Augen auf

Qualmende Gebührenzähler: Vorsicht vor Tricksereien im Festnetz

Bei Anruf Abzocke - das ist selten, aber kleine und mittlere Tricksereien sind im deutschen Festnetz an der Tagesordnung. Zehn Sekunden telefonieren, fünf Minuten zahlen - das ist nur eine Masche von vielen.

Telefontarife© VRD / Fotolia.com

Die Tarife der Anbieter im offenen Call-by-Call sind vielfach auf sehr niedrigem Niveau; die deutschen Telefonkunden haben also jede Menge Gelegenheiten zu sparen - vorausgesetzt, sie haben ihren Telefonanschluss bei der Deutschen Telekom. Denn nur dann sind Call-by-Call-Telefonate überhaupt möglich, die alternativen Anbieter lassen dies nicht zu. Auch für eine automatische Voreinstellung (Preselection) ist man an einen Telekom-Anschluss gebunden.

Knappe Margen, knappe Moral

Doch nicht alle Angebote sind günstig - schon fast eine Milchmädchenrechnung, wenn man die knappen Margen im Festnetzmarkt bedenkt. Call-by-Call-Nutzer sollten also aufmerksame Verbraucher sein und regelmäßig Tarifvergleiche zu Hilfe nehmen. Da viele Anbieter ihre Tarife oft ändern, ist regelmäßiges Kontrollieren der Tarife unerlässlich. Eine große Hilfe ist die Tarifansage, ab August 2012 endlich Pflicht im Call-by-Call. Damit sind Verbraucher deutlich besser als zuvor vor Abzocke geschützt, dennoch sollte man der Ansage aufmerksam zuhören, um beispielsweise Cent- und Eurobeträge richtig einzuschätzen.

Wie lange dauert ein Fünf-Minuten-Gespräch?

Doch es gibt noch weitere Tariffallen, denen sich Kunden im deutschen Festnetz immer wieder ausgesetzt sehen. Das betrifft in erster Linie die insbesondere bei Gesprächen zum Handy häufig anzutreffende hohe Taktung. Statt einer Abrechnung im Minutentakt, wo man je nach Zeitpunkt des Gesprächsendes dem Anbieter auch schon mal eine knappe Minute schenkt, sind dort Taktungen alle vier oder fünf Minuten nicht selten. Das bedeutet, auch wenn man nur zehn Sekunden telefoniert, es werden die ganzen vier oder fünf Minuten abgerechnet. Dass diese Preise um ein oder zwei Cent unter den sonstigen liegen, fällt da kaum ins Gewicht.

Alles auf einmal ist selten

Glück im Unglück hat der Verbraucher insofern, als es äußerst selten vorkommt, dass mehrere "Fallen" auf einmal aufgestellt werden. Anbieter mit schlechter Taktung weisen in der Regel immerhin bei der Tarifansage darauf hin.

Also: Ein regelmäßiges Studium der Tarifvergleiche ist unerlässlich, wenn man sich vor rauchenden Gebührenzählern schützen will!

Mehr zum Thema
  • Telefonanschluss

    Call by Call

    Auch in Zeiten von Telefonflatrates, ist Call-by-Call noch nicht aus der Mode gekommen. Besonders bei Auslandstelefonaten sind die Sparvorwahlen noch immer beliebt. Beim Call-by-Call wählt man vor der eigentlichen Telefonnummer eine Vorvorwahl, um günstiger zu telefonieren.

    weiter
Top