsweise den Wert der beschädigten Gegenstände belegen.

Pflicht zur Schadensbegrenzung

Verbraucher sollten bei einem Schaden den Versicherer fragen, wie sie den Schaden mindern können. Ein Beispiel: Zerbricht eine Vase oder ein Fenster, sollte der Versicherungsnehmer die Scherben schnell wegräumen, damit sich keiner verletzt. Wichtig dabei: nicht vergessen, vorher den Schaden mit einer Fotokamera zu dokumentieren. Beim Fenster sollte man zusätzlich die Stelle abdichten und absichern - damit weder Regen noch ein Einbrecher in die Wohnung gelangen. Wer seiner Schadenminderungspflicht nicht nachkommt, kann später Probleme bekommen - etwa wenn wirklich jemand einbricht oder eingetretene Nässe in der Wohnung weitere Schäden verursacht. Dann greift unter Umständen der Versicherungsschutz nicht mehr.

Quelle: DPA

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