Umfassender Schutz

Photovoltaikversicherung springt im Notfall ein

Draußen, Wind und Wetter, manchmal auch dem Menschen ausgesetzt, ist eine Photovoltaikanlage anfällig für Schäden aller Art. Eine Photovoltaikversicherung deckt, je nach Tarif, alle Eventualitäten ab und bietet mehr Sicherheit für die Kollektoren als die Wohngebäudeversicherung.

Solarzellen© Sébastien SALORT / Fotolai.com

Linden (red) - Die Installation einer Photovoltaikanlage ist keine ganz günstige Angelegenheit, dennoch entscheiden sich immer mehr Hausbesitzer in Deutschland dafür, ihr Dach oder eine andere geeignete Fläche mit Kollektoren zu bestücken. Eine defekte Anlage kostet jedoch nicht nur viel Geld in der Instandsetzung, sondern kann noch weitreichendere Folgen haben. Verbraucherschützer empfehlen daher, eine spezielle Photovoltaikversicherung abzuschließen.

Warum eine Photovoltaikversicherung abschließen?

Der Schutz einer Photovoltaikanlage, den Wohngebäudeversicherungen anbieten, sei unzureichend, bilanzierte "Ökotest" (August 2010). In der Regel seien nur Elementarschäden wie Feuer, Hagel und Sturm abgedeckt, wenn auch zu recht günstigen Konditionen. In den meisten Fällen sind vom Diebstahl über den Blitzschlag bin hin zu Vandalismus und unsachgemäßer Handhabung alle übrigen Umstände, die eintreten können, ausgeschlossen. Hierin liegt der klare Vorteil einer zusätzlichen Photovoltaikversicherung, denn diese bietet im Prinzip ein Rundum-Sorglos-Paket, so dass sich Besitzer einer Photovoltaikanlage keinerlei Gedanken mehr machen müssen.

Photovoltaikversicherung fängt auch den Ertragsausfall auf

Ein bedeutender Aspekt, der die Photovoltaikversicherung ausmacht, ist die finanzielle Absicherung bei Ertragsausfall. Nicht selten sind Haus- beziehungsweise Anlagenbesitzer auf die monatlichen Erträge der Solarenergie angewiesen, um ihren Strom zahlen oder sogar den Kredit, den sie für die Anschaffung aufgenommen haben, bedienen zu können. Ein Ausfall kann da schwerwiegende Folgen haben, die die Photovoltaikversicherung auffängt. Je nach Vertragskonditionen kann sie den Versicherten bis zu zwölf Monate unterstützen. Erstattet wird dabei aber nur der maximale Ertrag, den die Anlage regulär hätte erbringen können.

Eine Photovoltaikversicherung ist auch eine Frage des Preises

"Ökotest" rät zu einer Photovoltaikversicherung mit "Allgefahrenschutz". Damit ist die Photovoltaikanlage umfassend abgesichert. Finanziell gesehen muss eine solche spezielle Versicherung aber auch erst getragen werden können, weshalb abgewogen werden sollte, ob tatsächlich jede Absicherung nötig ist. Grundsätzlich gibt es viele Angebote für Photovoltaikversicherungen, die mit 70 Euro im Jahr sehr günstig und meist auch tragbar sind.

Allerdings muss beachtet werden, dass in vielen dieser Preise die so genannte Betreiberhaftpflicht noch nicht berücksichtigt wurde. Diese schützt den Besitzer, sollte von seiner Anlage mal ein Schaden ausgehen, der sich auf Dritte auswirkt. Das kann passieren, wenn Teile locker sind, herunterfallen und Menschen oder Autos treffen, aber auch dann, wenn Feuer von der Anlage ausgeht, das auf andere Häuser übergreift. Eine solche Betreiberhaftpflicht kostet natürlich zusätzlich und beläuft sich im günstigsten Fall auf rund 50 Euro im Jahr. Zusammengenommen entstehen somit Kosten von jährlich 120 Euro, die Grenze nach oben ist offen.

Muss eine Photovoltaikversicherung alle Leistungen umfassen?

Wer gut abgesichert sein will, aber trotzdem den finanziellen Aspekt im Auge behalten muss, sollte sich bezüglich der Photovoltaikversicherung dahingehend Gedanken machen, ob ein Gesamtschutz wirklich notwendig ist. Was beispielsweise die Betreiberhaftpflicht angeht, sollten im Vorfeld Erkundigungen bei der eigenen Privathaftpflicht eingeholt werden. Diese deckt im besten Fall sowieso schon einen Teil der Schadensfälle. Des Weiteren sollte man sich bewusst machen, wo die Anlage sitzt. Ist es zum Beispiel von dort aus überhaupt möglich, dass Teile gestohlen werden könnten? Wie groß ist die Kollektorenfläche, sprich lohnt sich eine zusätzliche Photovoltaikversicherung überhaupt?

Wie kann man die Kosten einer Photovoltaikversicherung drücken?

Die Kosten können außerdem noch durch Kleinigkeiten verringert werden. Eine längere Vertragslaufzeit wirkt sich finanziell ebenso positiv aus wie die Einbeziehung einer Selbstbeteiligung, auch dann, wenn sie sich im Schadensfall nur auf 150 bis 300 Euro beläuft. Wer darauf achtet, welcher Schutz tatsächlich notwendig ist und welcher nicht und wer zudem die zusätzlichen Kosten ohne weiteres aufbringen kann, für den kann eine optimierte Photovoltaikversicherung Sinn machen.

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