Aufladezwang

Wie Wenignutzer die Kartensperre verhindern

Wer sein Handy nur für den Notfall hat, kennt es vielleicht: Irgendwann möchte man es doch einmal benutzen, aber die Karte funktioniert nicht mehr. Der Anbieter hat sie angeschaltet, weil sie nicht genutzt oder nicht rechtzeitig Guthaben nachgeladen wurde. Wir geben Tipps für Wenignutzer.

SmartphoneAuch Wenignutzer sollten hin und wieder zum Hörer greifen, damit die SIM-Karte aktiv bleibt.© kalafoto / Fotolia.com

Linden (red) - Wer sich einen Prepaid-Tarif nur für den Notfall zulegt, steht bei vielen Anbietern vor einem Problem: Irgendwann sind keine Anrufe mehr möglich; das Guthaben wird eingefroren, die Karte deaktiviert. Die Anbieter wollen damit vermeiden, dass sich zu viele "Schubladenkarten" ansammeln, die verwaltet werden müssen, aber keinen Umsatz erzeugen. Dabei gibt es verschiedene Strategien.

Aufladezwang trotz vollem Guthabenkonto

Das sogenannte Aktivitätsfenster bezeichnet die Zeitdauer, während der ein aufgeladenes Guthaben genutzt werden kann. Teilweise sind das deutlich weniger als zwölf Monate, auch abhängig vom aufgeladenen Betrag. Ist der Zeitraum verstrichen, kann das vorhandene Guthaben nicht mehr genutzt werden, bevor nicht erneut aufgeladen wurde. Dieser "Aufladezwang" ist besonders ärgerlich, weil Guthaben nachgeladen werden muss, auch wenn das Konto noch voll ist. Das ist zum Beispiel im Aldi-Tarif der Fall, aber auch bei vielen anderen.

Gegen den Aufladezwang hilft die Wahl eines Postpaid-Tarifs, also eines Tarifs, bei dem man auf Rechnung zahlt. Einige Anbieter haben die gleichen Tarife mit beiden Zahlweisen im Programm, also gibt es auch Postpaid-Tarife ohne Grundgebühr. Damit verhindert man immerhin, dass sich ungenutztes Guthaben auftürmt. Vor den anderen Problemen ist man damit aber nicht geschützt.

Grundgebühr bei Wenignutzung

Viele Mobilfunker machen die Deaktivierung der Karte davon abhängig, wie oft sie genutzt wird. Einmal im halben Jahr sollte man einen kostenpflichtigen Anruf absetzen, sonst riskiert man die Abschaltung. Teilweise wird auch eine Grundgebühr erhoben, wenn das Handy für eine bestimmte Zeit "stumm" geblieben ist. Dann zahlt man beispielsweise jeden Monat ein oder zwei Euro, sobald man drei Monate lang nicht telefoniert hat. Leider kommunizieren nur wenige Anbieter diese Bedingungen transparent, selbst in den AGB finden sich nicht immer eindeutige Formulierungen.

Es kann auch vorkommen, dass der Mobilfunker sich die Kündigung vorbehält, wenn eine Karte nicht genutzt wird.

Tipps für Wenigtelefonierer: So informieren Sie sich!

Da über drohende Sperren oft per SMS informiert wird, tut man gut daran, hin und wieder zu überprüfen, ob eine Nachricht eingegangen ist – insbesondere vor Antritt einer längeren Reise. Ist die Karte bereits gesperrt, sollte man versuchen, sie beim Kundenservice wieder aktivieren zu lassen. Das Guthaben ist übrigens in keinem Fall futsch, auch dann nicht, wenn die Karte bereits gesperrt wurde. Man muss es allerdings aktiv beim Anbieter einfordern.

Wer weiß, dass er sein Handy sehr wenig nutzen wird und auf der Internetseite des gewünschten Anbieters nicht fündig wird, sollte gezielt nachfragen, wie lange ein aufgeladenes Guthaben gültig ist und in welchen Abständen telefoniert werden muss, damit die SIM-Karte aktiv bleibt.

"Notfall-Nutzer" sollten am besten einen Tarif wählen, der keine regelmäßige Aufladung verlangt. Wer dann noch alle paar Monate einmal kurz telefoniert, umschifft weitgehend die Gefahr, einfach "abgeschaltet" zu werden. Bei den heutigen Preisen kostet das nur ein paar Cent.

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