Tipps zur Riester-Rente

Riester-Rente als Standbein für die Altersvorsorge

Rund 14 Millionen Sparer haben bereits in einen Riester-Vertrag investiert. Doch ganze 30 Millionen Menschen könnten die Riester-Rente zwar noch abschließen, haben es bisher aber nicht getan. Das liegt unter anderem daran, dass viele nicht genügend über diese Form der Altersvorsorge wissen.

Rente© Kurhan / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) – Die Riester-Rente kann ein solides Standbein der Altersvorsorge sein. Zunächst einmal gilt es aber zu klären, wer überhaupt riestern darf. Hier gilt grundsätzlich, dass alle diejenigen von der staatlichen Förderung profitieren sollen, die von der Rentenabsenkung betroffen sind. Dazu zählen Arbeitnehmer und Angestellte im öffentlichen Dienst. Auch Auszubildende und Arbeitslose haben bereits Anspruch auf die Förderung für die Riester-Rente.

Auch eine ganze Reihe Selbstständiger hat die Möglichkeit, sich einen geförderten Riester-Vertrag abschließen zu lassen. Dazu zählen etwa Handwerker, die in der Handwerksrolle eingetragen sind, Seelotsen oder Künstler, die nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz versichert sind.

Riester Rente wird gleich doppelt gefördert

Gefördert wird die Riester-Rente gleich auf doppelte Weise: Sparer erhalten seit 2008 154 Euro im Jahr als Grundzulage. Für jedes Kind gibt es 185 Euro, für den ab 2008 geborenen Nachwuchs sogar 300 Euro jährlich. Diese Zulagen werden direkt auf den Vertrag gutgeschrieben. Zusätzlich können die Beiträge - inklusive der Zulagen - bis zu einem Höchstbetrag von 2.100 Euro als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Sparer in ihren Vertrag bestimmte Mindestsummen einzahlen. Dieser Mindestbetrag liegt bei vier Prozent des Vorjahreseinkommens, maximal jedoch bei 2.100 Euro.

Riester-Rente wird nicht auf einmal ausgezahlt

Allerdings hat die staatliche Förderung nicht nur Vorteile. Der Gesetzgeber hat nämlich ganz genau festgelegt, was man mit seinem Riester-Geld machen darf. Im Regelfall wird das Ganze als Zusatz zur Altersrente ausgezahlt. Versicherte können sich aber auch, wenn sie das 60. Lebensjahr erreicht haben, ganze 30 Prozent der angesparten Summe auf einmal auszahlen lassen. Andere Verwendungsmöglichkeiten haben aber oft zur Folge, dass die Rücklagen und Steuervorteile zurückgezahlt werden müssen. Sparer dürfen beispielsweise den Vertrag nicht verfrüht, also vor dem 60. Lebensjahr, auflösen. Das angesparte Kapital darf mit den Zulagen beim Tod nur unter Ehegatten und nur in einen anderen Riester-Vertrag vererbt werden. Es besteht die Möglichkeit, für andere Erben eine Lebensversicherung und eine Rentengarantiezeit (meist fünf Jahre) in den Riester-Vertrag einzubeziehen, die zu Lebzeiten allerdings Riester-Rendite kostet.

Riester-Rente muss später voll versteuert werden

Die Riester-Rente bringt zwar zunächst einmal steuerliche Vorteile, die Rentenbeiträge, die später ausgezahlt werden, müssen aber voll versteuert werden. Die Idee, die dahinter steckt, ist die, dass man in der Regel sehr viel weniger Rente bekommt als Gehalt. Insofern muss man dann trotz der Tatsache, dass die Riester-Rente versteuert werden muss, insgesamt weniger an Steuern zahlen. Hinzu kommt die staatliche Förderung, die ebenfalls nochmal ein Plus bringt.

Ein Beispiel: Wer im Jahr 2020 eine gesetzliche Rente von 1.000 Euro bekommt, muss davon 800 Euro versteuern. Wenn man zusätzlich 400 Euro Riester-Rente bezieht und noch 250 Euro aus einer privaten Rentenversicherung erhält, sind darauf nach heutigem Steuerrecht und Abzug aller Vergünstigungen gerade einmal 1.000 Euro Steuern im Jahr zu zahlen. Dem gegenüber steht einem Gutverdiener mit zwei Kindern über 30 Jahre eine Förderung von fast 30.000 Euro aus Zulagen und Steuervorteilen zu.

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