Auslandsanrufe

Roaming-Nepp: Wenn der Angerufene zahlen muss

Wer Familie oder Freunde im Ausland anruft, gerade mit dem Handy, hat oftmals eine hohe Telefonrechnung. Was viele nicht wissen: Auch der Angerufene wird im Ausland zur Kasse gebeten, wenn er ein deutsches Handy nutzt.

Roaminggebühren© olly / Fotolia.com

Linden (red) - Wer mit Freunden oder Verwandten im Ausland telefoniert, hat hinterher oft mehr zu zahlen als gedacht. Die Telefon-Flatrates, die bei den meisten Anbietern inzwischen quasi dazu gehören, gelten in der Regel nur für das deutsche Festnetz. Wer beim Anrufen einer ausländischen Nummer sparen will, sollte deshalb Call-by-Call- oder Callthrough-Anbieter nutzen. Mit beiden kann man günstig in andere Länder telefonieren. Wer einen Telekom-Anschluss hat, nutzt Call by Call, alle anderen die Variante Callthrough. Beides funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Einfach mit Hilfe eines Tarifrechners einen Anbieter auswählen, die jeweilige Vorwahl vor der Nummer, die man anrufen möchte, vorwählen und los gehts.

Roaming: Wann der Angerufene zahlen muss

Ruft man Freunde oder Familienmitglieder an, die gerade im Ausland Urlaub machen, sollte man auch an deren Rechnung denken. Durch das so genannte Roaming, das Mitnutzen fremder Netze, können auch dem Angerufenen Kosten entstehen, wenn man ihn auf seinem deutschen Handy anruft.

Innerhalb der EU sind die Roaming-Gebühren mittlerweile gedeckelt und werden immer weiter abgesenkt, bis sie Mitte 2017 bei zeitweiligen Auslandsaufenthalten komplett entfallen sollen. Aber auch 2016 ist telefonieren innerhalb der EU nicht mehr teuer: Zusätzlich zum eigentlichen Tarif kommen noch maximal fünf Cent bei abgehenden Anrufen hinzu. Eingehend darf nur noch gut ein Cent ohne Mehrwertsteuer berechnet werden.

Richtig teuer kann es hingegen noch immer bei Reisen außerhalb der EU werden. Auch Schiffsreisen sollte man in Bezug auf Roaming mit Vorsicht genießen. Auf hoher See werden in der Regel teure Satellitenverbindungen genutzt.

Roaming-Preise EU

Roaming: Die Kosten für den Anrufer bleiben gleich

Der Anrufer aus Deutschland zahlt, wenn er ein deutsches Handy im Ausland anruft, das gleiche wie sonst auch, weil er ja prinzipiell nicht wissen kann, wo sich das Handy und sein Besitzer gerade aufhalten. Wenn möglich, sollte man den Urlaubenden daher auf einem Festnetzanschluss anrufen. So bleibt es für beide bezahlbar. Ansonsten sollte man sich schon im Vorfeld genau über die Gebühren, die anfallen können, informieren und zur Not die Gesprächszeit kurz halten oder eine SMS schicken.

Datenroaming: Extrakosten für die Internetnutzung

Ebenfalls sehr teuer kann für den Reisenden die Nutzung des mobilen Internets werden. Auch hier gilt analog zu den Minutenpreisen, dass die Kosten fürs Internet innerhalb der EU-Staaten gedeckelt sind. Maximal fünf Cent mehr als beim nationalen Tarif sind zulässig. Ab Juni 2017 sollen zusätzliche Gebühren entfallen.

In anderen beliebten Reiseländern außerhalb der EU schnellt die Rechnung hingegen selbst bei nur wenig Internetaktivität in die Höhe. Um den Nutzer zu schützen, sind deutsche Anbieter jedoch verpflichtet, bei Erreichen von rund 50 Euro netto den Internetzugang vorerst zu sperren. Möchte man trotz der hohen Kosten weitersurfen, muss dies dem Anbieter signalisiert werden. Kostengünstigere Alternativen sind spezielle Auslandstarife oder etwa eine Prepaid-SIM aus dem Reiseland.

Aktualisiert im Mai 2016
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