Tipps

Online-Verkauf: Ärger und rechtliche Fallstricke vermeiden

Jeder Vierte gab 2015 an, Weihnachtsgeschenke online weiterverkaufen zu wollen, wenn sie nicht gefallen. Beliebter ist nur die Rückgabe im Geschäft. Der Bitkom gibt Tipps, was beim Online-Weiterverkauf zu beherzigen ist, damit man sich keinen Ärger einhandelt.

E-Commerce© VRD / Fotolia.com

Wenn unterm Weihnachtsbaum schon wieder Socken liegen oder eine DVD, die nicht den eigenen Geschmack trifft, werden viele Beschenkte zu Händlern. "Gerade wenn für ein Geschenk kein Kaufbeleg vorhanden oder ein Umtausch ausgeschlossen ist, bieten Online-Handelsplattformen eine schnelle und komfortable Möglichkeit, einen Käufer zu finden. Besonders mit der passenden Smartphone-App ist das Angebot in wenigen Minuten mit einem Foto online", sagt Bitkom-Handelsexpertin Julia Miosga. "Und wer nach Weihnachten auf der Suche nach etwas Passendem für ein Geldgeschenk ist, der kann online auf diese Weise das eine oder andere Schnäppchen machen."

Tipps für den Online-Verkauf

Als privater Verkäufer anmelden

Wer nicht regelmäßig und viel im Internet verkauft oder versteigert, sollte sich bei den geeigneten Plattformen als privater Verkäufer anmelden. Die Vorteile: Als privater Verkäufer müssen keine Widerrufs- oder Rückgaberechte eingeräumt werden. Gleiches gilt auch für die gesetzliche Gewährleistung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Hinweis "Die Ware wird unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung verkauft". Wer hingegen häufig und regelmäßig online verkauft, kann juristisch gesehen zum Unternehmer werden – einschließlich aller entsprechenden Pflichten. Hierfür spielt es nicht einmal eine Rolle, ob bei den Verkäufen oder Versteigerungen ein Gewinn abfällt.

Nur wahrheitsgemäße Warenbeschreibungen

Kein Unterschied zwischen privaten und gewerblichen Verkäufern wird bei der Artikelbeschreibung gemacht. In beiden Fällen muss diese selbstverständlich wahrheitsgemäß sein. Wer falsche oder unzureichende Beschreibungen angibt, führt den Käufer wissentlich hinters Licht. Zudem werden so schlechte Bewertungen riskiert, die künftige Verkäufe auf derselben Plattform deutlich erschweren.

Eigene Bilder und Texte verwenden

Wichtig für einen erfolgreichen Online-Verkauf sind gute Beschreibungstexte und passende Fotos. Hierfür können jedoch nicht irgendwelche Texte und Abbildungen aus dem Web genutzt werden. In der Regel sind diese urheberrechtlich geschützt. Das gilt auch häufig für die vom Hersteller genutzten Materialien zur Produkt-Darstellung. Wer diese einfach in sein Angebot kopiert, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Um keine böse Überraschung beim Verkauf zu erleben, sollten Texte und Bilder daher immer selbst erstellt werden.

Keine Markenrechte verletzen

Beim Online-Verkauf oder der Versteigerung im Internet können auch Markenrechte eine wichtige Rolle spielen. Plagiate etwa dürfen nicht angeboten werden. Das gilt auch für Privatpersonen, die aus ihrem letzten Urlaub ein gefälschtes Markenprodukt mitgebracht haben. Soll dieses im Internet weiterverkauft werden, kann dies rechtliche Konsequenzen haben. Auch im Beschreibungstext können Markenrechte verletzt werden, etwa wenn eine No-Name-Uhr als "im Rolex-Stil" beschrieben wird.

Nur versichert versenden

Der Versand der online verkauften Waren sollte nur versichert erfolgen. Ansonsten kann es passieren, dass der Verkäufer für verlorengegangene Pakete haften muss. Je nach Größe kann der Artikel als Päckchen oder Paket verschickt werden. Wer sich zusätzlich absichern möchte, kann in seinem Angebot zusätzlich den Satz einfügen: "Der Artikel wird auf Verlangen und auf Gefahr des Käufers verschickt."

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